Ausstand an Schulen Lehrer streiken im Süden Sachsen-Anhalts

Im Süden Sachsen-Anhalts haben am Mittwochvormittag viele Lehrkräfte gestreikt. Betroffen waren öffentliche Schulen im Burgenlandkreis, Saalekreis, Landkreis Mansfeld-Südharz und in Halle. Die Gewerkschaften fordern sechs Prozent mehr Lohn, mindestens aber 200 Euro mehr im Monat. Rund 700 kamen zu einer Kundgebung auf dem Markt in Halle.

Menschen demonstrieren auf dem Markt in Halle
In Halle kamen hunderte Lehrer auf den Markt, um für mehr Lohn zu demonstrieren. Bildrechte: Stefan Bringezu

In vielen Schulen im Süden Sachsen-Anhalts blieben am Mittwochmorgen die Klassenräume leer. Hunderte Lehrer öffentlicher Schulen im Burgenlandkreis, Saalekreis, Landkreis Mansfeld-Südharz und in Halle traten in den Ausstand. Wie MDR SACHSEN-ANHALT vom Bildungsministerium erfuhr, wird erst im Laufe des Nachmittags klar sein, wie viele Unterrichtsstunden genau ausfielen.

Gleiche Arbeit für bis zu 900 Euro weniger

Am Morgen hatte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft auf dem Hallmarkt in Halle zu einer Kundgebung aufgerufen. Die Lehrkräfte fordern ein Lohnplus von sechs Prozent, mindestens aber 200 Euro. Für Sachsen-Anhalt wären das zusätzliche Kosten von etwa 170 Millionen Euro. Etwa 700 Menschen kamen, um sich für eine Gleichbehandlung mit ihren verbeamteten Kollegen stark zu machen.

Für die gleiche Arbeit bekommen angestellte Lehrer laut GEW monatlich bis zu 900 Euro weniger als verbeamtete. Das gilt vor allem für Grundschullehrer.

Betreuung der Schüler gesichert

Klasse
Kein Unterricht, weil die Lehrer streiken. Bildrechte: Colourbox

Die Betreuung der Schüler ist aber auf jeden Fall gewährleistet, da verbeamtete Lehrer nicht streiken dürfen. Ein Reporter von MDR SACHSEN-ANHALT beschrieb die Situation am Morgen an Sachsen-Anhalts größter Grundschule am Neumarkt in Halle als entspannt.

Am Donnerstag werden dann Lehrer aus dem Osten von Sachsen-Anhalt streiken – aus Dessau-Roßlau und den Kreisen Wittenberg sowie Anhalt-Bitterfeld. Im Norden Sachsen-Anhalts soll es in der nächsten Woche Warnstreiks geben. Das teilte die GEW MDR SACHSEN-ANHALT am Mittwoch mit. Auch dort soll der Ausstand an insgesamt zwei Tagen stattfinden.

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Die meisten offenen Stellen für Lehrer gibt es an Sekundarschulen. Bildrechte: IMAGO
Grundschüler in einem Klassenzimmer
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Quelle: MDR/kl

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 20. Februar 2019 | 08:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. Februar 2019, 20:28 Uhr

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6 Kommentare

21.02.2019 00:38 Felix 6

1. Es nahmen auch HochschulmitarbeiterInnen in der Veranstaltung teil.
2. Der Sparkurs des Landes Sachsen-Anhalt trägt selbst zum Unterrichtsausfall bei. Es darf vermutet werden, dass der Ausfall wegen Streik die Zahlen nur unwesentlich beeinflusst.
3. Wird weiter gespart, so verschlechtert sich die Qualität der öffentlichen Dienstleistungen. Ich habe überlegt, ob ich überhaupt teilnehmen sollte oder einfach private Ersatzleistungen aufbauen sollte, die mir dann durch öffentliche Träger und unzufriedene Nutzer öffentlicher Leistungen abgekauft werden. Insofern war die heutige Kundgebung nur eine freundliche Erinnerung. Verlierer weiterer Einsparungen werde ich in keinem Fall sein. Es darf jeder selbst in sich gehen, ob er/sie gern U.S. Verhältnisse möchte.

20.02.2019 17:25 Paule 5

Die Bemerkung des MDR zu 3. Möwe sind wieder große Klasse. Bitte stellt einmal mitdenkende Leute ein. Es dürfte jeden Menschen klar sein, dass ein höher qualifizierter bzw. platzierter Mensch im Regelfall mehr verdient als sein Untergebener. Die Bemerkung des MDR ist also unter Ulk abzubuchen.

20.02.2019 14:56 frank d 4

Also dafür, dass die uns regierenden schon immer betonen das Bildung enorm wichtig ist, haben sie bisher all das mehr Geld irgendwo vertändelt. Nun wollen alle mehr Lehrer die es aber nicht gibt. Das was an den Schulen im Lande so abgeliefert wird, da sollten sich aber die bildungsschaffenden auch mal an ihre eigene Nase fassen, Als Beteiligter bin ich geflohen vor all dem Elend, wer kann setzt seinen Nachwuchs nicht diesem Notstand aus. Gelungene Gesamtleistung der Bildungspolitiker*innen der letzten Jahre. sapere aude