Endspurt Halle vor der Stichwahl zum neuen Oberbürgermeister

Am Sonntag wird in Halle der neue Oberbürgermeister in einer Stichwahl bestimmt. Noch zwei der vormals acht Kandidaten treten gegeneinander an: der amtierende OB Bernd Wiegand (parteilos) und Hendrik Lange (Die Linke). MDR SACHSEN-ANHALT beantwortet die wichtigsten Fragen.

Ein verschlossener Wahlbrief für die Stichwahl zum Oberbürgermeister Halle
Am 27. Oktober wird in einer Stichwahl der hallesche Oberbürgermeister gewählt. Vorab konnte per Brief abgestimmt werden. Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

Wann findet die Stichwahl zum Oberbürgermeister von Halle statt?

Am 27. Oktober, zwischen 8 und 18 Uhr, sind die Wahllokale für die zweite Runde der Oberbürgermeisterwahl geöffnet. Wer seinen Wahlschein hat, kann in jedem beliebigen Wahllokal der Stadt abstimmen. Wer den Wahlschein nicht mehr hat, kann nur im eigenen Wahllokal und nach Vorlage des Personalausweises wählen gehen.

Welche Kandidaten stehen zur Wahl?

Beim ersten Wahldurchgang am 13. Oktober konnten die Hallenser zwischen acht Kandidaten wählen. Etwa 42 Prozent der wahlberechtigten Hallenser haben ihre Stimme abgegeben. Nach Auszählung der Stimmen war klar: zwei Kandidaten gehen in die Stichwahl.

Das ist zum einen Amtsinhaber Bernd Wiegand (parteilos), der 44,3 Prozent der Stimmen gewinnen hatte können. Zum anderen Hendrik Lange (Die Linke), der auch von Grünen und SPD unterstützt wird. Er kam mit 25,1 Prozent der Stimmen auf Platz zwei. Da beide Kandidaten im ersten Wahldurchgang nicht die für das Amt erforderliche absolute Mehrheit von mehr als 50 Prozent der Stimmen erreichen konnten, wurde die Stichwahl angesetzt.

Wofür stehen die beiden Kandidaten?

Der Oberbürgermeister von Halle (Saale), Bernd Wiegand (parteilos), vor Beginn der Verhandlung am Landgericht in Halle (Sachsen-Anhalt).
Bernd Wiegand Bildrechte: dpa

Bernd Wiegand ist seit 2012 Oberbürgermeister (OB) von Halle. Zu seinen Erfolgen zählt er die wirtschaftliche Entwicklung Halles, beispielsweise die Industrie-Ansiedlungen im Gewerbegebiet Starpark. Das Verhältnis zwischen Wiegand und dem halleschen Stadtrat ist angespannt, da der OB diesen nicht immer in wichtige kommunalpolitische Entscheidungen einbindet. Dafür wendet er sich mit Bürgergesprächen direkt an die Bewohner.

Wiegand stammt aus Braunschweig, hat in Verwaltungsrecht promoviert. Er war ehemals Mitglied der SPD, ist aber bereits vor etwa zehn Jahren aus der Partei ausgetreten und seither parteilos. Wiegands Wahlprogramm finden Sie hier.

Hendrik Lange ist seit 2004 Mitglied im Stadtrat Halle, seit 2006 sitzt er auch im Landtag. Er setzt sich für soziale Theme ein, etwa für bezahlbare Wohnungen und gegen Kinderarmut. Und er will eine ökologische Stadt fördern: Der öffentliche Nahverkehr solle Schritt für Schritt kostenfrei werden und bessere Radwege sollen entstehen, verspricht er in seinem Wahlprogramm. Die Altstadt solle autofrei werden.

Lange stammt aus Quedlinburg und hat Biologie studiert. Er wohnt seit 20 Jahren in Halle-Neustadt. Langes Wahlprogramm finden Sie hier.

Ich kann am 27. Oktober nicht ins Wahllokal. Kann ich trotzdem mitwählen?

Ja. Es ist möglich, bei der Stadt Halle Briefwahl zu beantragen. Das geht online – aber Achtung, nur noch bis Donnerstagabend. Die beantragten Briefwahlunterlagen müssen dann bis Freitag, 18 Uhr, persönlich im Briefwahlbüro im Marktplatz 1 abgeholt werden.

Im Briefwahlbüro ist bis Freitag, 18 Uhr, am Samstag zwischen 9 und 12 Uhr und am Wahltag selbst zwischen 8 und 15 Uhr auch noch ein Briefwahl-Antrag vor Ort möglich. Die Briefwahlunterlagen werden dann direkt im Briefwahlbüro ausgegeben. Die ausgefüllten Unterlagen können daraufhin noch bis zum Ende des Wahltags – Sonntag bis 18 Uhr  – in einen Briefkasten der Stadt eingeworfen werden. Diese Briefkästen stehen am Marktplatz 1, am Stadion 6 und am Hansering 15.

Wird es ein knappes Ergebnis zwischen den Kandidaten?

Mit den erreichten 44,3 Prozent der Stimmen lag Wiegand in der ersten Wahlrunde deutlich vor Lange (25,1 Prozent). Ein gemeinsamer Kandidat von CDU und FPD erreichte den dritten Platz, knapp hinter Lange. Hallenser, deren Kandidat es im ersten Durchgang nicht geschafft hat, könnten nun für Lange oder Wiegand stimmen. Wiegand selbst hat das OB-Amt 2012 nach einer Stichwahl erreicht, in die er als Zweitplatzierter hinter dem damaligen CDU-Kandidaten Bernhard Bönisch gegangen war.

Die Wahlbeteiligung ist bei Stichwahlen oft geringer. Auch das könnte das Ergebnis beeinflussen. Insgesamt ist eine Prognose für den Wahlausgang schwierig.

Quelle: MDR/mh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 25. Oktober 2019 | 12:00 Uhr

1 Kommentar

Dreibeiner vor 41 Wochen

Hendrik Lange sollte es schaffen - unbelastet und guter Kerl 👍 👍 👍

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