Thomas Rinke (li.) von Spoyou und Thai Bao Hoang vom Veranstalter digital republic bei der Startup-Safari in Halle
Thomas Rinke (li.) vom Start-up Spoyou und Thai Bao Hoang, der Veranstalter der Start-up-Safari in Halle. Bildrechte: MDR/Stephan Schulz

Innovative Jungunternehmen Auf Start-up-Safari in Halle

In Halle sind am Dienstag und Mittwoch etwa 400 Menschen jungen Unternehmen auf der Spur. Zum ersten Mal findet in Sachsen-Anhalt eine Start-up-Safari statt – eine internationale Veranstaltungsreihe, bei der sich regionale Start-ups vorstellen und vernetzen.

von Marcel Roth, MDR SACHSEN-ANHALT

Thomas Rinke (li.) von Spoyou und Thai Bao Hoang vom Veranstalter digital republic bei der Startup-Safari in Halle
Thomas Rinke (li.) vom Start-up Spoyou und Thai Bao Hoang, der Veranstalter der Start-up-Safari in Halle. Bildrechte: MDR/Stephan Schulz

Halle ist schneller als New York und San Fransisco. In den beiden US-amerikanischen Städten sind Start-up-Safaris bisher nur angekündigt. In Halle findet die Veranstaltung für junge, innovative Unternehmen in dieser Woche tatsächlich statt. Etwa 40 Start-ups stellen sich vor; bis zu 400 Teilnehmer durchstreifen den Start-up-Dschungel an der Saale am Dienstag und Mittwoch.

Die Safari findet an fast 20 Orten statt. "Wir denken, hier in Halle ist der Bedarf sehr groß, dass sich die Start-up-Szene mehr vernetzt", sagt der Safari-Veranstalter Thai Bao Hoang von digital republic. "In der Metropolregion hier entstehen sehr viele Start-ups. Und es kommen sogar neue von außerhalb hier her. Wie zum Beispiel Bilberry aus Polen, die gerade nach Halle ziehen." Bilberry kommt ursprünglich aus Lodz und will jetzt in Halle Fuß fassen. Das Start-up arbeitet an automatischer Beleuchtung für die Industrie.

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Intelligente Spiegel von Glancr

Auch Glancr ist auf der Start-up-Safari dabei. Seit 2016 hat das Start-up seinen Sitz in Halle – einer der Gründer, Tobias Danker, arbeitet aber von Berlin aus. "Unseren Lebensunterhalte verdienen wir anders, Glancr ist unser Passion. Wir können zwar nicht die ganze Zeit daran arbeiten, aber dafür macht uns auch kein Investor Druck, der sagt, dass wir unser Produkt schnell auf den Markt bringen sollen." So könne ein durchdachtes Produkt entstehen. Glancr baut einen smarten Spiegel, der Informationen auf den Spiegel einblendet. So kann man beim Zähneputzen oder Haare kämmen zum Beispiel sehen, wie warm es wird, wann die nächste Straßenbahn fährt oder welche Neuigkeiten es gibt.

Internationale Veranstaltungsreihe Start-up-Safari zum ersten Mal in Halle

Zum ersten Mal findet am 18. und 19. September in Halle eine Start-up-Safari statt. Etwa 30 junge Unternehmen stellen sich dabei vor, tauschen sich aus und vernetzen sich. Bis zu 400 Teilnehmer werden erwartet.

