Menschen stehen auf dem Marktplatz von Halle neben Blumen und Kerzen
Hunderte Hallenser haben auf dem Marktplatz der Opfer des Anschlags gedacht. Bildrechte: dpa

Trauer und Mahnung Im Ticker: Der Tag nach dem Anschlag – alle Infos zum Nachlesen

Am Tag nach dem Terroranschlag in Halle wird über Konsequenzen beraten. Bundesinnenminister Horst Seehofer kündigte an, dass Synagogen besser geschützt werden. Auch der Kampf gegen den Rechtsterrorismus wird verstärkt. Seehofer teilte dies auf einer Pressekonferenz mit Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff und Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht in Halle mit. Alle Infos von heute im Live-Ticker.

Menschen stehen auf dem Marktplatz von Halle neben Blumen und Kerzen
Hunderte Hallenser haben auf dem Marktplatz der Opfer des Anschlags gedacht. Bildrechte: dpa

Das Wichtigste in Kürze:

17:45 Uhr | Eine Stadt trauert

Halle trauert. Einen Tag nach dem Anschlag, bei dem zwei Menschen erschossen wurden, sitzt der Schock tief. Auf dem Marktplatz haben sich am Abend hunderte Menschen versamellt und der Opfer des Anschlags gedacht. Kerzen wurden angezündet und Blumen niedergelegt.

Bilder vom Tag danach

Trauernde stehen vor dem Roten Turm auf dem Marktplatz.
Mahnwache am Mittwochabend
Trauernde haben sich vor dem Roten Turm auf dem Marktplatz von Halle versammelt.
Bildrechte: dpa
Trauernde stehen vor dem Roten Turm auf dem Marktplatz.
Mahnwache am Mittwochabend
Trauernde haben sich vor dem Roten Turm auf dem Marktplatz von Halle versammelt.
Bildrechte: dpa
Blumen und Kerzen liegen nach dem Angriff auf die Synagoge in Halle mit zwei Toten am Vortag am Geoskop auf dem Marktplatz.
Gedenken nach dem Anschlag
Kerzen und Blumen auf dem Marktplatz erinnern am Morgen nach den schlimmen Ereignissen an die Opfer.
Bildrechte: dpa
Polizeiauto parkt vor einem Wohnhaus.
Polizei durchsucht Wohnhaus des mutmaßlichen Täters
Am Donnerstag wurde das Wohnhaus des mutmaßlichen Täters von Halle in Benndorf abgesperrt und durchsucht.
Bildrechte: MDR/Matthias Strauß
Ein Mann mit einer Israel-Flagge steht vor der Synagoge, wo Blumen und Kerzen stehen und liegen.
Zentralrat der Juden erhebt schwere Vorwürfe gegen Polizei
Nach dem Angriff erhebt der Zentralrat der Juden in Deutschland schwere Vorwürfe gegen die Polizei. Die Synagoge hätte an einem Feiertag wie Jom Kippur geschützt werden müssen. 
Bildrechte: dpa
Reiner Haseloff (CDU, l-r), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Elke Büdenbender und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, besuchen den Tatort an der Synagoge.
Bundespräsident besucht Synagoge
Ministerpräsident Reiner Haseloff und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besuchen den Tatort an der Synagoge.
Bildrechte: dpa
Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, treffen sich mit Vertretern der jüdischen Gemeinde an der Synagoge.
Treffen mit jüdischer Gemeinde
Dort treffen sie sich mit Vertretern der jüdischen Gemeinde.
Bildrechte: dpa
Horst Seehofer (CSU), Bundesinnenminister, und Holger Stahlknecht (CDU), Innenminister von Sachsen-Anhalt, besuchen den Tatort an der Synagoge und treffen sich mit Vertretern der jüdischen Gemeinde.
Krisentreffen in Halle
Auch Bundesinnenminister Horst Seehofer und Holger Stahlknecht, Innenminister von Sachsen-Anhalt, besuchen am Donnerstag den Tatort.
Bildrechte: dpa
Innenminister Holger Stahlknecht (v.l.n.r.), Ministerpräsident Reiner Haseloff, Bundesinnenminister Horst Seehofer und der Oberbürgermeister von Halle Bernd Wiegand vor der Synagoge in Halle (v.l.n.r.).
Politiker gedenken der Opfer
Gemeinsam gedenken die Politiker den Opfern des Anschlags und legen Blumen am Tatort nieder.
Bildrechte: MDR/Hanno Bauer
Jonas Nietfeld mit Trauerflor
HFC trauert um erschossenen Fan
Bei dem Anschlag wurde auch ein Fan des HFC erschossen. Der Verein lief bei einem Testspiel am Donnerstag in Aue mit Trauerflor auf.
Bildrechte: imago images / Picture Point LE
Horst Seehofer (CSU), Bundesinnenminister und Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt und Holger Stahlknecht (CDU),, Innenminister von Sachsen-Anhalt, bei einer Pressekonferenz zum Stand der Ermittlungen.
Pressekonferenz zum Stand der Ermittlungen
Bundesinnenminister Horst Seehofer, Ministerpräsident Reiner Haseloff und Innenminister Holger Stahlknecht äußern aich am Donnerstagnachmittag bei einer Pressekonferenz zum Stand der Ermittlungen.
Bildrechte: dpa
Menschen stehen auf dem Marktplatz von Halle neben Blumen und Kerzen
Mahnwache am Donnerstagabend
Auf dem Marktplatz in Halle haben am Donnerstagabend hunderte Menschen der Opfer des Anschlags gedacht.
Bildrechte: dpa
Menschen stehen auf dem Marktplatz von Halle neben Blumen und Kerzen
Gedenken in Halle
Kerzen wurden angezündet und Blumen niedergelegt.
Bildrechte: dpa
Hunderte Passanten stehen auf dem Marktplatz von Halle, um den Opfern der Anschläge zu gedenken
Kerzen am Händeldenkmal
Zu der Aktion hatte der Verein Halle gegen Rechts aufgerufen. Später versammelten sich Hallenser mit Kerzen am Händeldenkmal.

Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 10. Oktober 2019 | 17:00 Uhr

Quelle: MDR/agz
Bildrechte: dpa
Alle (13) Bilder anzeigen

17:15 Uhr | Der genaue Ablauf des Anschlags am Mittwoch, 9. Oktober

Sachsen-Anhalts Innenminister Stahlknecht hat sich detailliert zum Tathergang des Anschlags in Halle geäußert. Auf der Pressekonferenz am Nachmittag stellte er ein Minutenprotokoll vor.

17:05 Uhr | Jüdische Gemeinden bekommen besseren Schutz

Die jüdischen Gemeinden haben am Donnerstag noch einmal betont, dass sie sich nicht ausreichende von der Polizei beschützt fühlen. In Magdeburg, Halle und Dessau gibt es bislang keine ständige Polizeipräsenz vor den SyRnagogen. Das soll sich nun ändern.

16:20 Uhr | Gedenken in Gröbzig, Anhalt-Bitterfeld

Bei einem Neujahrsempfang im Museum "Synagoge Gröbzig" im Landkreis Anhalt-Bitterfeld ist der Opfer gedacht worden.

Ein Verein hält in dem historischen Gebäudeensemble das jüdische Erbe mit Ausstellungen und Veranstaltungen wach und hat für den Abend zu Feiern eingeladen. Am Donnerstag beginnt nach jüdischer Zeitrechnung das neue Jahr 5780. Gäste sind ab 18 Uhr willkommen.

16:00 Uhr | Pressekonferenz: Seehofer kündigt besseren Schutz von Synagogen an

Horst Seehofer (CSU), Bundesinnenminister und Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt und Holger Stahlknecht (CDU),, Innenminister von Sachsen-Anhalt, bei einer Pressekonferenz zum Stand der Ermittlungen.
Bundesinnenminister Seehofer: "Dieses brutale Verbrechen ist eine Schande für unser ganzes Land." Bildrechte: dpa

Bundesinnenminister Horst Seehofer kündigte an, dass ab sofort die Synagogen in Sachsen-Anhalt besser geschützt würden. Das habe Ministerpräsident Haseloff und Innenminister Stahlknecht ihm zugesagt. Jüdische Einrichtungen müssten besser geschützt werden – dies werde ab sofort, nachhaltig und dauerhaft geschehen, sagte Seehofer auf der Pressekonferenz in Halle.

Dieses brutale Verbrechen ist eine Schande für unser ganzes Land

Seehofer verurteilte den Anschlag. "Dieses brutale Verbrechen gestern ist eine Schande für unser ganzes Land. Bei unserer Geschichte darf so etwas in Deutschland eigentlich nicht passieren." Schon seit längerem sei die Bedrohungslage durch Antisemitismus, Rechtsextremismus und -terrorismus in Deutschland sehr hoch. Auch die Gewaltbereitschaft und Waffenaffinität in diesen Bereichen seien sehr hoch. Neben dem islamistischen Terror sei dies "die zentrale Herausforderung für unser Land".

