Wegen Schuss auf SEK-Beamten Prozess gegen mutmaßlichen Reichsbürger Ursache beendet

Im Prozess um den mutmaßlichen Reichsbürger Adrian Ursache ist am Mittwoch am Landgericht Halle das Urteil gefällt worden. Ursache wurde wegen versuchten Mordes zu sieben Jahren Haft verurteilt. Er hatte einen Polizisten durch einen Schuss verletzt.

Der ehemalige Mister Germany Adrian Ursache im Landgericht in Halle/Saale
Adrian Ursache stand am Landgericht Halle vor Gericht. (Archivfoto) Bildrechte: dpa

Nach mehr als 50 Verhandlungstagen ist am Landgericht Halle das Urteil gegen den mutmaßlichen Reichsbürger Adrian Ursache gefällt worden. Ursache wurde wegen versuchten Mordes zu sieben Jahren Haft verurteilt. Das berichtet ein Reporter von MDR SACHSEN-ANHALT aus dem Gerichtssaal. Bereits kurz nach dem Urteil kündigte die Verteidigung Revision an. Ursache bleibt jedoch in Haft.

Das Urteil hatte sich bis in die Abendstunden verschoben, weil Ursache sein Schlusswort über Stunden gezogen hatte. Darin beteuerte der 44-Jährige seine Unschuld. Dem Gericht und der Staatsanwaltschaft warf er vor, nicht fair und unabhängig zu sein.

Der ehemalige "Mister Germany" hat dem Gericht zufolge im August 2016 auf einen Polizisten geschossen. Dabei war der SEK-Beamte am Hals getroffen worden. Lediglich seine Schutzkleidung habe eine tödliche Verletzung verhindert, hieß es in der Anklage. Die Staatsanwaltschaft hatte am Dienstag auf versuchten Mord plädiert und acht Jahre Haft gefordert.

Landgericht in Halle
Der Prozess gegen Adrian Ursache am Landgericht Halle dauerte mehr als 50 Verhandlungstage. Bildrechte: MDR

Schuss auf Polizisten bei Zwangsräumung

Ursache hatte den Schuss bei einer gerichtlich angesetzten Räumung seines Grundstücks in Reuden im Burgenlandkreis abgefeuert. Die Polizei war zur Räumung des Grundstücks mit zwei Hundertschaften angerückt. Die Räumung war angesetzt worden, weil Ursache eine Schuld auf das Grundstück nicht beglichen hatte.

Ursaches Verteidiger sahen es nicht als erwiesen an, dass Ursache die Waffe bei der Räumung selbst abgefeuert habe. Das sei im Prozess auch nicht bewiesen worden, argumentierten sie. Deshalb hatte die Verteidigung in ihrem Plädoyer lediglich eine Verurteilung Ursaches wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Verstoßes gegen das Waffengesetz gefordert. Zudem hatten sie die Haftentlassung ihres Mandanten gefordert.

Prozess mehrfach verlängert

Der Prozess gegen Ursache hatte bereits im Oktober 2017 begonnen. Er war mehrfach verlängert worden. Im Prozessverlauf war Ursache vom Richter von den Verhandlungen kurzzeitig ausgeschlossen worden. Die Verteidigung hatte Befangenheitsanträge gegen den Richter gestellt.

Die Sicherheitsbehörden rechnen Ursache der sogenannten Reichsbürger-Bewegung zu. Diese sprechen dem Grundgesetz und staatlichen Behörden die Legitimität ab. Die Bewegung wird bundesweit vom Verfassungsschutz beobachtet.

Quelle: MDR/mh,ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 17. April 2019 | 21:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 17. April 2019, 21:29 Uhr

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39 Kommentare

18.04.2019 19:02 gerd 39

Kann man den Herrn Ursache nicht zu dem anderen Verrückten König Fitzek in eine Zelle sperren wird bestimmt lustig der eine macht ne Bank auf der andere nimmt da Kredit und hinterher sind beide nicht mehr da ,aber im übrigen bis vor wenigen Jahren hiess es immer es gibt unter den Reichsbürgern Rechtsextremisten das war aber nicht die Regel ,diese ist aus politischen Gründen auf einmal anders genauso eine Lüge.

18.04.2019 18:16 Sachse43 38

Das Bundesgericht kassiert diese hanebüchende Urteil sowieso!

18.04.2019 15:26 Martin. L 37

Ich bin mal gespannt was der Bundesgerichtshof dazu sagt, wenn nicht bewiesen ist das Ursache auch tatsächlich den Schuß abgegeben hat. Sollte sich das bewahrheiten gibt es mit großer Sicherheit eine Neuauflage des Prozesses. Und es wäre nicht das erste Urteil eines möglichen Reichsbürgers das vom BGH kassiert wird. Vielleicht sollte man besser ermitteln und gründlicher in der Beweisaufnahme sein und dann ein Urteil schreiben was dann auch bestand hat.