Zwei Angler stehen an einem See und schauen in die Kamera.
Für das große Ziel – die WM in Südafrika – trainieren Kay Franz (l.) und Marcel Fischer am Süßen See. Bildrechte: MDR/Stephan Weidling

Meeresangler wollen zur WM Vom Süßen See nach Südafrika

Noch trainieren die Meeresangler Marcel Fischer und Kay Franz aus dem Mansfelder Land am Süßen See bei Halle. Doch ihr großer Traum, die Weltmeisterschaft in Südafrika, rückt immer näher. Die Goldmedaille ist das Ziel. Doch dafür braucht es neben Glück vor allem auch die richtige Technik.

von Stephan Weidling, MDR SACHSEN-ANHALT

Zwei Angler stehen an einem See und schauen in die Kamera.
Für das große Ziel – die WM in Südafrika – trainieren Kay Franz (l.) und Marcel Fischer am Süßen See. Bildrechte: MDR/Stephan Weidling

Mit gespannten Oberkörpern stehen Kay Franz und Marcel Fischer wie zwei Speerwerfer am Ufer des Süßen Sees. Die gut vier Meter lange Angelroute halten sie hinter ihrem Rücken fest in beiden Händen. Dann schleudern sie los. Dem kurzen Fauch-Geräusch folgt ein sechs Sekunden langes Surren. Dann ein Plopp. Und es herrscht wieder Stille.

"Das waren so um die 150 Meter", sagt Marcel Fischer und kurbelt die Angelschnur gleich wieder auf. Kurze Zeit später wiederholt er zusammen mit seinem Angelpartner Kay Franz die Prozedur. "Wer am weitesten auswerfen kann, der ist am ehesten am Fisch. Deshalb ist die Wurfweite so wichtig", erklärt Fischer, worum es beim Meeresangeln geht. Um vom Strand aus Fische fangen zu können, müssen sie den Angelhaken etwa 200 Meter weit ins Meer schleudern.

Zweitbestes Team Deutschlands

Blick von Hinten auf zwei Angler, die an einem See stehen.
Bei den Deutschen Meisterschaften im Meeresangeln sicherte sich das Duo aus Sachsen-Anhalt die Silbermedaille. Bildrechte: MDR/Stephan Weidling

Immer wieder feilen die beiden deshalb an der richtigen Technik. Und dass sie es wirklich drauf haben, haben Fischer und Franz schon mehrmals bewiesen. Die beiden gehören mittlerweile zu den besten Meeresanglern der Republik. Bei den Deutschen Meisterschaften im Mai haben sie im Team die Silbermedaille ergattert und sich damit für die Weltmeisterschaft in Südafrika qualifiziert.

"Wir möchten auch gerne einmal eine Goldmedaille in der Hand haben", gibt Marcel Fischer gleich die Zielrichtung vor. Der 36-jährige Polizist hatte mit acht Jahren das erste Mal eine Angel in der Hand – und legt diese seitdem nur noch selten beiseite. Mehrmals im Jahr geht es zum Trainieren an die Ostsee. Zuletzt war Fischer in England und auf Zypern.

Das Schöne dabei: Das Meeresangeln ist familienfreundlich. Früher seien sie immer mit dem Boot raus auf die See gefahren, um zu angeln. Jetzt, beim Meeressangeln, könne die gesamte Familie dabei sein, da die Angel vom Strand aus geworfen wird. "Das einzige, was wir nicht haben, sind Wanderschuhe", sagt Fischers Anglerpartner Kay Franz mit einem Augenzwinkern. "Wir stehen ja immer mit den Füßen im Sand."

Starke Konkurrenz bei WM

Trotz des regelmäßigen Trainings wissen sie, dass die Konkurrenz bei der Weltmeisterschaft im Februar in Südafrika stark sein wird. "Besonders die Spanier und Italiener, die fallen früh gleich ins Wasser und machen nichts anderes als Angeln. Das sind Berufsangler", erklärt Fischer.

Druck machen sich die beiden aus dem Mansfelder Land dennoch nicht. Am Ende zählt sowieso fast nur der Spaß. Und natürlich ein ordentlicher Fisch für die Pfanne. Und den haben sie bislang fast immer an Land gezogen.

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Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 09. Juli 2018 | 07:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Juli 2018, 15:14 Uhr

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