Mansfelder Kupfer- und Messing GmbH Größter Arbeitgeber im Mansfelder Land vor Verkauf

Die Mansfelder Kupfer- und Messing GmbH in Hettstedt könnte an eine niedersächsische Unternehmensgruppe verkauft werden. Darüber wurde die Belegschaft informiert. Den Verkauf prüft nun die Europäische Wettbewerbsbehörde.

Die Mansfelder Kupfer- und Messing GmbH (MKM) in Hettstedt steht offenbar kurz vor dem Verkauf. Am Mittwoch wurde die Belegschaft über die Pläne in einem Newsletter informiert. Demnach will die niedersächsische KME-Gruppe das Unternehmen übernehmen. Diese Entwicklung kam für den Betriebsrat überraschend, denn die Geschäfte liefen derzeit ausgesprochen positiv. Die IG Metall sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Die Beschäftigten sind zunächst erst einmal überrascht und sehr verunsichert und wir erwarten vom Arbeitgeber, dass er mit uns als IG Metall und dem Betriebsrat jetzt Zug um Zug die Themen bespricht." Der Verkauf könne eine Chance, aber auch ein Risiko sein. Momentan sei das nicht absehbar.

Besser im internationalen Wettbewerb bestehen

Ein Mitarbeiter von MKM an einer Maschine.
Bei MKM wurden 2017 mehr als 270.000 Tonnen Kupfer verarbeitet. Bildrechte: MDR/Jens Keller

MKM ist mit 1.200 Mitarbeitern der mit Abstand größte Arbeitgeber im Landkreis Mansfeld-Südharz und gehört bislang einem britischen Ex-Investmentbanker. Der Geschäftsführer Roland Harings ist dem Vernehmen nach momentan wegen der geplanten Übernahme in Brüssel und war nicht zu erreichen. Auf der Homepage von MKM heißt es jedoch: "Nach intensiven Gesprächen mit KME sind wir überzeugt, dass wir gemeinsam ein starkes Unternehmen formieren können, das eine führende Rolle im internationalen Wettbewerb spielen wird." Die Übernahme sei bereits bei den EU-Wettbewerbsbehörden beantragt, ein verbindlicher Kaufvertrag aber noch nicht abgeschlossen.

Sorge bei den Hettstettern

Den Menschen in Hettstedt bereitet der mögliche Verkauf allerdings Sorgen. Manche rechnen mit dem Schlimmsten – mit der Schließung. Dann fielen die Arbeitsplätze weg, sagen sie, da man nicht wisse, was mit MKM passiere. Für die Kollegen sei das furchtbar. Hettstedt sterbe langsam aus, die Jugend ziehe weg und so wäre es wichtig, dass zumindest die MKM als Arbeitgeber bleibt. Andere Stimmen geben sich kämpferisch. Sie sind sicher: Im Fall des Falles würden sich Viele für den Erhalt des Unternehmens einsetzen.

MKM Die Mansfelder Kupfer- und Messing GmbH (MKM) ist nach eigenen Angaben ein weltweiter Technologieführer für Kupfer- und Messinghalbzeuge. Als einziger Hersteller weltweit bietet das Unternehmen Draht, Band, Rohre, Stangen und Blech aus einer Hand an. Im vergangenen Jahr hat MKM mit mehr als 1.200 Mitarbeitern mehr als 270.000 Tonnen Kupfer verarbeitet. Kunden kommen aus der Elektronik- und Bauindustrie, der Solarbranche, dem Anlagenbau, der Automobilindustrie, der Raumfahrt und der Telekommunikation.

Quelle: www.mkm.eu

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Quelle: MDR/lk

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 14. Juni 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 14. Juni 2018, 20:35 Uhr

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1 Kommentar

14.06.2018 19:28 HageLfrau 1

Die Firmenzentrale sollte demnach nach Halle (Saale) verlegt werden. Alles andere wäre ein mieser Zug.