Gerda aus Halle Opfer des DDR-Systems: Ins Gefängnis, weil sie vergewaltigt wurde

Sie wurde zu DDR-Zeiten vergewaltigt, wochenlang in einem berüchtigten halleschen Ärztehaus "behandelt" und dann wegen "Arbeitsscheue" ins Gefängnis gesteckt. Die 67-jährige Gerda ist heute noch in Therapie – und hofft auf Rehabilitierung.

Eine Frau gibt vor einem verfallenen gebäude ein Interview
Vor etwa 50 Jahren wurde Gerda im heute verfallenen "Ärztehaus Mitte" behandelt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Vor einigen Wochen hat sich eine Frau an MDR SACHSEN-ANHALT gewandt, die vor etwa 50 Jahren in der DDR Furchtbares erlebt hat. Ihre Geschichte spielt in Halle und ist kein Einzelfall. Trotzdem trauen sich nur wenige Frauen, offen über das zu sprechen, was ihnen passiert ist. Gerda – ihr Nachname wird weggelassen, um ihre Familie zu schützen – kam mit 18 Jahren in die berühmt-berüchtigte "Tripperburg" in Halle und gleich danach in's Gefängnis.

Ein Schild über einem Eingang mit der Aufschrift Ärztehaus Mitte
Das Ärztehaus befand sich nur wenige Meter vom Markt in Halle entfernt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wie die heute 67-Jährige MDR SACHSEN-ANHALT erzählte, war sie von einem russischen Offizier vergewaltigt worden. Ihre Aufsässigkeit danach sei einer der Gründe gewesen, warum sie erst in das hallesche Ärztehaus Mitte gebracht und dann zu einer zweijährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden war.

Hier erzählt sie ihre Geschichte:

Was ist die "Tripperburg"? Sogenannte "Tripperburgen" gab es zu DDR-Zeiten mit der Poliklinik Mitte nicht nur in Halle, sondern auch in Leipzig, Erfurt oder Berlin. Hier wurden unter anderem Frauen zwangsweise eingewiesen, die als Personen "mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern" denunziert worden waren oder deren Lebensweise anderweitig nicht DDR-konform war. Angeblich hatten sie Geschlechtskrankheiten, viele von ihnen waren jedoch vollkommen gesund und wurden erst durch die "Behandlung" krank. Die Frauen sollten in den Kliniken politisch umerzogen werden.

Quelle: MDR/lk

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 22. April 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. April 2019, 20:25 Uhr

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33 Kommentare

24.04.2019 16:51 Pattel 33

Ich sage nur , getroffene Hunde bellen oder so!

24.04.2019 15:12 Bernd L. 32

In juristischen Dingen sollte man nie auf eine Seite hören. Für mich ist die Darstellung nicht stimmig- ich habe große Zweifel am Wahrheitsgehalt. Ich kenne ähnliche Fälle, bei denen der eigentliche Grund der Verurteilungen "vergessen" wurde. Auch der MDR kennt die Wahrheit nicht.
P.S. Vielleicht könnte man den im Forum allseits bekannten Mediator zur Wahrheitsfindung heranziehen- wenn man seine Beiträge liest, denkt man, er wäre dabei gewesen.

24.04.2019 13:43 Jonny L 31

Die Diskussion in diesem Forum zeigt die große Zerrissenheit in der sich unser Land befindet.Ich möchte mir aber von niemandem erklären lassen wie die DDR funktioniert hat. Und überhaupt nicht von Leuten die allwissend sind und meinen die Deutungshoheit zu besitzen. Die belehrenden Kommentare sollte sich der Mediator verkneifen. Und übrigens- warum nennt Ihr euch nicht beim richtigen Namen?