Erdgas Sportpark
Der Erdgas Sportpark ist das Stadion des Halleschen FC. Bildrechte: IMAGO

Einigung im Stadionstreit HFC soll mehr Miete zahlen

Im Stadionstreit von Halle haben sich Kommunalaufsicht und Stadt geeinigt. Der Hallesche FC muss mehr Miete zahlen, weiß aber noch nichts von seinem "Glück". Bevor der Deal endgültig zustande kommt, gibt es noch eine Hürde.

von Oliver Leiste, MDR SACHSEN-ANHALT

Erdgas Sportpark
Der Erdgas Sportpark ist das Stadion des Halleschen FC. Bildrechte: IMAGO

Der Streit zwischen Landesverwaltungsamt und der Stadt Halle über den Erdgas Sportpark in der Saalestadt ist beigelegt. Beide Seiten einigten sich, dass der Hallesche FC als Hauptmieter des Fußball-Stadions künftig mehr Miete zahlen soll. Statt circa 240.000 Euro pro Jahr, inklusive der Nebenkosten, sollen künftig etwa 340.000 Euro fällig werden. Das bestätigte Denise Vopel, Sprecherin des Landesverwaltungsamtes MDR SACHSEN-ANHALT.

Zuvor hatte die Kommunalaufsicht mehrfach moniert, dass der HFC keine marktübliche Miete bezahlen würde. Das sei eine versteckte Subvention, hieß es damals. Als Vergleich wurden die Stadien in Magdeburg oder Erfurt genannt. Die Vereine beider Städte spielen wie der HFC in der 3. Liga – und zahlen deutlich mehr Miete als der HFC. Vor gut einem Jahr eskalierte der Streit dann. Innenminister Holger Stahlknecht drohte der Stadt Halle, den jährlichen Zuschuss für den Stadionbetrieb streichen zu lassen. Die Stadt zahlt jährlich 870.000 Euro, um ihr Stadion, das hauptsächlich vom HFC genutzt wird, zu unterhalten.

Monatelange Prüfung

Nach Angaben von Sprecherin Vopel machte das Landesverwaltungsamt in der Folge einen Lösungsvorschlag. Dieser wurde vom Innenministerium sowie von der Stadt monatelang geprüft. Beide stimmten schließlich zu. "Die Stadt Halle hat zugesichert, entsprechende Verträge mit dem Halleschen FC schnellstmöglich zu ändern", sagte Vopel. Eine Hürde muss also noch gemeistert werden.

Der HFC als Betroffener dieser Einigung weiß indes noch nicht von seinem "Glück". Pressesprecher Lars Töffling sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Ich habe davon gelesen, aber eine offizielle Information liegt uns noch nicht vor." In der Vergangenheit verwies der Verein stets auf den bestehenden Mietvertrag. Dieser müsste nun nach den Vorgaben des Landesverwaltungsamtes angepasst werden.

Mieterhöhung zur Unzeit

Für den Verein kommt die angekündigte Mieterhöhung zur Unzeit. Die Verantwortlichen mussten zuletzt eine Deckungslücke beim aktuellen Etat einräumen. Derzeit laufen Gespräche mit Sponsoren um dieses Loch bis zum anstehenden Lizensierungsverfahren zu schließen. Auch die Stadt muss dem Verein womöglich unter die Arme greifen. Oberbürgermeister Wiegand hat sich deshalb schon vorsorglich mit den Fraktionen des Stadtrates beraten. Ob die beschlossene Mieterhöhung zeitnah wirklich vom Verein gezahlt werden kann, ist deshalb zumindest noch sehr fraglich.

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Quelle: MDR/olei

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 12. Januar 2018 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Januar 2018, 13:51 Uhr

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17 Kommentare

14.01.2018 12:05 Südsachse 17

Nun ja denke mal geht schon in Ordnung mit der Mehrbelastung für das Stadion ,
es hält wenigstens und fällt nicht gleich beim springen auseinander ...

13.01.2018 21:15 Meuselwitz 16

Ich drücke allen Ostmannschaften den Daumen für den Klassenerhalt:
Jena
Chemnitz
Halle
Zwickau
Erfurt
Rostock
Magdeburg
Aue
Dresden

13.01.2018 19:32 Sportfreund 15

13.01.201814:12 saihtam
Mit etwas Intelligenz bekommt man das ganz allein raus. Viel Spaß in der Insolvenz des ganz kleinen HFC.