Mögliche Konkurrenz zu Magdeburg Halle will "Kulturhauptstadt Europas" werden

Seit Jahren arbeitet Magdeburg darauf hin, sich als Kulturhauptstadt Europas für das Jahr 2025 zu bewerben. Nun kündigt Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) überraschend an, ebenfalls den Hut in den Ring werfen zu wollen. Dafür muss der Stadtrat befragt werden. Wiegand plant das bereits für September. Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper, ebenfalls parteilos, reagiert gelassen auf den Vorstoß - der beide Städte zu Rivalen machen würde.

Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand will die Stadt gern ins Rennen um die "Kulturhauptstadt Europas" für das Jahr 2025 schicken - die Nachricht ließ er am Donnerstag zunächst bei Twitter und Facebook verbreiten, dann folgte die offizielle Pressemitteilung. Wiegand will dem Stadtrat Halle demnach in der September-Sitzung eine entsprechende Beschlussvorlage präsentieren.

Weiter heißt es: "Damit kann der Stadtrat entscheiden, ob er den Oberbürgermeister mit der Erstellung eines Grobkonzeptes zur Bewerbung um den Titel beauftragt." Folgen die Stadträte Wiegands Vorschlag, könne dem Stadtrat ein entsprechendes Konzept bis Anfang 2017 vorgelegt werden. Wiegand schrieb, bereits jetzt sei Halle eine lebendige Kulturmetropole. Es gebe ein Zusammenspiel von reicher Kulturgeschichte und aktuellem künstlerischen Schaffen.

Konkurrenz für Magdeburg?

Halle könnte damit der Landeshauptstadt Magdeburg um diesen Titel Konkurrenz machen. Die Stadt an der Elbe arbeitet seit Jahren darauf hin, hat bereits eine Webseite eingerichtet, Imagefilm- und broschüre produziert und richtet derzeit außerdem eine Geschäftsstelle ein, um für sich zu werben. Auf Nachfrage sagte Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (parteilos) MDR SACHSEN-ANHALT zu Wiegands Plänen: "Jede Stadt kann selbst entscheiden, was sie macht. Das muss man nicht kommentieren."

Klar ist, dass der Titel "Kulturhauptstadt Europas" im Jahr 2025 nach Deutschland vergeben wird, offiziell muss die Bewerbung im Jahr 2019 abgegeben werden. In einem zweistufigen Verfahren fällt dann erst im Jahr 2020 die Entscheidung. Nicht nur in Sachsen-Anhalt gibt es Interesse an dem Titel. Allein in Mitteldeutschland gibt es mehrere Interessenten. So haben auch Chemnitz, Dresden und Leipzig Interesse angemeldet.

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