Mehrere Menschen stehen vor dem Oberlandesgericht Naumburg mit einem Transparent Tieren helfen ist kein Verbrechen.
Tierschützer stehen vor dem Oberlandesgericht Naumburg. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Einbruch in Schweinezucht Oberlandesgericht Naumburg bestätigt Freispruch für Tierschützer

Das Oberlandesgericht in Naumburg hat am Donnerstag den Freispruch für drei Tierschützer bestätigt. Die Aktivisten waren in eine Schweinezuchtanlage in Sandbeiendorf nördlich von Magdeburg eingedrungen und hatten Filmmaterial über die Haltungsbedingungen veröffentlicht.

Mehrere Menschen stehen vor dem Oberlandesgericht Naumburg mit einem Transparent Tieren helfen ist kein Verbrechen.
Tierschützer stehen vor dem Oberlandesgericht Naumburg. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Drei Tierschützer standen am Donnerstag erneut wegen Einbruchs in eine Schweinezucht in Sandbeiendorf im Bördekreis vor Gericht. Das Oberlandesgericht (OLG) in Naumburg hat das Urteil der Vorinstanzen bestätigt: Für die drei Aktivisten bleibt es beim Freispruch.

Der Vorsitzende Richter sagte in der Begründung zum Urteil, dass es nur mit dem Videomaterial möglich gewesen sei, die Zustände in der Schweinezuchtanlage aufzudecken. In diesem speziellen Fall hätten Veterinärämter die Verstöße gegen den Tierschutz vertuscht. Die Entscheidung sei aber kein Freibrief für Tierschützer: Nur mit sicherem Wissen über solche Rechtsverstöße sei ein derartiges Vorgehen möglich.

Die zwei Männer und eine Frau waren 2013 in die Anlage in Sandbeiendorf eingedrungen und hatten die Haltungsbedingungen im Stall der "van Gennip Tierzuchtanlagen GmbH & Co. KG" gefilmt. Damit wollten sie Missstände dokumentieren. Die Betreiber der Anlage hatten die Aktivisten wegen Hausfriedensbruchs angezeigt.

Freisprüche vom Amts- und Landgericht

Sowohl das Amtsgericht Haldensleben als auch in zweiter Instanz das Landgericht Magdeburg hatten die Tierschützer freigesprochen. Die Gerichte stellten das Tierwohl höher als das unerlaubte Eindringen. Gegen die Entscheidung hatte die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt, so dass der Fall vor das OLG kam. Die Anklage hatte Geldstrafen zwischen 300 und 800 Euro für die drei Tierschützer gefordert.

Die Verstöße gegen den Tierschutz in der Zuchtanlage mit mehr als 60.000 Tieren waren gravierend. Das wurde nach einer Kontrolle durch die zuständige Behörde nach Veröffentlichung des Filmmaterials bestätigt.

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Quelle: MDR/mh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 22. Februar 2018 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Februar 2018, 10:59 Uhr

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17 Kommentare

25.02.2018 10:37 Stefan 17

Der Mensch sollte endlich ganz weg von tierlichen Nahrungsmitteln, egal ob vorbildliche kleine Biohaltung oder Massenhaltung, der Mensch sollte sich rein pflanzlich ernähren mit hochaktiven Vitalstoffen, damit er keine Zivilisationskrankheiten bekommt, auch hat jedes einzelne Tier auf unserer Erde das uneingeschränkte Recht auf ein unantastbares freie eigenständige Leben, und nicht in einem dämlichen Stall zu stehen, um uns gieren Menschen zu dienen, Fazit: Tiere sollten überhaupt nicht von / u. für Menschen gehalten werden, wir Menschen wollten auch nicht für eine andere Spezies eingesperrt, gequält, und getötet werden, weil die andere Spezies uns essen will, wir würden uns auch wehren, um dem Schicksal zu entfliehen, man versetze sich nur mal in die Seele dieser armen Geschöpfe. Punkt aus.!!!!!!!

24.02.2018 19:09 birgit hartmann 16

zum Kotzen, es geht doch nur ums Geld, wer verdient an dieser Tierquälerei? Das ScHLIMME, das unsere Politiker wegschauen. Sachsenanhalt ist das land mit den meisten Massen und Masttierhaltungen.( Warum, Herr Haselhoff in keinen anderen Bundesland gibts das.Deshalb bin ich seit vielen Jahren Veget. ach und dann heißts... Fleisch aus unserer Region

24.02.2018 14:27 Robby 15

Der Tierschutz ist seit 2002 als Staatsziel im Grundgesetz verankert. Angesichts dessen sollten die freigesprochenen Tierschützer eine Auszeichnung erhalten und die komplett versagenden Veterinärbehörden (strafrechtlich) zur Verantwortung gezogen werden.