Warnstreiks im Öffentlichen Dienst Hunderte demonstrieren in Halle und Magdeburg

Kurz vor der dritten Tarifverhandlungsrunde für die kommunalen Angestellten erhöht die GEW Sachsen-Anhalt den Druck: In Halle, Dessau und Magdeburg gibt es am Mittwoch ganztägige Warnstreiks.

In vielen Orten in Sachsen-Anhalt haben Beschäftigte des öffentlichen Dienstes am Mittwoch gestreikt. In Magdeburg nahmen rund 250 an einer Demonstration teil. Gemeinsam mit Gewerkschaftsvertretern versammelten sie sich auf dem Alten Markt. In Halle kamen bei einer gemeinsamen Kundgebung der Gewerkschaften Verdi sowie Erziehung und Wissenschaft (GEW) etwa 300 Menschen zusammen. In beiden Städten blieben unter anderem mehrere Kitas geschlossen.

Auch in anderen Städten beteiligten sich Menschen an dem Ausstand, etwa in Dessau-Roßlau oder in Weißenfels. In Halberstadt wird beim Stadt- und Landschaftspflegebetrieb gestreikt. Auch Zivilbeschäftigte der Bundeswehrstandorte in Klietz und Burg haben die Arbeit niedergelegt. Deutschlandweit wollten am Mittwoch Zehntausende Beschäftigte streiken.

Gewerkschaften fordern 4,8 Prozent mehr Lohn

Die Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber haben für die bundesweit rund 2,5 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes insgesamt 3,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt in drei Jahresstufen angeboten. Die GEW fordert bei einer einjährigen Laufzeit ein Lohn- und Gehaltsplus von 4,8 Prozent, mindestens aber 150 Euro mehr im Monat für Erzieherinnen und Erzieher, Busfahrende, Müllwerker, Rathausmitarbeitende und andere Angestellte.

Deswegen hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft die Warnstreiks im öffentlichen Dienst auch verteidigt. GEW-Landeschefin Eva Gerth sagte MDR SACHSEN-ANHALT, die Warnstreiks kämen zu diesem Zeitpunkt, weil es jetzt auf das schlechte Angebot der Arbeitgeber zu reagieren gelte. Außerdem soll die Wochenarbeitszeit von Erzieherinnnen und Erziehern im Osten auf 39 Wochenstunden reduziert werden, fordert die GEW. In den westlichen Bundesländern gilt diese Regelung seit Jahrzehnten. Am Donnerstag und Freitag soll weiter verhandelt werden.

Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 21. Oktober 2020 | 12:00 Uhr

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