Portrait eines Mannes und einer Frau
Die Ausstellung "Sittes Meisterschüler" ist vom 8. März bis zum 3. Juni in Halle zu sehen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Kunstausstellung Willi Sittes Meisterschüler in Halle

In Halle ist ab Donnerstag eine neue Schau mit dem Titel "Sittes Meisterschüler" zu sehen. Im Kunstverein "Talstrasse" sind Werke von Willi Sitte, einem der berühmtesten Maler der DDR, und von vier seiner Meisterschüler ausgestellt. Dazu gehören auch aktuelle Bilder.

Portrait eines Mannes und einer Frau
Die Ausstellung "Sittes Meisterschüler" ist vom 8. März bis zum 3. Juni in Halle zu sehen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Meisterschüler von einem der berühmtesten Künstler der DDR zu sein – das war nicht immer leicht. Norbert Wagenbrett war der letzte Meisterschüler, den der Maler und Grafiker Willi Sitte (1921–2013) in den 1980er-Jahren betreute. "Es ist immer gut, sich mit starken Leuten auseinanderzusetzen und zu reiben", sagte Wagenbrett dem MDR. In einer Ausstellung im Kunstverein "Talstrasse" sind ab Donnerstag Werke von Sitte und vier seiner Meisterschüler zu sehen.

Maler und Grafiker Norbert Wagenbrett
Maler und Grafiker Norbert Wagenbrett war der letzte Meisterschüler von Willi Sitte. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Gezeigt werden Malerei und Grafik von Norbert Wagenbrett, Dieter Weidenbach, Frank Schult und Henri Deparade. Die Arbeiten entstanden zwischen 1977 und 1988, als sie zeitweise bei Willi Sitte an der damaligen Hochschule für industrielle Formgestaltung Burg Giebichenstein in Halle studierten. Auch 18 aktuelle Werke sind zu sehen, darunter Portraits von Frauen und Männern von heute – von Norbert Wagenbrett.

Arbeiten von Lehrer und Schülern gegenübergestellt

"Der Mensch ist einfach das Wesentlichste für mich", sagte Maler und Grafiker Wagenbrett. Er verewigte Werktätige aus den späten 1980er Jahren genauso wie Menschen nach der Jahrtausendwende. "Für mich gibt es nichts Wichtigeres und das hat sich bis heute nicht geändert." Menschen hatten immer auch das Werk des Meisters Willi Sitte geprägt. Und so werden seine Arbeiten nun denen seiner Schüler gegenübergestellt.

Großformatige Bilder in einer Ausstellung
Die Ausstellung im Kunstverein "Talstrasse" Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Matthias Rataiczyk vom Kunstverein "Talstrasse" hat die Bilder in Halle versammelt. Doch die Schau ist nicht nur eine künstlerische Auseinandersetzung mit dem Lehrer Sitte. "Offensichtlich hat er auch gerne Schüler aufgenommen, die ein bisschen anders tickten und in ihrer Haltung besonders waren, bis hin zu ihrer politischen Haltung."

Willi Sitte 1996 in seinem Atelier
Willi Sitte im Jahr 1996 in seinem Atelier Bildrechte: MDR

Willi Sitte (1921–2013) Bekannt ist der Maler und Grafiker vor allem für seine großformatigen Bilder mit Motiven von Arbeitern, aus der Mythologie und der Erotik. Sitte hatte zwischen 1974 und 1988 zehn Meisterschüler betreut. Er lehrte als Professor an der Hochschule für industrielle Formgestaltung Burg Giebichenstein in Halle und war Präsident des Verbandes Bildender Künstler der DDR. Sitte war auch Abgeordneter der Volkskammer der DDR und Mitglied des Zentralkomitees der SED. Der hoch geschätzte Künstler starb 2013 in Halle. Seine Werke werden in der "Willi-Sitte-Galerie" In Merseburg dauerhaft ausgestellt.

Gegensätzliche politische Ansichten

Matthias Rataiczyk vom Kunstverein Talstrasse Halle
Matthias Rataiczyk, Vorsitzender des Kunstvereins "Talstrasse" Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Von einigen Schülern wandte sich Sitte, der in der DDR ein hoher Kulturfunktionär war, später ab. Sie hatten einen Ausreiseantrag gestellt und waren in den Westen gegangen – Norbert Wagenbrett blieb. Doch auch, wenn er viele von Sittes politischen Ansichten nicht teilte, schätzte er ihn als Lehrer. Der junge Künstler ging seinen eigenen Weg. "Und den hat er mich auch gehen lassen, das ist wichtig", so Wagenbrett über Sitte.

Die Wegstationen von Sittes Meisterschülern in Bildern sind bis zum 3. Juni im Kunstverein "Talstrasse" in Halle zu sehen. Die Ausstellung wird begleitet von einer Kabinettschau mit Handzeichnungen von Willi Sitte aus den 1970er und 1980er-Jahren.

Mehr zum Thema

Willi Sitte: Bergung aus Hochwasser, 1958
Willi Sitte: Bergung aus Hochwasser, 1958 Bildrechte: Kulturstiftung Sachsen-Anhalt - Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) / © VG Bild-Kunst, Bonn 2018 / Foto: Falk Wenzel, Halle (Saale)

Quelle: MDR/dpa/lk

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 07. März 2018 | 21:45 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. März 2018, 16:34 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.