15:50 Uhr | Pressekonferenz: Stahlknecht bestätigt Echtheit des Täter-Videos

Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht hat auf der Pressekonferenz in Halle die Echtheit des vom Täter in Halle verbreiteten Videos bestätigt. Die Polizei sei acht Minuten nach Eingang des Notrufs an der Synagoge gewesen. Zu diesem Zeitpunkt sei der Täter bereits auf dem Weg zu einem Döner-Imbiss in der Ludwig-Wucherer-Straße gewesen, wo er eine zweite Person erschossen habe, sagte Stahlknecht. Bei dem anschließenden Schusswechsel mit der Polizei sei der Mann am Hals verletzt worden. Der Täter sei eineinhalb Stunden nach dem ersten Mord auf der Flucht nach einem Unfall auf einer Landesstraße festgenommen worden.

15:40 Uhr | Pressekonferenz: Haseloff kündigt Maßnahmen zum Schutz vor Anschlägen an

Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff, hat sich schockiert zum Anschlag auf die Synagoge in Halle mit zwei Toten und zwei Verletzten geäußert. Auf der gemeinsamen Pressekonferenz, unter anderem mit Bundesinnenminister Horst Seehofer und dem Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, betonte Haseloff, die Gesellschaft im Land werde sich durch die Tat nicht auseinanderbringen bringen lassen, sondern sie werde zusammenhalten.

Jüdisches Leben sei erwünscht in Sachsen-Anhalt. Die Gemeinden im Land müssten sicher sein, dass sie ihre Gottesdienste abhalten könnten. Sachsen-Anhalt sei ein weltoffenes Land, in dem der Respekt vor der Menschenwürde und die Religionsfreiheit als hohes Gut gelte.

Haseloff kündigte Maßnahmen zum Schutz vor Anschlägen an, äußerte sich aber nicht zu den genauen Plänen.

15:00 | Pressekonferenz zum aktuellen Ermittlungsstand

Auf einer Pressekonferenz wird über den aktuellen Ermittlungsstand informiert. Neben Sachsen-Anhalts Ministerpräsidenten Reiner Haseloff sprechen der Landesinnenminister Holger Stahlknecht, Bundesinnenminister Horst Seehofer und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Die Pressekonferenz in voller Länge:

14:40 Uhr | Generalbundesanwalt: "Was wir gestern erlebt haben, war Terror."

Der Generalbundesanwalt Peter Frank hat die Tat von Halle als Terror bezeichnet. "Was wir gestern erlebt haben, war Terror", sagte er in Karlsruhe. Der Täter habe sich zum Ziel gesetzt, in der Synagoge ein Massaker anzurichten. Auch Justizministerin Christine Lambrecht hat die Todesschüsse von Halle als "rechtsextremistischen Terroranschlag" bezeichnet. Der Schütze habe aus antisemitischen und rechtsextremistischen Gründen gehandelt.

Im Auto seien insgesamt vier Kilogramm Sprengstoff, verteilt auf zahlreiche selbst gebaute Sprengvorrichtungen, sichergestellt worden. Der Täter sehe sich selbst in Tradition anderer Attentäter, wie zum Beispiel desjenigen aus Christchurch. Er wolle andere zur Nachahmung anregen.

Laut Frank gibt es noch einige Fragen, die offen und zu klären sind. Darunter: Woher kamen die Waffen? Woher kamen die Grundstoffe, um Waffen und Sprengsätze selbst zu bauen? Gab es Mitwisser und/oder Unterstützer – eventuell auch oder nur online?

Die Bundesanwaltschaft ermittelt gegen den 27-Jährigen aus Benndorf in Mansfeld Südharz wegen zweifachen Mordes und versuchten Mordes in neun Fällen. Der mutmaßliche Täter soll noch am Donnerstag dem Haftrichter vorgeführt werden.

14:35 Uhr | Attentäter mit Schussverletzungen behandelt

Der 27-jährige Attentäter ist nach Informationen aus Sicherheitskreisen in zwei Krankenhäusern behandelt worden. Das berichtet die Deutsche Presseagentur. Er habe Schussverletzungen am Hals. Die Nacht habe er in einer Klinik in Weißenfels in Sachsen-Anhalt verbracht. Am Donnerstag sei er dann für eine Operation in eine Klinik in Halle gebracht worden.