Teilnehmer-Armbänder mit der Aufschrift Startup-Safari in Halle
Am 18. und 19. September findet in Halle zum ersten Mal eine Start-up-Safari statt. Bildrechte: MDR/Stephan Schulz
Teilnehmer-Armbänder mit der Aufschrift Startup-Safari in Halle
Am 18. und 19. September findet in Halle zum ersten Mal eine Start-up-Safari statt. Bildrechte: MDR/Stephan Schulz
Thomas Rinke (li.) von Spoyou und Thai Bao Hoang vom Veranstalter digital republic bei der Startup-Safari in Halle
Thai Bao Hoang von digital republic veranstaltet die Reihe. Er sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Wir machen die Start-up-Safari, weil wir denken, dass hier in Halle der Bedarf sehr groß ist, dass man die Start-up-Szene ein bisschen mehr vernetzt. Wir haben das Gefühl, dass es ein bisschen lose noch ist. Einmal die Nähe zu Leipzig, da hat man eine gewisse Synergie und da es eine Metropolregion ist, entstehen auch sehr viele Start-ups und es kommen auch recht viele neue her. Wie besipielsweise Bilberry aus Polen, die nach Halle ziehen wegen das Standortes." Bildrechte: MDR/Stephan Schulz
Besucher der Startup-Safari in Halle
Bis zu 40 Start-ups und 400 Teilnehmer werden in den zwei Tagen erwartet. Bildrechte: MDR/Stephan Schulz
Ein Werbeplakat der Startup-Safari in Halle
An zwei Tagen haben die Start-up-Safari-Organisatoren 34 Veranstaltungen an verschiedenen Orten auf die Beine gestellt. Bildrechte: MDR/Stephan Schulz
Besucher der Startup-Safari in Halle
Die Teilnehmer müssen sich jedoch für einen "Track" entscheiden: Zum Beispiel zwischen e-Commerce und Sales, Biotech und Medtech, Gaming & Media, Foodtech und Sustainibility. Bildrechte: MDR/Stephan Schulz
Stephan Kufner und Ruzin Aganoglu von Lab on Fiber (l.) und Sebastian Lopez und Sinja Lagotzki von In-Line bei der Startup-Safari in Halle
So lassen sich in Halles Start-up-Dschungel viele neue Ideen und Geschäftsmodelle entdecken, Gründer können sich mit anderen Start-ups austauschen oder mit Investoren in Kontakt kommen – hier zum Beispiel Stephan Kufner und Ruzin Aganoglu von Lab on Fiber (l.) und Sebastian Lopez und Sinja Lagotzki von In-Line. Bildrechte: MDR/Stephan Schulz
Bea Menhorn von Vesputi bei der Startup-Safari in Halle
Die Firma Vesputi entwickelt interaktive Lagepläne und hat für die Verkehrsbetriebe in Halle zum Beispiel eine Website und eine App erstellt, auf der man live verfolgen kann, wo der Bus oder die Straßenbahn gerade ist. Die Idee dazu hatte die Magdeburger Gründerin Bea Menhornsogar in Halle: "Ich stand auf dem falschen Bahnsteig und habe mich geärgert, dass ich nicht wusste, wo die Bahn ist." Bildrechte: MDR/Stephan Schulz
Robert Pleszny (l.) von Plevendo und Marcel Roth von MDR SACHSEN-ANHALT bei der Startup-Safari in Halle
Plevendos Motto ist: Plane online – lebe offline. Mit der App sollen die Nutzer einfacher und schneller ihre Freizeitaktivitäten organisieren können. Gründer Robert Kleßny erklärt die Idee: "Du brauchst jetzt keine Whatsapp-Gruppe mit 15 oder 16 Leuten, um deinen Grillabend zu organisieren oder Lasertag spielen zu gehen. Bei uns kannst du den Termin auswählen, klären, wer was mitbringt oder auch eine Freizeitaktivität buchen.“ Bildrechte: MDR/Stephan Schulz
Thomas Rinke (r.) von Spoyou im Gespräch mit  Marcel Roth von MDR SACHSEN-ANHALT von der Startup-Safari in Halle
Spoyou will Ehrenamtliche in Sportvereine entlasten erzählt Thomas Rinke: "Es kostet viel Zeit, Webseiten oder soziale Medien zu bespielen. Das wollen wir ändern." Spoyou baut ein Tool, mit dem Vereine oder auch Amateursportler ihre Internetseiten und ihre Profile in sozialen Netzwerken einfacher füllen können.

Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 18.09.2018 | 17:00 Uhr

Quelle: MDR/mp
Bildrechte: MDR/Stephan Schulz
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Die Technologie dahinter ist nicht neu: Der Fahrpreis im Taxi wird zum Beispiel auch im Spiegel angezeigt. Glancr allerdings entwickelt ein komplettes Betriebssystem und will die Spiegel in großem Stil verkaufen. Derzeit sei man mit einem Hotel und einem Wohnungsbauunternehmen in Halle im Gespräch, sagt Danker: "Das könnte seine Mieter zum Beispiel jederzeit informieren, wie hoch der Strom- oder Heizungsverbrauch ist oder wann die Müllabfuhr kommt. Oder Hotels, die anstelle des Fernsehers unseren Spiegel nutzen und dort zeigen, wann der Gast auschecken muss, was es gerade im Restaurant gibt oder wie hoch die Mini-Bar-Rechnung ist."

