Urbanisierung Wie die Uni Halle Städte grüner machen will

Immer mehr Menschen ziehen in Städte. Damit geht einher, dass immer mehr Flächen in der Stadt bebaut werden. Dadurch gehen Freiflächen verloren. Die Uni Halle will jetzt mit einem Projekt dagegen vorgehen.

Baumfällungen im Drackendorfer Park in Jena sorgen für Proteste bei Bürgern. Bei einer Begehung wurden die Pläne für den Umbau erläutert.
Das Projekt "RENATUR" will Freiflächen in Städten schützen. Bildrechte: MDR/Anke Preller

Die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) hat die Koordination für ein europaweites Projekt übernommen. Das Projekt heißt "RENATUR" und soll den Erhalt der stadtnahen Freiflächen fördern. Gemeinsam mit sechs weiteren Partnern aus Europa soll das Projekt die grüne Infrastruktur stärken.

Gefördert wird das Projekt von Interreg Europe mit 1,27 Millionen Euro in den nächsten vier Jahren. Die MLU erhält mit fast 380.000 Euro den größten Anteil der Fördergelder.

Was ist Interreg Europe?

Interreg ist eine Gemeinschaftsinitiative des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), welche auf die Förderung der Zusammenarbeit zwischen EU-Mitgliedstaaten und benachbarten Nicht-EU-Ländern abzielt.

Wachstum der Städte – Verlust von Freiflächen

Gebäude des Campus der Martin-Luther-Universität in Halle an der Saale.
Campus der Martin-Luther-Universität in Halle Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn

Den Anlass für "RENATUR" bildet das Wachstum der Großstädte in Europa. Wie das Institut für Geowissenschaften erklärt, geht damit ein Verlust von Freiflächen in den Städten einher, aber auch am Stadtrand, etwa durch Kläranlagen, Industriegebiete oder Einkaufscenter. Das schade der biologischen Vielfalt und der Luftqualität. Das alles verringere die Lebensqualität der Bewohner.

Grüne Infrastruktur fördern, Bewusstsein schaffen

Die Leitung für das europaweite Projekt hat Doktor Marcin Spyra vom Institut für Geowissenschaften und Geografie der MLU. Er erklärt: "Wir möchten das Bewusstsein für die vielfältige Bedeutung von stadtnahen Freiflächen für Mensch und Natur schaffen." Das Ziel sei es grüne Infrastruktur als festen Teil der Stadtplanung zu integrieren.

Im Weiteren heißt es, die Freiflächen in den Städten sollen als Naturerbe erhalten werden, der Verlust der Artenvielfalt, Zerstückelung von Ökosystemen sowie die Bodenversiegelung verringert werden. Zur Erreichung der Ziele sollen deshalb politische Akteure und Anwohner einbezogen werden. "Wir versprechen uns als Ergebnis konkrete Handlungsstrategien für die Politik", so Spyra.

Auch Sachsen-Anhalt betroffen

Auch wenn Sachsen-Anhalt auf den ersten Blick nicht so sehr von der Urbanisierung betroffen ist, sei die Entwicklung auch hierzulande spürbar, heißt es in der Projektbeschreibung. Um die Landentwicklung nachhaltig zu gestalten, sei es wichtig frühzeitig mit der Planung zu beginnen und entsprechende politische Instrumente weiterzuentwickeln.

Im November gestartet

Das Projekt ist nach Angaben des Instituts im November mit einem Kickoff-Meeting gestartet. Dabei waren die Projektpartner aus Belgien, Polen, Slowenien, Spanien, Ungarn und Deutschland. Neben Universitäten sind auch Agenturen für Landentwicklung und regionale Entscheidungsträger wie das Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr in Sachsen-Anhalt beteiligt.

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Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn

Quelle: MDR/pat

Zuletzt aktualisiert: 09. Dezember 2019, 17:11 Uhr

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