14:30 Uhr | Attentäter hat Waffe selbst gebaut

Bei dem Angriff auf die Synagoge von Halle hat der Täter selbstgebaute Waffen benutzt. Die Waffen waren demnach nicht richtig zusammengesetzt, weswegen es Ladehemmungen gegeben habe. Es werde noch geprüft, ob sich der Täter Waffen aus dem Darknet beschafft habe.

14:25 Uhr | Bundesinnenminister Seehofer legt an Synagoge Blumen nieder

Bundesinnenminister Horst Seehofer hat kurz nach dem Besuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier an der Synagoge Blumen niedergelegt. Zusammen mit Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff, Innenminister Holger Stahlknecht und dem Oberbürgermeister von Halle Bernd Wiegand, ging er anschließend zu dem nahen Döner-Imbiss.

14:20 Uhr | Mitglieder jüdischer Gemeinden in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt gibt es laut Mitgliederstatistik der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland drei jüdische Gemeinden. In Halle hat die größte der Gemeinden mit 555 Mitgliedern (Stand 2018) ihren Sitz. Weitere Gemeinden gibt es in Magdeburg und Dessau. Insgesamt leben in Sachsen-Anhalt 1.305 Juden.

14:10 Uhr | Gemeindevorsteher: "Wir wussten nicht, ob wir lebend rauskommen."

Max Privorozki, der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Halle, hat seine Kritik an den Sicherheitsbehörden bekräftigt. Es gebe insgesamt Versäumnisse beim Schutz jüdischer Objekte in Sachsen-Anhalt, sagte er am Rande des Besuchs von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Es sei ein "großes Wunder" gewesen, dass die Eingangstür der Synagoge den Schüssen des Angreifers standgehalten habe. "Wir wussten nicht, ob wir lebend aus der Synagoge rauskommen."

13:45 Uhr | Warum der MDR das Video des Angreifers nicht vollständig zeigt

Der Attentäter von Halle hat seine Tat gefilmt und ins Internet gestellt. Fälle wie der Anschlag in Christchurch haben gezeigt, wie schwer es ist, die Verbreitung von brutalen und gewaltverherrlichenden Videos im Internet zu kontrollieren oder zu stoppen. Die MDR-Redaktionen haben sich entschieden, diese Bilder nicht ganz zu zeigen.

13:20 Uhr | Opfer von Halle sind identifiziert

Bei den Opfern des Anschlags handelt es sich um eine 40 Jahre alte Frau aus Halle und einen 20 Jahre alten Mann aus Merseburg. Das hat die Deutsche Presseagentur aus Sicherheitskreisen erfahren. Die Frau war von dem schwer bewaffneten Täter vor der Synagoge in der Humboldtstraße erschossen worden, der Mann wenig später in einem nahen Döner-Imbiss auf der Ludwig-Wucherer-Straße. Auf seiner Flucht hatte der Rechtsextremist weiter zwei Menschen verletzt. Bei ihnen soll es sich nach dpa-Informationen um ein Ehepaar handeln, das im 15 Kilometer entfernten Landsberg ein Geschäft betreibt. Die 40 Jahre alte Frau und der 41 Jahre alte Mann werden mit Schussverletzungen im Krankenhaus behandelt.

13:15 Uhr | Halle: "Es hätte jeden von uns treffen können"

Am Tag nach dem Anschlag gibt es in Halle nur ein Thema. "Es hätte jeden von uns treffen können", erzählt eine junge Frau. Ihr Kind war bei der Tagesmutter und sie konnte dort niemanden erreichen. Ihr Freund war noch kurz vor der Tat in dem Döner-Imbiss essen. Eine Reportage über Menschen, die sich die Frage nach dem Warum stellen und woher der Hass des Täters kommt.

13:05 Uhr | Bundespräsident Steinmeier: "Tag der Scham und der Schande"

Reiner Haseloff (CDU, l-r), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Elke Büdenbender und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, besuchen den Tatort an der Synagoge.
Reiner Haseloff (CDU) (v.l.nr.), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Elke Büdenbender und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, besuchen den Tatort an der Synagoge. Bildrechte: dpa

"Dieser Tag ist ein Tag der Scham und der Schande", sagt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nach dem Besuch der Synagoge. "Wer jetzt noch einen Funken Verständnis zeigt für Rechtsextremismus und Rassenhass, wer die Bereitschaft anderer fördert durch das Schüren von Hass, wer politisch motivierte Gewalt gegen Andersdenkende, Andersgläubige oder auch Repräsentanten demokratischer Institutionen, wenn ich an den Fall Walter Lübcke denke – wer das rechtfertigt, der macht sich mitschuldig."