Spoyou will Ehrenamtliche entlasten

Auch Spoyou ist auf der Start-up-Safari. Das Start-up aus Halle ist derzeit ein Projekt des Dr. Rinke Verlags. Spoyou will Ehrenamtliche in Sportvereine entlasten, sagt Thomas Rinke: "Es kostet viel Zeit, Webseiten oder soziale Medien zu bespielen. Das wollen wir ändern."

Spoyou baut ein Tool, mit dem Vereine oder auch Amateursportler ihre Internetseiten und ihre Profile in sozialen Netzwerken einfacher füllen können. So sind die Fans zufriedener, Ehrenamtliche werden entlastet.

Freizeit planen mit einer App aus Merseburg

Besucher der Startup-Safari in Halle
Die Veranstalter der Start-up-Safari rechnen mit bis zu 400 Teilnehmern. Bildrechte: MDR/Stephan Schulz

Und auch Plevendo aus Merseburg will seine Nutzer entlasten. Plevendos Motto ist: Plane online – lebe offline. Mit der App sollen die Nutzer einfacher und schneller ihre Freizeitaktivitäten organisieren können. Gründer Robert Kleßny: "Du brauchst jetzt keine Whatsapp-Gruppe mit 15 oder 16 Leuten, um deinen Grillabend zu organisieren oder Lasertag spielen zu gehen. Bei uns kannst du den Termin auswählen, klären, wer was mitbringt oder auch eine Freizeitaktivität buchen." Von dem Veranstalter würde Plevendo dann eine Provision erhalten und sich so finanzieren.

Die App ist bereits in allen Appstores verfügbar. Freitzeitaktivitäten lassen sich bislang aber nur in Berlin buchen. "Wir suchen gerade Veranstaltungspartner in Halle, Magdeburg und Leipzig", sagt Kleßny.

34 Veranstaltungen in Halle

Auch ein Start-up aus Magdeburg ist an der Saale: Vesputi. Die Firma entwickelt interaktive Lagepläne und hat für die Verkehrsbetriebe in Halle zum Beispiel eine Website und eine App gemacht, auf der man live verfolgen kann, wo der Bus oder die Straßenbahn gerade ist. Die Idee dazu hatte die Magdeburger Gründerin sogar in Halle: "Ich stand auf dem falschen Bahnsteig und habe mich geärgert, dass ich nicht wusste, wo die Bahn ist", sagt Bea Menhorn.

An zwei Tagen haben die Start-up-Safari-Organisatoren 34 Veranstaltungen an verschiedenen Orten auf die Beine gestellt. Allerdings müssen sich die Teilnehmer für einen "Track" entscheiden: Zum Beispiel zwischen e-Commerce & Sales, Biotech & Medtech, Gaming & Media, Foodtech & Sustainibility. So lassen sich in Halles Start-up-Dschungel viele neue Ideen und Geschäftsmodelle entdecken. Gründer können sich mit anderen Start-ups austauschen oder mit Investoren in Kontakt kommen. Für Mittwoch hat sich Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingmann angekündigt.

Marcel Roth
Bildrechte: MDR/Jörn Rettig

Über den Autor Marcel Roth arbeitet seit 2008 als Redakteur und Reporter bei MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir. Nach seinem Abitur hat der gebürtige Magdeburger Zivildienst im Behindertenwohnheim gemacht, in Bochum studiert, in England unterrichtet und in München die Deutsche Journalistenschule absolviert. Anschließend arbeitete er für den Westdeutschen Rundfunk in Köln.

Bei MDR SACHSEN-ANHALT berichtet er über Sprachassistenten und Virtual Reality, über Künstliche Intelligenz, Breitbandausbau, Fake News und IT-Angriffe. Außerdem ist er Gastgeber des MDR SACHSEN-ANHALT-Podcasts "Digital leben".

Quelle: MDR/mh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 18. September 2018 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. September 2018, 17:44 Uhr

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1 Kommentar

20.09.2018 17:31 Thomas Rinke 1

Hallo liebes MDR-Team. Ich bin Thomas von Spoyou. Da wir derzeit ein gefördertes Projekt des Rinke Media Verlages sind, ist es wichtig, dass aufgrund der Förderrichtlinien auch so darzustellen. Bitte korrigiert die entsprechende Stelle, wir sind ein Projekt des Rinke Verlages. Sonst bekommen wir Ärger ;) Vielen lieben Dank.

"Auch Spoyou ist auf der Start-up-Safari. Das Start-up aus Halle ist derzeit noch ein Projekt ohne klassische Firma. "

Anmerkung MDR SACHSEN-ANHALT: Danke für den Hinweis!