Rauhfuss-Kauz (Aegolius funereus), sitzt im Wald auf einem toten Ast.
Der Kadaver des verstorbenen Vogels war am Friedrich-Loeffler-Institut untersucht worden. (Symbolbild) Bildrechte: imago/blickwinkel

Erstmals in Deutschland Zoo-Käuzchen mit gefährlichem Virus infiziert

Bei einem toten Vogel aus dem Bergzoo Halle ist das gefährliche West-Nil-Virus nachgewiesen worden. Es ist der erste Fall in Deutschland. Der Erreger des West-Nil-Fiebers kann auch für den Menschen gefährlich sein. Der Zoo sieht dennoch keinen Grund zur Panik.

Rauhfuss-Kauz (Aegolius funereus), sitzt im Wald auf einem toten Ast.
Der Kadaver des verstorbenen Vogels war am Friedrich-Loeffler-Institut untersucht worden. (Symbolbild) Bildrechte: imago/blickwinkel

Es ist der erste Fall in Deutschland: Bei einem toten Vogel aus dem Bergzoo Halle ist das West-Nil-Virus nachgewiesen worden. Darüber haben am Mittwochnachmittag der Zoo und das Friedrich-Loeffler-Institut informiert. Demnach wurde der Erreger des West-Nil-Fiebers bei einem Bartkauz entdeckt, der Mitte August tot in seiner Voliere gefunden worden war. Der Vogelkadaver war laut Angaben am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) untersucht worden.

Auf Menschen übertragbar

Das Virus wird meist von Vögeln übertragen. Auch eine Übertragung auf Pferde oder den Menschen ist möglich – zum Beispiel durch einen Mückenstich. Beim Menschen verläuft eine WNV-Infektion laut FLI in etwa 80 Prozent der Fälle symptomlos. Bei den meisten übrigen Fällen würden leichte, grippeähnliche Krankheitssymptome auftreten. Bei einem Prozent käme es allerdings zu einem Krankheitsverlauf mit hohem Fieber, der zu Hirnschädigungen führen könne.

Laut Zoo besteht aber kein Grund zur Panik. Zoodirektor Dennis Müller sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Besondere Gefährdung besteht nach unserer Kenntnis nicht." Das Veterinäramt sei informiert, Quarantäne sei nicht verhängt worden. Der Zoodirektor wies darauf hin, dass es nicht mit dem Ausbruch beispielsweise der Vogelgrippe zu vergleichen sei. "Wir werden auch am Donnerstag geöffnet haben", so Müller. Es seien nicht einmal Teilabsperrungen nötig.

Herkunft noch unklar

Wie der Erreger nach Halle gelangte, ist derzeit nicht bekannt. Detaillierte Untersuchungen sollen nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts Aufschluss darüber geben. Geprüft werde auch, ob blutsaugende Stechmücken in der Umgebung das Virus in sich tragen.

Quelle: MDR,dpa/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 29. August 2018 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 29. August 2018, 17:12 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.