Tierische Geschichten Liebesdrama bei den Totenkopfäffchen

MDR SACHSEN-ANHALT erzählt regelmäßig tierische Geschichten aus dem Bergzoo Halle und dem Magdeburger Zoo. Dieses Mal sind wir zu Besuch im Affengehege des Bergzoos Halle. Hier gibt es ein wahres Liebesdrama bei den Totenkopfäffchen.

Drei Totenkopfaffen sitzen auf einer Plattform im Affengehege im Bergzoo Halle
Traute Zweisamkeit? Bei den Totenkopfäffchen im Bergzoo herrschen raue Sitten. Bildrechte: MDR/Andreas Manke

Im halleschen Bergzoo hängt der Haussegen schief. 25 Totenkopfaffen-Damen im Alter von 12 Monaten bis 24 Jahren haben nun auch noch ihren letzten Mann rausgeworfen. Sven Zeidler, Bereichsleiter im Regenwaldrevier des Zoos, erklärt das Liebesdrama: "In diesem Jahr haben sich unsere Mädels entschieden, sich zwar zu paaren, aber sie wollten keinen Mann in der Gruppe behalten." Systematisch hätten sie angefangen zu zeigen, welche Männer sie nicht mögen. "Da sind die Mädels nicht zimperlich."

Die vier Männchen, die eigens für die Paarung aus der Slowakei geholt wurden, versuchten sich in der Anlage zu verstecken – egal ob auf einem Baum, einer Plattform oder Höhle – geholfen hat es ihnen nichts. Die Tierpfleger mussten die Affen aus dem Gehege entfernen, damit es nicht zu Unfällen kommt.

"Da sind die Mädels nicht zimperlich"

Ein Totenkopfaffe sitzt auf einer Stange im Affengehege im Bergzoo Halle
Im Regenwaldrevier des halleschen Bergzoos hängt der Haussegen schief – und das Geschrei ist riesengroß. Bildrechte: MDR/Andreas Manke
Ein Totenkopfaffe sitzt auf einer Stange im Affengehege im Bergzoo Halle
Im Regenwaldrevier des halleschen Bergzoos hängt der Haussegen schief – und das Geschrei ist riesengroß. Bildrechte: MDR/Andreas Manke
Ein Totenkopfaffe klettert über eine Brücke im Bergzoo Halle
Dort haben die 25 Totenkopfaffen-Damen nun auch noch ihren letzten Mann rausgeworfen. Bildrechte: MDR/Andreas Manke
Zwei Totenkopfaffen sitzen auf einer Plattform im Affengehege im Bergzoo Halle
Dabei standen ihnen gleich vier zur Verfügung. Doch die Affen-Damen wollten mit keinem der Jungs für längere Zeit zusammenleben, sagt Zoomitarbeiter Sven Zeidler. Bildrechte: MDR/Andreas Manke
Drei Totenkopfaffen sitzen auf einer Plattform im Affengehege im Bergzoo Halle
Und so wurden die Kerle nach der Begattung einfach abserviert. Bildrechte: MDR/Andreas Manke
Drei Totenkopfaffen sitzen auf einer Plattform im Affengehege im Bergzoo Halle
Für die Männer bedeutet das: Kopf runter und so lange im Gehege verstecken, bis die Pfleger sie aus der Gruppe holen. Bildrechte: MDR/Andreas Manke
Ein Totenkopfaffe sitzt auf einer Plattform im Affengehege im Bergzoo Halle
Jetzt müssen sie zurück in die Slowakei. Bildrechte: MDR/Andreas Manke
Ein Totenkopfaffe sitzt auf einer Stange im Affengehege im Bergzoo Halle
Nachwuchs wird es im Affenhaus vom Bergzoo Halle trotzdem geben. Bildrechte: MDR/Andreas Manke
Ein Totenkopfaffe sitzt in einem Baum im Bergzoo Halle
Bis zu 21 winzige Totenkopfaffenbabys könnten Ende dieses Jahres im Bergzoo Halle zur Welt kommen.

Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 25. August 2018 | 08:10 Uhr

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Bis zu 21 winzige Totenkopfäffchen-Babys

Jetzt muss die Männergruppe wieder zurück in die Slowakei gebracht werden. Als sogenannte Zuchtgruppe kommt sie im Bergzoo Halle nicht mehr in Frage, so Zeidler.

Aber eines steht schon fest: "Alle Mädels sind jetzt gedeckt. Wir können Nachwuchs erwarten." Ab Beginn der Geburtssaison im November könnten bis zu 21 winzige Totenkopfäffchen-Babys im Bergzoo herumspringen.

Totenkopfaffen Totenkopfaffen werden 25 bis 35 Zentimer groß, bis zu einem Kilo schwer und leben im Durchschnitt 15 bis 20 Jahre. Im Bergzoo Halle kann man die Affen auch außerhalb ihrer Anlage beobachten, da sie immer wieder zu ihrem Gehege zurückkehren.

Quelle: Bergzoo Halle

Warum die Totenkopfaffen in diesem Jahr so wählerisch waren, ist nicht bekannt. Zeidler sagte: "Ich weiß auch nicht, auf was die Mädels stehen. Wir geben denen die Auswahl und sie entscheiden das. Das ist wie bei uns Menschen auch."

Zoo-Mitarbeiterin Karoline Albig erklärt, wie es nun weitergeht und hofft, dass es bald einen festen Mann für die wählerischen Affendamen gibt. "Wir versuchen natürlich, neue Männer zu bekommen. Das heißt, wir stellen eine Anfrage bei einer Person, die für alle Totenkopfaffen in Europa zuständig ist und das sogenannte Zuchtbuch führt. Der guckt dann, wo welche verfügbar sind."

Für die Zukunft wäre es schön, wieder einen festen Mann in der Gruppe haben, so Albig.

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 25. August 2018 | 08:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 25. August 2018, 14:36 Uhr

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