Räumungsklage stattgegeben Urteil: "Hasi" in Halle muss Gebäude räumen

Vor rund zwei Jahren haben linke Aktivisten in Halle ein jahrelang leerstehendes Gebäude besetzt und machten daraus einen alternativen Kulturtreff. Die Hallesche Wohnungsgesellschaft HWG als Eigentümerin duldete die Aktivisten – vertraglich bis Januar 2018. Räumen wollten die Betreiber des Kulturtreffs anschließend aber nicht, was in einer Klage mündete, in der am Freitag nun das Urteil fiel.

Willkommen in der Hasi steht an einer Wand geschrieben.
Seit 2016 hieß der alternative Kulturtreff in der Hafenstraße 7 Interessierte willkommen. Damit soll nun laut Gerichtsurteil schluss sein. (Archivbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das linke Kulturzentum "Hasi" muss das Haus in der halleschen Hafenstraße 7 räumen. Das hat das Landgericht Halle am Freitagmorgen entschieden. Begründet wurde das Urteil damit, dass es seit Januar keine gültige Nutzungsvereinbarung zwischen dem Hasi-Betreiberverein "Capuze" und der Halleschen Wohnungsgesellschaft (HWG) als Eigentümerin gebe.

Seit Monaten wurde in Halle um die Nutzung des Objekts gestritten. Zwölf Jahre stand das Gebäude in der Hafenstraße leer. Im Jahr 2016 hatten schließlich Aktivisten des Capuze-Vereins das Haus besetzt und dort ein alternatives Kulturzentrum eingerichtet, das unter anderem zu Lesecafés, Improtheater oder gemeinsamer Gartenarbeit einlud.

Anwohnerbeschwerden gegen "Hasi"

Während das Angebot auf große Zustimmung bei den Gästen traf, häuften sich jedoch die Beschwerden der Anwohner der sonst eher ruhigen und gut sanierten Wohngegend. Sie sahen ihre Straße als nicht geeignet für ein solches Angebot, gaben einige bereits im vergangenen Jahr zu bedenken. Auch wenn sie das Engagement der jungen Leute in der Hasi an sich begrüßten, hieß es damals. Auch befürchteten einige, dass Linksextreme dort ein- und ausgehen würden.

Die HWG als Eigentümerin des Gebäudes schloss einen Nutzungsvertrag mit den Hasi-Betreibern. Damit wurden die Hausbesetzer geduldet, solange das Haus ausschließlich für kulturelle und soziale Zwecke genutzt würde. Im Januar 2018 lief der Vertrag aus. Seit dem wurde zwischen HWG und Capuze-Verein gestritten, denn freiwillig wollten die Aktivisten das Haus nicht verlassen.

Anhänger wollen weiter kämpfen

Und daran soll offenbar auch das Urteil nichts ändern, denn schon bei der Verkündung hielten Anhänger des Projekts bei Gericht Schilder mit der Aufschrift "Hasi bleibt" hoch. In einer anschließenden Mitteilung hieß es: "Noch ist die Hasi nicht geräumt. Wir werden auf allen Ebenen für den Erhalt des Projekts kämpfen."

Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 19. Oktober 2018 | 09:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Oktober 2018, 22:41 Uhr

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22 Kommentare

21.10.2018 21:48 Benutzer 22

20.10.2018 00:47 Jens Schröder
21.10.2018 14:30 Klara Morgenrot

Falsch. Straftat ist Straftat.

das hat nichts mit Spießertum und co zu tun.

Oder würden sie beide auch so argumentieren wenn es Rechte wären?

21.10.2018 15:18 Wo ist das Lobbyregister? 21

@20.10.2018 16:13 Bastian Heibold

(Als Aktivisten bezeichnete man vor nicht allzulanger Zeit Menschen, die herausragende Arbeitsleistungen vollbrachten.)

Diese "Arbeistleistungen" waren eindeutige und in vielen Fällen inszenierte politische Manifestationen der herrschenden ideologischen Verhältnisse und sonst nichts. Der Begriff passt also auch hier perfekt.

Auch hier geht es nicht um Änderung der Herrschenden Verhältnisse, sondern um einen Verteilungskampf. Die Aktivisten behaupten ihre "kulturelle Bedeutung", um so ihren Anspruch auf Förderwürdigkeit zu begründen. Sie leben also buchstäblich von den Verhältnissen, die sie angeblich "bekämpfen".

21.10.2018 15:13 Wo ist das Lobbyregister? 20

@20.10.2018 00:47 Jens Schröder 16

(Ich finde es gut, wenn auch neben dem normalen Lebenstrott der Masse andere Lebensformen ausprobiert werden und auch ein anderes als das institutionaliserte Kulturbewusstsein gepflegt werden.)

Hier geht es bestenfalls um eine Subkultur und die Kommentare zeigen neben Ressentiments auch, dass ein Teil der Bürger das sehr wohl verstanden hat. Unter der Behauptung "Kultur" versteckt sich hier ganz anderes, dass sich wie in Pfau spreizt, um grösser und bedeutsamer zu erscheinen, als es, seinen eigenen Äußerungen zufolge, ist.

Ich sehe da keinerlei öffentlichen Förderungsbedarf. Und darauf - und schlafgestörte Anwohner - liefe ein aussenfinanzierter Weiterbetrieb hinaus. Schon garnicht nach diesen eindeutigen und infantilen Versuchen der Einschüchterung.