Klimafreundlicher Energiespeicher Baustart von Probeanlage für "grünen" Wasserstoff in Leuna

"Grüner" Wasserstoff gilt als die Energiespeicher der Zukunft. Wie der klimafreundliche Wasserstoff für die Industrie produziert werden kann, soll in Leuna erprobt werden. Der Bau einer Testanlage hat am Donnerstag begonnen.

Auf einer Bautafel im Chemiepark Leuna steht: 'Grüner Wasserstoff für das mitteldeutsche Chemiedreieck'.
Die Anlage soll im Frühjahr 2021 fertig gestellt werden. Bildrechte: dpa

Am Chemiestandort Leuna hat am Donnerstag der Bau einer Testanlage für klimafreundlichen Wasserstoff begonnen. Mit der Anlage wollen Forscher der Fraunhofer-Gesellschaft herausfinden, wie der sogenannte grüne Wasserstoff für die Industrie als Energiespeicher genutzt werden kann.

Erzeugung noch zu teuer

Wasserstoff wird als "grün" bezeichnet, wenn er CO2-neutral hergestellt wird. Erzeugt wird er, indem Wasser in seine Bestandteile (Wasserstoff und Sauerstoff) gespalten wird. Dies geschieht mittels Elektrolyse. Bei diesem Verfahren wird laut dem Fraunhofer-Institut in Halle viel Strom benötigt, weshalb die Erzeugung von "grünem Wasserstoff" im industriellen Maßstab noch nicht wirtschaftlich ist.

Dies wollen die Wissenschaftler ändern und in der neuen Pilotanlage testen, wie Wasserstoff kostengünstig und in großen Mengen produziert, transportiert und gespeichert werden kann.

Die Pilotanlage in Leuna soll der Fraunhofer-Gesellschaft zufolge im Frühjahr 2021 fertig sein und rund 25 Mitarbeiter beschäftigen. Beteiligt sind Wissenschaftler des Fraunhofer-Zentrums für Chemisch-Biotechnologische Prozesse CBP in Leuna und dem Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS in Halle.

Sachsen-Anhalt als Wasserstoff-Modellregion

Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums fördert das Land Sachsen-Anhalt das Projekt mit acht Millionen Euro. Wirtschaftsminister Armin Willingmann sagte, dass Sachsen-Anhalt über erhebliche Potenziale bei Wasserstoff-Technologien verfüge und sich in den kommenden Jahren zur Wasserstoff-Modellregion weiterentwickeln könne.

EU treibt Nutzung von "grünem" Wasserstoff voran

In der Europäischen Union soll binnen zehn Jahren die Nutzung von klimafreundlichem Wasserstoffs stark ausgebaut werden, um die Energiewende voranzutreiben. Die EU-Kommission legte dazu kürzlich ihre Strategie vor. So sollen mit öffentlicher Unterstützung bis 2024 die Kapazitäten auf eine Million Tonnen Wasserstoff aus erneuerbaren Energien wachsen. Das sind sechs Mal so viel wie heute. Bis 2030 sollen es zehn Millionen Tonnen sein.

Quelle: MDR/sp,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 06. August 2020 | 09:30 Uhr

6 Kommentare

Dirkdirk1944 vor 5 Wochen

Wenn man sich vorstellt wieviel Wasserstoff hergestellt wir um Rohöl zu entschwefeln damit die Welt Kraftstoff hat dann fragt man sich nach dem Irrsinn warum die Brennstoffzelle nicht mit aller Macht nach vorn gebracht wird. Gewiss ist das für den Moment nicht die sauberste Lösung durch das Erdgas. Damit könnte aber eine Übergangslösung geschaffen werden bis wir den sauberen Wassersroff haben. Wir haben Jahrzehnte lang den überschüssigen Strom verpulvert statt ihn vernünftig zu nutzen. Fangen wir also endlich an und jagen die Mineralöl-Lobby davon. Obama hatte mal gesagt: Yes er can....Also fangt Gottverdammt an bevor es zu spät ist.

part vor 5 Wochen

In Europa wird massenweise Elektroenergie erzeugt aus allen möglichen Erzeugeranlagen und an der Strombörse vertickert jeden Tag aufs Neue, das Problem ist die Speicherung von Elektroenergie, die sich dem physikalischen Enegiererhaltungssatz eben nicht entziehen kann. Leider gibt es dabei immer etwas Schwund, das lässt sich nicht vermeiden. Eine der Technologien ist dieSpeicherung von Elektrizität in den zukünftigen Straßenverkehr mit Aufladezeiten außerhalb der Hauptbelastungszeiten. Pumpspeicherkraftwerke und Einpressung in Druckluft in ehemalige Bergwerke mit Rückgewinnung sind territorial begrenzt. Wasserstoff hat jedoch auch nicht den erhofften Wirkungsgrad im Energierehaltungssatz gegen über einer Methode, die eben gewisse Entwickler, angewiesen auf Litium, auf Twitter arrogante und aufhellende Zugeständenisse verlautbaren liesen in Bezug auf Regierungsveränderungen in Hauptrohstoffstaaten.

Eulenspiegel vor 6 Wochen

Also grüner Wasserstoff ist ein wesentlicher Energieträger der Zukunft. Die Konzepte sind aber nicht neu. Warum sie erst jetzt zum tagen kommen verstehe ich nicht. Der Strategieplattform Power to Gas ist schon 10 Jahre alt und jetzt kommen die ersten Ansetze zur Verwirklichung. Das ist ja wirklich ein rasantes Tempo.

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