Der Attentäter sei "offensichtlich zu allem bereit" gewesen. Die Gesellschaft müsse eine klare, entschiedene Haltung der Solidarität mit den jüdischen Mitbürgern zeigen. "Wir müssen jüdisches Leben schützen."

12:50 Uhr | Plakat gegen Antisemitismus und Hass

Anwohner der vom Anschlag betroffenen Humboldtstraße haben sich auf einem Plakat gegen Antisemitismus und Hass ausgesprochen. "Wir wollen ein Zeichen gegen das Anliegen des Täters setzen", sagte der 32-jährige Benjamin Leins am Mittwoch einem dpa-Reporter.

Die Anwohner wollten nicht zulassen, dass die Art, friedlich zusammenzuleben, wie sie in Halle praktiziert werde, durch eine solche Tat untergraben werden solle. "Der Hass ist bei vielen Leuten präsent und deswegen finden wir es wichtig, dass man auf die Schnelle ein Zeichen dagegen setzt." In einer komplizierten Gesellschaft sei die Gefahr groß, dass die Menschen die Empathie untereinander verlören.

12:35 Uhr | Neuseelands Regierungschefin fordert Vorgehen gegen Extremismus im Internet

Neuseelands Regierungschefin Jacinda Ardern hat erneut zu einem schärferen Vorgehen gegen Online-Propaganda von Extremisten aufgerufen. Ardern hatte schon nach dem Anschlag auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch mit 51 Toten den sogenannten Christchurch-Aufruf gestartet. Mit der Kampagne sollten Internetgiganten dazu bewegt werden, stärker gegen die Verbreitung extremistischen Materials vorzugehen.

Im Mai verpflichteten sich Unternehmen wie Facebook, YouTube, Twitter und Google dazu, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Der Angriff in Halle unterstreiche die Bedeutung des Christchurch-Aufrufs, sagte Ardern. Dank der Kampagne seien rasche Maßnahmen ergriffen worden, um die Verbreitung des Videos der Tat zu stoppen. Das Ziel sei jedoch, dass solches Material gar nicht erst hochgeladen werde.

Der Attentäter in Halle hatte seine Tat mit einer Helmkamera aufgenommen und sie live übertragen. Nach Angaben der Streamingplattform Twitch sahen später rund 2.200 Menschen das aufgezeichnete Video.

Vorbild war womöglich der Anschlag im neuseeländischen Christchurch: Dort hatte ein australischer Rechtsextremist im März in zwei Moscheen 51 Menschen getötet und den Anschlag in Echtzeit im Internet übertragen. In den ersten 24 Stunden nach dem Anschlag musste das Netzwerk Facebook 1,5 Millionen Kopien des Videos löschen.

12:20 Uhr | Bundespräsident Steinmeier besucht Ort des Anschlags

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat in Halle den Ort des Anschlags besucht und einen Kranz vor der Synagoge niedergelegt. Steinmeier kam in Begleitung von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff.

Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, treffen sich mit Vertretern der jüdischen Gemeinde an der Synagoge.
Ministerpräsident Haseloff und Bundespräsident Steinmeier mit Vertretern der jüdischen Gemeinde an der Synagoge in Halle. Bildrechte: dpa

12:15 Uhr | Weltweite Berichterstattung

Weltweit wird über die Anschläge berichtet. Der US-amerikanische Fernsehsender CNN hat seit Mittwoch mehrere Berichte veröffentlicht, ebenso wie der britische Sender BBC. Auch in Frankreich und Spanien haben Sender über die Angriffe berichtet worden.

12:05 Uhr | Friedensgebet in Eisleben

Die Evangelische Kirchengemeinde Eisleben lädt am Freitagabend 18 Uhr zu einem Friedensgebet in die Petrikirche ein. Hier soll den Opfern des Anschlags in Halle gedacht werden. Anschließend werden an der Alten Synagoge Kerzen angezündet.

