Ein Pflegeheim für Behinderte in Sangerhausen
In einem Wohnheim in Sangerhausen war der Mann am Montag tot aufgefunden worden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Weitere Untersuchungen folgen Obduktionsergebnis: Toter Behinderter in Badewanne nicht ertrunken

Ein tot in einer Badewanne in einem Wohnheim in Sangerhausen aufgefundener behinderter Mann ist nicht ertrunken. Das hat die Obduktion des 35-Jährigen ergeben. Nun folgen weitere Untersuchungen, um die Todesursache festzustellen.

Ein Pflegeheim für Behinderte in Sangerhausen
In einem Wohnheim in Sangerhausen war der Mann am Montag tot aufgefunden worden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Tod eines körperlich und geistig Behinderten in einem Heim in Sangerhausen im Landkreis Mansfeld-Südharz ist nicht auf Ertrinken zurückzuführen. Das habe die Obduktion der Leiche ergeben, bestätigte die Staatsanwaltschaft Halle MDR SACHSEN-ANHALT am Donnerstag. Jetzt müssten weitere chemisch-toxische Untersuchungen erfolgen, um die genaue Todesursache festzustellen.

Das Personal des Wohnheims hatte den 35-jährigen Mann am Montag tot im Wasser einer Badewanne gefunden. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Den Angaben zufolge war der Mann Epileptiker.

Pflegerin steht unter Schock

Parallel ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen eine 39-jährige Pflegerin wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Die Frau konnte der Staatsanwaltschaft zufolge bisher nicht vernommen werden, weil sie noch unter Schock steht und arbeitsunfähig ist.

Das Wohnheim ist eine Einrichtung des Christlichen Jugenddorfwerks Deutschland. Das Jugenddorfwerk äußerte sich schriftlich zu dem Fall: "Wir sind erschüttert und bedauern den Vorfall zutiefst." Das Werk verwies zugleich auf die noch laufenden Ermittlungen, die genau klären sollten, was passiert sei. "Missstände müssen aufgedeckt und behoben werden", so der Träger weiter.

Landesverwaltungsamt: 2017 nur zwei Pflegeheime mit Mängeln

In Sachsen-Anhalt hat es innerhalb eines Jahres drei Todesfälle in Pflegeeinrichtungen gegeben. Das Landesverwaltungsamt in Halle ist die oberste Aufsichtsbehörde der Heime. Zum aktuellen Fall in Sangerhausen wollte sich die Behörde aufgrund der laufenden Ermittlungen nicht äußern. Allerdings habe man im vergangenen Jahr von den insgesamt 698 Heimen in Sachsen-Anhalt 544 auf Mängel untersucht. Nur einer der geprüften Einrichtungen sei in der Folge der Weiterbetrieb untersagt worden. Darüber hinaus sei ein Bußgeldbescheid erteilt worden.

Quelle: MDR/mh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 12. Juli 2018 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Juli 2018, 11:44 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

2 Kommentare

13.07.2018 10:14 DiDi 2

Das sind die Folgen von ihrer Einsparungen die dort arbeiten können sich nicht 4teilen.Die super Behörden reden sich wieder raus denn das sind die schuldigen kein anderer. Der dort arbeiten muss ist eben das Bauernopfer

12.07.2018 17:10 Leser 1

Tot in der Badewanne gefunden...so lauteten die Meldungen von offizieller Seite. Daher war ich gestern verwundert, als Susi Brandt sagte, er sei ertrunken.