Meiste Corona-Infizierte in Sachsen-Anhalt Verstärkte Corona-Kontrollen in Halle

Die Stadt Halle will laut Oberbürgermeister Bernd Wiegand verstärkt kontrollieren, ob Hygienemaßnahmen eingehalten werden. Außerdem will die Stadt ab sofort wieder mit einer täglichen Pressekonferenz über das Infektionsgeschehen informieren.

Eine Frau trägt eine Schutzmaske und Handschuhe bei ihrem Einkauf in einem Supermarkt.
Die Stadt Halle will beispielsweise kontrollieren, ob in Supermärkten genug Desinfektionsmittel zur Verfügung stehen. Bildrechte: imago images/Eibner Europa

Die Stadt Halle will verstärkt kontrollieren, ob Hygienemaßnahmen anlässlich der Covid-19-Pandemie in der Stadt umgesetzt werden. Laut Oberbürgermeister Bernd Wiegand wird beispielsweise in Supermärkten geprüft, ob ausreichend Desinfektionsmittel für die Einkaufswagen bereitstehe. Hier habe es zuvor Hinweise von Bürgern gegeben.

Die Stadt will außerdem wieder mit einer täglichen Pressekonferenz über das Infektionsgeschehen informieren. Laut Wiegand gibt es wieder vermehrt Fragen dazu. Die Konferenz wird live online übertragen.

Halle nähert sich dem Schwellwert

Die Zahl der Corona-Infizierten ist in Halle für Sachsen-Anhalt ungewöhnlich hoch. Am Montag lag die sogenannte 7-Tages-Inzidenz bei 27,44. Das bedeutet, dass es innerhalb der letzten sieben Tage in Halle 27,44 neue Corona-Infizierte je 100.000 Einwohner gegeben hat. Vor einer Woche, am 7. Oktober, lag die 7-Tages-Inzidenz noch bei 14,14.

Was ist die 7-Tages-Inzidenz?

Der Wert der 7-Tages-Inzidenz gibt an, wie viele neue Corona-Infizierte je 100.000 Einwohner es in sieben Tagen gibt. So lässt sich nachvollziehen, wie sich das Infektionsgeschehen entwickelt. Für die 7-Tages-Inzidenz gibt es zwei Schwellenwerte. Der erste liegt bei 35, der zweite bei 50. Was passiert, wenn eine Region die Werte erreicht, entscheiden das Robert Koch-Institut und Politikerinnen und Politiker. Während der Schwellenwert von 35 eher eine Art Warnwert ist, können ab dem Wert von 50 Politikerinnen und Politiker Maßnahmen ergreifen.

Halle nähert sich damit dem ersten Schwellenwert der 7-Tages-Inzidenz von 35. Sollte die 7-Tages-Inzidenz in Halle auf über 50 steigen, würde Halle laut Robert-Koch-Institut zu einem sogenannten „Gebiet mit erhöhtem Infektionsrisiko“ werden.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hatte am Dienstag auch mit Blick auf die steigenden Infiziertenzahlen in Halle deutlich gemacht, dass Sachsen-Anhalt das Virus im Griff habe. Die aktuellen Fälle sind identifzierbar und einer Infektionskette zuordbar. Viele der Fälle seien schon vor dem positiven Testergebnis in Quarantäne gewesen.

Quelle: MDR/aso

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 14. Oktober 2020 | 05:00 Uhr

1 Kommentar

Grosser Klaus vor 1 Wochen

Die Menschen werden nun schon seit Monaten unter subtilem Dauerstress gehalten. Die Möglichkeiten, eine Auszeit zu nehmen und Abwechslung zu erleben werden Schritt für Schritt beschnitten. Im Sommer waren Auslandsurlaube unerwünscht, nun werden sogar die innerdeutschen Reisen eingeschränkt. Warum erkennen die Politiker nicht, dass sie mit diesen Maßnahmen der psychischen Gesundheit breitester Bevölkerungsschichten nachhaltig schaden? Zu all den Maßnahmen kommen dann noch pessimistische und vollkommen perspektivlose Aussagen und Androhungen von weiteren Maßnahmen. Wenn die Politiker Gesundheitsvorsorge ernst nehmen würden, sollten sie auch dafür sorgen, dass die Stimmung und Befindlichkeit der Bevölkerung nicht vollkommen kippt. Denn eine erschöpfte Bevölkerung wird auch weniger widerstandsfähig gegen den Virus sein.

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