Park statt Parkplatz Bernburger Bürgerinitiative setzt sich durch

Am Bahnhofspark in Bernburg werden keine neuen Parkplätze entstehen. Der Stadtrat hob einen früheren Beschluss auf. Er reagierte damit auf ein Bürgerbegehren, das Unterschriften gegen die Parkplätze gesammelt hatte.

Der Stadtrat in Bernburg hat einen Beschluss zur Parkplatzerweiterung am Bahnhof aufgehoben. Ursprünglich hatten die Räte Mitte Juni entschieden, den Parkplatz zu vergrößern und in den Bahnhofspark auszuweiten. Der Rat reagierte in seiner Sitzung am Mittwoch auf den Widerstand von Einwohnern, die in einem Bürgerbegehren mit Unterschriften gegen den gewerblichen "Parkplatz Bahnhofsgarten" mobil gemacht hatten.

Nach Angaben der Initiative Pro Bernburg wurden rund 4.000 Stimmen für den Erhalt des Bernburger Bahnhofparks gesammelt und Anfang September im Rathaus abgegeben. Pro Bernburg wird von dem Grünen-Stadtratsabgeordneten Erich Buhmann vertreten und versteht sich als parteiübergreifende Initiative.

Die Initiative kritisierte, dass nach dem Parkraumkonzept der Stadt eigentlich genügend Stellfläche für Autos zur Verfügung stehen würden. Demnach wurden etwa 3.500 Stellplätze in der Bergstadt und 1.900 Stellplätze in der Talstadt öffentlich und privat ausgewiesen. "Für die Schaffung zusätzlicher großflächiger Parkierungseinrichtungen besteht aktuell kein Bedarf", heißt es in dem Konzept.

Entwurf zur Erweiterung des Parkplatzes 'Bahnhofsgarten' durch die Bernburger Freizeit GmbH
Der Entwurf zur Erweiterung des Parkplatzes "Bahnhofsgarten" durch die Bernburger Freizeit GmbH Bildrechte: Stadt Bernburg

Außerdem gehe eine Grünfläche verloren, die als Teil des Bahnhofes unter Denkmalschutz steht. Das ergab eine Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen.

Kein Platz für Berufspendler

Die Befürworter des Parkplatzes argumentieren jedoch, dass in dem Parkraumkonzept Tages-, Wochen- oder Monatsstellflächen für Berufspendler nicht berücksichtigt würden. Außerdem kam bei der Stadtratssitzung am 22. Juni zur Sprache, dass ein "maroder Park" und "Drogenumschlagsplatz" durch "einen Parkplatz kultiviert" werden könne.

Betrieben werden sollte der Parkplatz mit etwa 50 Stellflächen durch die stadteigene Bernburger Freizeit GmbH. Nun diskutiert der Stadtrat Alternativen zu Bebauung des Bahnhofgartens. Dazu zählen ein dreigeschossiges Parkhaus, wie von dem CDU-Abgeordneten Jens Kramersmeyer vorgeschlagen, oder ein Parkplatz mit bis zu 70 Stellplätzen neben dem Rheineplatz auf dem Gelände des ehemaligen Makarenko-Hauses.

Frühestens Ende des Jahres soll im Stadtrat Bernburg darüber entschieden werden.

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Quelle: MDR/mp

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 19. Oktober 2017 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Oktober 2017, 13:47 Uhr

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