11:55 Uhr | Ermittler wollen Haftbefehl beantragen

Die Bundesanwaltschaft will noch heute beim Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs einen Haftbefehl gegen den mutmaßlichen Attentäter von Halle beantragen. Der Mann aus der Nähe von Eisleben war am Mittwoch festgenommen worden.

11:45 Uhr | Polizei sichert Beweise

Bei den Ermittlungen nach dem Anschlag in Halle kommt die Bundesanwaltschaft voran. In der Wohnung des Täters wurden Beweise sichergestellt.

11:25 Uhr | Übersicht – Karte zu den Tatorten und Wohnungsdurchsuchung

Wo ist was passiert? Die Übersichtskarte zeigt den Ablauf der tödlichen Angriffe in Halle und den Stand der Ermittlungen der Polizei am Donnerstag.

Karte des südlichen Sachsen-Anhalts mit den Tatorten des Anschlags in Halle
Bildrechte: MDR/Manuel Mohr

11:15 Uhr | Pressekonferenz angekündigt – Identität des Täters bestätigt

Menschen gedenken vor der Synagoge der Opfer.
Vor der Synagoge in der Humboldtstraße in Halle legen Trauernde Blumen nieder. In der Nähe war ein unbeteiligte Passantin von dem Attentäter erschossen worden. Bildrechte: dpa

Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe will am Donnerstag 14:30 Uhr über die Ermittlungsergebnisse nach dem rechtsextremistisch motivierten Anschlag auf die Synagoge in Halle informieren.

Ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft bestätigte die Identität des Tatverdächtigen. Es handele sich um einen 27-jährigen deutschen Staatsangehörigen.

Das Bundesinnenministerium kündigte für 15:00 Uhr eine Pressekonferenz mit Innenminister Horst Seehofer (CSU) bei der Polizei in Halle an. Daran werden unter anderem auch Ministerpräsident Reiner Haseloff, der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland Josef Schuster, Maram Stern vom Jüdischen Weltkongress und Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht teilnehmen.

10.10., 11 Uhr | Anschlag aus Judenhass

Nach dem Anschlag auf die Synagoge in Halle ist die Wohnung des Täters in Benndorf durchsucht worden. Die Bundesanwaltschaft stellt Beweismittel sicher. Am Mittwochabend haben hunderte Menschen in Halle und in anderen Städten der Opfer gedacht. Außerdem ist ein Dokument aufgetaucht, bei dem es sich scheinbar um eine Erklärung des Angreifers handelt.

Alle Entwicklungen des Morgens hier im Ticker:

9.10. | Die jüdische Gemeinde kritisiert Sicherheitskonzept

Nach dem Angriff auf die Synagoge in Halle hat der Zentralrat der Juden in Deutschland schwere Vorwürfe gegen die Polizei erhoben. Die Synagoge hätte an einem Feiertag wie Jom Kippur geschützt werden müssen. Auch der Vorsteher der jüdischen Gemeinde in Halle kritisiert die Polizei: "Die waren zu spät vor Ort."

9.10. | #hal0910 – Anschlag auf die Synagoge in Halle

Ein 27-Jähriger aus Benndorf im Landkreis Mansfeld-Südharz hat am Mittwoch, den 9. Oktober 2019, versucht in die Synagoge in Halle einzudringen. Er erschoss zwei Menschen. Zwei weitere wurden verletzt. In der Synagoge wurde zum Zeitpunkt des Angriffs Jom Kippur, der höchste jüdische Feiertag gefeiert.

Quelle: MDR,dpa,reuters,afp/mp

Zuletzt aktualisiert: 10. Oktober 2019, 18:42 Uhr

31 Kommentare

Udo vor 8 Wochen

So, so, also sind auch all die anderen Politiker, die sich so äußern, genau wie der Täter in Halle?
Einfach mal den Verstand einschalten, Ideologie allein hilft nicht.

Udo vor 8 Wochen

Hat er denn schon Gewalt angewendet und Menschen umgebracht?
Wie irrsinnig sind denn solche Vergleiche, aber daran erkennt man das Niveau des Schreibers.

Erni01 vor 8 Wochen

Nach ausreichdem Nachrichtenkonsum in den letzten Tagen muss ich feststellen, dass eine beschädigte Holztür mehr öffentliches Interesse hervor ruft als zwei belanglose Tote, die nur zufällig nicht in die von den Medien favorisierte Opferrolle passen.

Mehr aus dem Raum Halle und Leipzig

Mehr aus Sachsen-Anhalt