Innovation und Cybersicherheit Neue Cyberagentur entsteht am Flughafen Leipzig/Halle

Sie soll sich drum kümmern, dass Deutschland gegen Hackerangriffen besser aufgestellt ist – die geplante Agentur für Innovation und Cybersicherheit. Monatelang war nach einem geeigneten Standort gesucht worden. Jetzt steht fest, die Behörde soll am Flughafen Leipzig/Halle entstehen. Aus Sachsen-Anhalt heißt es, es sei wichtig, dass eine Bundesbehörde im Osten angesiedelt wird. Außerdem erhofft sich die Landesregierung, dass sich im Umfeld der Cyberagentur weitere Firmen ansiedeln.

Der html-Code für die Programmierung einer Internetseite ist auf dem Monitor eines Laptops zu sehen.
Die Cyberagentur soll Technologien zur Cybersicherheit erforschen lassen. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Die geplante Cyberagentur gegen Gefahren aus dem Internet soll am Flughafen Leipzig/Halle entstehen. Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT plant der Bund offenbar, die Agentur auf sächsischem Gebiet des Flughafens Leipzig/Halle anzusiedeln. Zuvor hatte die Mitteldeutsche Zeitung darüber berichtet.

Mehr Bundesbehörden in den Osten

Sachsen-Anhalts Landesregierung zeigte sich darüber aber nicht enttäuscht. Ein Sprecher sagte am Dienstag MDR SACHSEN-ANHALT, in der Hauptsache gehe es darum, mehr Bundesbehörden in den Osten zu holen. Mit der Cyberagentur sei es gelungen, dass diese Behörde in der Metropolregion Leipzig/Halle errichtet werde. Das sei das Wichtigste. Der Sprecher erklärte: "Ob der endgültige Standort der Agentur dann auf der Gemarkung Halle oder Leipzig liegt, spielt eher eine untergeordnete Rolle. Wir haben die Hoffnung, dass sich im Umfeld des Kerns der Cyberagentur künftig viele Firmen ansiedeln werden."

Halle als Übergangsstandort

Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT soll die Cyberagentur in Halle ins Leben gerufen werden. Dafür wird in der Stadt eine Immobilie angemietet. Die Beschäftigen sollen solange in der Behörde in Halle arbeiten, bis ein entsprechendes Gebäude auf dem Flughafen Leipzig/Halle entstanden ist. Dann werden sie umziehen.

GmbH zwischen Sachsen-Anhalt und Sachsen

Der Haushaltsausschuss des Bundestages muss die Gelder für die Cyberagentur noch bewilligen. Es geht um 365 Millionen Euro für die nächsten vier Jahre. Die Cyberagentur soll als GmbH gegründet werden. Die SPD sieht eine GmbH kritisch und macht sich deshalb für eine parlamentarische Beteiligung stark.

Die endgültige Absichtserklärung soll am Mittwoch am Flughafen Leipzig/Halle verkündet werden. Neben den Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff, und von Sachsen, Michael Kretschmer, werden die Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und Bundesminister des Inneren, Horst Seehofer, dabei sein.

Damit geht eine monatelange Standortsuche zu Ende. Auswahlkriterien seien gewesen, eine geeignete IT-Infrastruktur, militärische Sicherheitskriterien, eine gute Verkehrsanbindung und attraktive Lebens- und Arbeitsbedingungen für das gesuchte Spitzenpersonal.

Was macht die Cyberagentur?

Die Cyberagentur soll sich vor allem um die Abwehr von Hackerangriffen auf militärische und zivile Computersysteme kümmern. Die Bundeseinrichtung selbst soll nicht forschen, sondern Forschungsaufträge vergeben. Das ist für IT-Bereiche interessant, von denen man glaubt, dass sie in fünf bis zehn Jahren entscheidend sein werden.

Quelle: MDR/pat

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 02. Juli 2019 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Juli 2019, 17:41 Uhr

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8 Kommentare

03.07.2019 12:05 Sr.Raul 8

Also einen schwerwiegenden Geburtsfehler hat das Dingen schon einmal: GmbH! Wie kann eine staatliche Behörde Privatstatus mit augenscheinlicher Profiterzielung haben? Geht gar nicht!

03.07.2019 09:32 J.Heder 7

Ich denke das der größere Teil der dort Angestellten eher im Umfeld von Schkeuditz ein Grundstück mit Haus als Domizil bevorzugen könnte.
Die dazu gesuchten Spitzenkräfte sind in den Gehaltsklassen im Bereich der Ingenieure über 4,5 T € brutto angesiedelt. Darunter bekommt man nämlich keine Leute. Und wer will heutzutage noch in "Betonstädte"; der Trend geht zum "ruhigen Ländle". Da hat Schkeuditz und Umgebung einige attraktive Ecken zu bieten. Dank S-Bahn ist man schnell in Halle oder LE zur Kultur. Und die oberste Führungsriege wird eher im Berliner Raum wohnen bleiben, ICE BLN-LE 1 Stunde..... Das wird eine Hochsicherheitsbehörde von der Aufgabe her.
Jedoch wird es mit den erhofften Ansiedlungen einige Zeit dauern wenn die so schnell sind wie BER... und den bisherigen Entscheidungen.

02.07.2019 18:57 Chris 6

Na Lilly die Schrottsammler gibt es in Lpz auch ^^ Und Halle hat auch sehr schöne Viertel... Bin mal auf morgen gespannt wie der genaue Plan aussehen wird

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