Eine Angeklagte sitzt im Gerichtssaal und versteckt ihr Gesicht unter einem blauen Ordner.
Die Frau aus Benndorf war bereits im ersten Prozess wegen zweifachen Totschlags verurteilt worden. (Archivbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Landgericht Halle Tote Babys aus Gefriertruhe: Urteil gegen Mutter rechtskräftig

Das Urteil gegen eine Frau, die zwei Neugeborene getötet und in ihrer Wohnung in Benndorf in einer Tiefkühltruhe aufbewahrt hat, ist rechtskräftig. Sie muss neuneinhalb Jahre in Haft. Sie war gegen das erste Urteil in Revision gegangen.

Eine Angeklagte sitzt im Gerichtssaal und versteckt ihr Gesicht unter einem blauen Ordner.
Die Frau aus Benndorf war bereits im ersten Prozess wegen zweifachen Totschlags verurteilt worden. (Archivbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Mutter der in einer Tiefkühltruhe in Benndorf gefundenen Babys muss für neun Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Das ist das Ergebnis eines erneuten Verfahrens am Landgericht Halle.

Die Angeklagte war nach einem ersten Urteil in Revision gegangen und hatte Erfolg gehabt. Wie ein Gerichtssprecher erklärte, hatte der Bundesgerichtshof das ursprüngliche Urteil vom April 2018 aufgehoben. Eine andere Kammer des Landgerichts musste sich deshalb mit dem Fall befassen und bestätigte das Strafmaß wegen Totschlags. Der erneute Prozess sei nach nur einem Verhandlungstag beendet gewesen.

Geständnis abgelegt

Die Frau hatte 2004 und 2008 ihre Babys nach der Geburt getötet. Die Leichen der Neugeborenen hatte sie über Jahre in ihrer Wohnung in Benndorf im Landkreis Mansfeld-Südharz in Plastiktüten in einer Gefriertruhe aufbewahrt. Bereits im ersten Prozess hatte sich die Frau geständig gezeigt.

Der Ex-Partner der Frau hatte eine der Babyleichen bereits im April 2017 entdeckt, den Fund aber erst Anfang des Jahres bei der Polizei gemeldet. Die Polizei hatte daraufhin auch die zweite Leiche gefunden.

Mord und Totschlag Die Frau ist wegen zweifachen Totschlags – und nicht wegen Mordes – verurteilt worden. Denn: Ihren Taten fehlen die Mordmerkmale. Eine Verurteilung wegen Totschlags setzt voraus, dass jemand einen anderen Menschen vorsätzlich tötet oder Verletzungen zufügt, von denen sicher ist, dass sie zum Tode führen.

Mord dagegen muss darüber hinaus weitere Merkmale erfüllen. Dazu gehört etwa, dass der Täter besonders grausam vorgeht oder aus niederen Beweggründen handelt. Dazu zählen beispielsweise Habgier und Mordlust.

Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 11. Januar 2019 | 06:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. Januar 2019, 10:59 Uhr

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2 Kommentare

12.01.2019 09:29 der_Silvio 2

Neuneinhalb Jahre dafür, daß sie zwei Menschenleben beendet hat?!?
Das Urteil ist ein (ganz schlechter) Witz!
Was ist niederträchtiger und heimtückischer als den Tod von den eigenen Babys herbeizuführen?
Schtzbefohlene, wehrlose Babys!
Das darf man sich mal vor Augen führen!

11.01.2019 11:44 Leser 1

Nicht sie war in Revision gegangen, sondern der verdienende Anwalt. Für diese erbärmliche Tat hätte ihr viel mehr gegeben werden müssen.