Ein Schild mit der Aufschrift "Villa Terra" steht vor einem Gebäude.
Das betroffene Pflegeheim in Beyernaumburg: Ein 79-Jähriger erlitt hier im Februar 2017 tödliche Verbrühungen. (Archivbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Tödlich verbrüht in der Badewanne Strafbefehl gegen angeklagte Pflegerin erlassen

Nach dem Tod eines Rentners, der 2017 in einer Badewanne in einem Pflegeheim verbrüht worden war, hat das Amtsgericht Sangerhausen am Mittwoch Strafbefehl gegen die Angeklagte erlassen. Der Pflegerin wird fahrlässige Tötung vorgeworfen. Sie war nicht zur Verhandlung erschienen.

Ein Schild mit der Aufschrift "Villa Terra" steht vor einem Gebäude.
Das betroffene Pflegeheim in Beyernaumburg: Ein 79-Jähriger erlitt hier im Februar 2017 tödliche Verbrühungen. (Archivbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Im Verfahren um den Tod eines Rentners aus einem Pflegeheim in Beyernaumburg im Kreis Mansfeld-Südharz ist am Mittwoch gegen die Angeklagte Strafbefehl erlassen worden. Dieser lautet: ein Jahr Freiheitsstrafe, ausgesetzt auf zwei Jahre Bewährung. Außerdem muss die 50 Jahre alte Pflegerin 1.000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung der Behindertenhilfe zahlen.

Angeklagte wird Strafbefehl annehmen

Die Angeklagte war am Mittwoch nicht zum Prozess am Amtsgericht Sangerhausen erschienen, aus Krankheitsgründen, erklärte ihr Verteidiger. Um das Verfahren nicht unnötig zu verlängern, hatte die Staatsanwaltschaft die Überleitung in ein Strafbefehlverfahren beantragt. Dem war das Gericht gefolgt. Der Verteidiger sagte, seine Mandantin werde den Strafbefehl annehmen.

Wassertemperatur nicht überprüft

Die Frau musste sich wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassen vor Gericht verantworten. Laut Anklage hatte sie den Rentner im Februar 2017 beim Baden in dem Heim verbrüht. Demnach hatte sie versäumt, die Wassertemperatur in der Wanne vorschriftsgemäß zu prüfen.

Der Mann war laut Staatsanwaltschaft nach einem Schlaganfall halbseitig gelähmt. Er habe nicht sprechen und somit in seiner Situation um Hilfe rufen können. Der 79-Jährige starb sechs Tage später an seinen schweren Verbrühungen in einer Spezialklinik in Halle.

Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 08. August 2018 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. August 2018, 12:46 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

5 Kommentare

09.08.2018 08:46 Barbara D. 5

ES kann manchmal viel passieren , wenn man mit Menschen zu tun hat -siehe Pflege . Aber das mit dem Baden von älteren Herrschaften ,das geht zu weit . Wer in den Beruf tätig ist und das schon Jahre muss es wissen , welche Gefahren auf einen lauern !!!! Und dafür nur ein Jahr auf 2 Jahre Bewährung ist ein Witz. Es ist und bleibt ein Mensch und noch dazu da dieser sich nicht äußern konnte . So geht das nicht ! Als Fehler kann dieses nicht abgetan werden . Das war mehr als grob fahrlässig . Immerhin sind das Schutzbefohlene und ich hab die Verantwortung , wenn ich den Dienst antrete und sollte es mir nicht gut gehen ,muss ich zu Arzt gehen .

08.08.2018 17:44 Leser 4

Wozu berufsverbot? In dem Beruf schlägt in der Region jede Bewerbung fehl. Der buschfunk klappt vermutlich.

08.08.2018 17:06 mattotaupa 3

@#1: wie gut, daß sie nie fehler machen und ihre fehlerquote bei streß sogar sinkt. ist halt nicht jeder so perfekt wie sie. sie müssen daher mit all den unvollkommenen menschen um sich herum leben. wie sähe ihre forderung bei grober fahrlässigkeit oder gar vorsatz aus? immerhin ergeht ein strafbefehl ohne mündliche verhandlung und ist quasi eine verurteilung vom schreibtisch aus, also genau das was sie hier machen. da muß nicht mal die schuld des täters fürs gericht feststehen bzw. bewiesen werden, ein hinreichender verdacht reicht. genau das richtige um betroffene mit selbstvorwürfen bei unfällen mit todesfolge mundtot zu machen und noch eins reinzuwürgen.