Ein Mann steht am Einde der Ausbaustrecke ienr Autobahn
Hier sollten schon seit 2005 Autos fahren. Laut neuer Planung könnte es 20 Jahre später wirklich soweit sein. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Eilantrag gegen A143 abgewiesen Kein Verbot für Weiterbau der Westumfahrung Halle

Seit elf Jahren gilt für die Autobahn 143 westlich von Halle ein Baustopp. Der ursprüngliche Bauplan wurde für rechtswidrig erklärt, mehrfach überarbeitet. Nach erneuten Klagen kann es nun aber laut Landesverwaltungsamt weitergehen.

Ein Mann steht am Einde der Ausbaustrecke ienr Autobahn
Hier sollten schon seit 2005 Autos fahren. Laut neuer Planung könnte es 20 Jahre später wirklich soweit sein. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Autobahn 143 im Westen von Halle kann weitergebaut werden. Das teilte das Landesverwaltungsamt mit. Es verwies dabei auf eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig. Das hatte jetzt den Eilantrag eines Unternehmens gegen die Baugenehmigung abgelehnt. Das Unternehmen aus dem Saalekreis wollte laut Behördenangaben den Weiterbau verhindern, weil ihm Grundstücke auf dem geplanten Verlauf der Westumfahrung gehören.

Nun könnten die vorbereitenden Maßnahmen für den Weiterbau der A143 beginnen. Die geplante Westumfahrung Halle auf der A143 soll die Lücke zwischen der A14 und der A38 schließen. Zudem soll der Autobahnring Halle vom Durchgangsverkehr entlasten und bei Vollsperrungen als Alternativroute dienen.

Planung begann vor 20 Jahren

Grafische Darstellung der geplanten Streckenführung der A143.
Noch hat die sogenannte mitteldeutsche Schleife eine Lücke  – die Westumfahrung Halles. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Planung hierfür begann bereits vor 20 Jahren. Doch seit etwa elf Jahren gilt ein Baustopp, weshalb die Umfahrung bislang  auf halber Strecke an der B80 bei Bennstedt endet. Der alte Bauplan wurde für rechtswidrig erklärt, nachdem Umweltschützer dagegen geklagt hatten.

Die Naturschützer hatten 2007 erfolgreich  vor dem Bundesverwaltungsgericht gegen den Autobahnbau geklagt, da die Autobahn durch ein Naturschutzgebiet führen soll, in dem sehr seltener Rasen wächst – der sogenannte Magerrasen. Zudem zweifelten sie an, dass die A143 überhaupt nötig sei.

Pläne wurden überarbeitet

Die Naturschützer hatten damit erreicht, dass die Pläne für den Autobahnbau vom Land erneut überarbeitet wurden. Seit dem Frühjahr 2018 lagen die veränderten Planungen vor und wurden auch von der Landesverwaltung genehmigt. Der Umweltschutzverband BUND hatte angekündigt, auf erneute Klagen zu verzichten.

Ursprünglich sollte die Strecke bereits seit 2005 fertig sein. Wie es zuletzt von der zuständigen Baugesellschaft hieß, ist nun Ende 2019 mit dem Beginn des Weiterbaus zu rechnen. Die Bauzeit selbst soll den Angaben nach fünf bis sechs Jahre betragen. Die Kosten werden derzeit auf 350 Millionen Euro beziffert, 2009 ging man noch von knapp 240 Millionen Euro aus.

Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 06. Juli 2018 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Juli 2018, 11:27 Uhr

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6 Kommentare

06.07.2018 13:34 mattotaupa 6

@#1: warum sollen die folgekosten eines rechtswidrigen planes und der 11-jährigen neuplanung von dritten übernommen werden?

06.07.2018 13:04 esSKaa 5

#1: Herr Möller, Spitzenlogik! Der Beklagte legt einen techtswidrigen Plan vor, der glücklicherweise einkassiert wurde, und für einen rechtskonformen Plan soll der Kläger zahlen, der von Anfang an im Recht war. Super Logik, Herr Möller!

06.07.2018 12:03 Na so was 4

Ich nehme mal an, dass wird der Bau eines der kürzesten Teilabschnitte (13 Km) einer Autobahn im Verhältnis zur Bauzeit. Planung begann 1998, seit 2007 ist Baustopp verhängt, jetzt Ende 2019 soll es weitergehen. Ist denn das bereits fertige Teilstück noch übergebensreif oder müssen Nachbesserungen vorgenommen werden? 2005 sollte der Bau einmal in Betrieb gehen, jetzt vermeidet man tunlichst, den denn genauen Termin der Fertigstellung festzulegen. So fünf bis sechs Jahre werden noch vergehen, sagen die Verantwortlichen. Mein Tipp: Ende 2030, und die Kosten werden dann auf das Doppelte des ursprünglichen gestiegen sein. "Wetten dass, ..." Auf jeden Fall ist dieses Stück Autobahn ein ernsthafter Gegner des Autobahnbaus Leipzig - Halle, der sollte 2006 zur Fußball-Weltmeisterschaft fertig sein. Und es wird immer noch gebaut. ... Still ruht der See.