Impressionen von der Bürgermeisterwahl in Landsberg
Olaf Heinrich war vor zweieinhalb Jahren vom Dienst als Bürgermeister suspendiert worden. Nun wurde er verurteilt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Prozess am Amtsgericht Halle Bewährungsstrafe für Landsbergs suspendierten Bürgermeister

Landsbergs suspendierter Bürgermeister Olaf Heinrich ist vom Amtsgericht Halle zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Zusätzlich soll er 25.000 Euro zahlen. Sein Anwalt kündigte an, in Berufung zu gehen.

Impressionen von der Bürgermeisterwahl in Landsberg
Olaf Heinrich war vor zweieinhalb Jahren vom Dienst als Bürgermeister suspendiert worden. Nun wurde er verurteilt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der derzeit vom Amt enthobene Bürgermeister von Landsberg ist vom Amtsgericht Halle wegen schwerer Untreue zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Olaf Heinrich muss zudem 25.000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen. Damit lag der Richter noch über dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die auf ein Jahr und drei Monate sowie auf eine Geldstrafe von 15.000 Euro plädiert hatte. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Heinrich ein städtisches Grundstück weit unter Wert verkauft hat. Dazu sei der Stadtrat falsch informiert und später ein weiterer Preisnachlass ohne Wissen des Stadtrates gewährt worden.

Die Verteidigung hat bereits angekündigt, in Berufung zu gehen. Das Verfahren gegen Heinrichs mitangeklagten damaligen Stellvertreter wurde abgetrennt und ist noch nicht entschieden.

Heinrich in Stichwahl zum Bürgermeister

Doppelkapelle in Landsberg.
Landsberg ist bekannt für seine Doppelkapelle. Heinrich war hier seit 1997 Bürgermeister, 2015 wurde er suspendiert. Bildrechte: Hans-Dieter Brauer

Erst am Sonntag war Heinrich bei der Bürgermeisterwahl von den Landsbergern in die Stichwahl gewählt worden, einen Tag später begann der Prozess gegen ihn. Es war eine Überraschung, dass bereits am ersten Prozesstag ein Urteil gefällt wurde. Eigentlich waren weitere Prozesstage bis in den September hinein angesetzt.

Auf die Stichwahl in zwei Wochen hat das Urteil vom Montag keine Auswirkung, da es noch nicht rechtskräftig ist. Es könnte erst Folgen haben, wenn es rechtskräftig wird – denn dann würde Heinrichs Beamtenverhältnis, das immer noch existiert, sofort beendet. Das passiert, sobald jemand rechtskräftig zu mehr als einem Jahr Freiheitsstrafe verurteilt wird. Als Bürgermeister könnte er dann nicht mehr arbeiten.

Unabhängig von dem Urteil des Amtsgerichts läuft gegen den vom Bürgermeisteramt suspendierten Heinrich weiterhin das Amtsenthebungsverfahren vor dem Verwaltungsgericht in Magdeburg.

Quelle: MDR/lk

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 13. August 2018 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. August 2018, 17:29 Uhr

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