Grube Teutschenthal
In der Grube Teutschenthal gab es eine Explosion – die Ursachensuche läuft. Bildrechte: MDR/Oliver Leiste

Ticker zum Nachlesen Explosion in Grube Teutschenthal – Alle Bergmänner gerettet

Auf dem Gelände der Grube Teutschenthal im Saalekreis hat es am Freitagmorgen eine Explosion gegeben. Alle Bergleute sind gerettet worden. 38 waren unter Tage, zwei Bergleute wurden verletzt. Der Live-Ticker zum Nachlesen.

Grube Teutschenthal
In der Grube Teutschenthal gab es eine Explosion – die Ursachensuche läuft. Bildrechte: MDR/Oliver Leiste

Die Ereignisse im Überblick:

13:29 Uhr | Ermittlungen haben begonnen

Bei der Pressekonferenz sagte Erik Fillinger, der technische Geschäftsführer der Betreiber-Firma GTS, es habe keine Gefahr für andere Bergarbeiter bestanden. Die Verpuffung sei an einem kleinen Ort unter Tage passiert – in dem Arbeitsbereich,  wo die beiden Verletzten gearbeitet hätten. Die Ursache der Verpuffung sei aber immer noch unklar.

Karte der Explosion in der Grube Teutschenthal
Der Ort des Unglückes Bildrechte: MDR/Manuel Mohr/OSM

Die Polizei, das Landesamt für Geologie und Bergwesen (LAGB) und die GTS ermitteln, wie es zu dem Unglück kommen konnte. Ralf Karlstedt von der Polizei Halle teilte mit, es müsse ermittelt werden, ob die Bergarbeiter fahrlässig verletzt worden seien.

In dem Bereich der Grube Teutschenthal gebe es zwei Sicherheitsräume, die beide von den Bergarbeitern während des Alarms besetzt worden seien, sagte Fillinger weiter. Ein Raum liege direkt unter Teutschenthal und ein weiterer neun  Kilometer entfernt unterhalb von Angersdorf. Der Sicherheitsplan sehe vor, dass sich die Kumpel bei einem Alarm dahin zurückziehen müssten.

13:01 Uhr | Bürgerinitiative: Vorwürfe gegen Bergamt

Vertreter der Bürgerinitiative Teutschenthal, die sich gegen die Einlagerung von Industrieabfällen in der Grube wendet, sagten MDR SACHSEN-ANHALT, sie seien in Gedanken bei den Verletzten und den Bergarbeitern.

Gleichzeitig erhebt die Initiative Vorwürfe gegen das Landesamt für Geologie und Bergwesen. Die Bürgerinitiative fühlt sich in ihrer Kritik an der Einlagerung der Industrieabfälle nicht ernstgenommen: Erst beim letzten runden Tisch der Betreiber-Firma GTS im Oktober sei behauptet worden, der Bergbau sei sicher. An dem Treffen hatten Vertreter der Bürgerinitiative und von der GTS geladenene Experten teilgenommen.

12:52 Uhr | Für die Bergleute bestand keine Gefahr

MDR-Reporter Oliver Leiste berichtet, für die Bergleute bestand keine Gefahr. Sie hatten sich nach der Explosion in Schutzräume begeben, wie es das Sicherheitskonzept vorsieht. Sie hatten dort zwei Stunden gewartet, bis sie an die Oberfläche gebracht werden konnten.

12:42 Uhr | Grubenwehr weiter im Einsatz

Erik Fillinger, technischer Geschäftsführer der Betreiberfirma, sagte auf der Pressekonferenz am Mittag, die Grubenwehr werde den Einsatz erst dann abschließen, wenn klar sei, dass vor Ort alles in Ordnung sei.

Grube Teutschenthal
Die Grubenwehr ist im Einsatz. Bildrechte: MDR/Jan Möbius

"Es findet kein Betrieb heute mehr statt", so Fillinger. Die Betriebsaufnahme werde davon abhängig gemacht, welches Ergebnis die sogenannten Wettermessungen, also die Gasmessungen unter Tage, hätten. Fillinger sagte: "Erst wenn die in Ordnung sind, kann der Betrieb wieder aufgenommen werden." Das werde dann gemeinsam mit der Genehmigungsbehörde entschieden.

12:40 Uhr | Betreiberfirma: "Rettungseinsatz reibungslos"

Fillinger betonte, der Rettungseinsatz habe reibungslos funktioniert. Die beiden Verletzten seien zügig in Sicherheit gebracht worden.

Die beiden Verletzten sind ein 24-jähriger Deutscher und ein 44 Jahre alter polnischer Staatsangehöriger. Der 44-Jährige sei etwas schwerer verletzt.

12:25 Uhr | Ursachen-Suche beginnt

Nachdem die Bergleute gerettet sind, fahren nun Experten des Landesbergamts unter Tage und beginnen Untersuchungen. Das sagte der Abteilungsleiter Bergbau, Uwe Schaar, der Deutschen Presseagentur in Halle. Die üblichen Arbeiten in der Grube würden so lange ruhen, bis die Ursache geklärt sei. Wie lange das dauern werde, könne er noch nicht sagen, so Schaar.

Weitere Hintergründe zur Grube Teutschenthal: Die Grube Teutschenthal ist ein Kali- und Steinsalzbergwerk, das bis 1982 betrieben wurde – in 700 Metern Tiefe, auf 14 Quadratkilometern. Die Grube ist einsturzgefährdet. 1996 gab es einen Gebirgsschlag, der im Umkreis von rund 100 Kilometern zu spüren war. Seit vielen Jahren wird sie deshalb mit Müll verfüllt – auch mit Filterstäuben aus Müllverbrennungsanlagen.

"In dem Filterstaub ist auch Wasserstoff enthalten", sagte Erik Fillinger, technischer Geschäftsführer der Grube. Das Landesbergamt hatte in einer ersten Stellungnahme die Vermutung geäußert, dass Wasserstoff bei der Verpuffung in der Grube in Sachsen-Anhalt eine Rolle gespielt haben könnte.

Laut der Landesanstalt für Altlastenfreistellung Sachsen-Anhalt ist es im Bereich des Teutschenthaler Bergbaus in der Vergangenheit mehrfach zu massiven Gebirgsschlägen gekommen. Dabei seien ganze Grubenfelder zerstört worden. Ohne Vorsorgemaßnahme seien weitere Gebirgsschläge in den noch offen stehenden Grubenhohlräumen nicht auszuschließen, so die Landesanstalt.

Von 1905 bis 1982 wurden bei Teutschenthal Kali- und Steinsalze abgebaut. Die drei Gebirgsschläge seien besonders am Rand von Halle deutlich spürbar gewesen und hätten zu teilweisen Zusammenbrüchen der Hohlräume und zu Schäden an der Erdoberfläche geführt.

12:05 Uhr | Fotos: So ist die Situation vor Ort

11:56 Uhr | Journalisten warten auf Informationen

Grube Teutschenthal
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Vor Ort scheint die Situation ruhig zu sein. Einige Journalisten stehen vor dem verschlossenen Tor der Grube und warten auf Informationen in der Pressekonferenz, die gleich beginnen soll.

11:51 Uhr | Alle Bergleute gerettet, Verletze im Krankenhaus

Laut Polizei sind alle Bergleute gerettet worden.

Die beiden Verletzten sind bereits im Krankenhaus und werden medizinisch versorgt – das sagte Andrea Geiger, die Pressesprecherin der Betreiberfirma (Grube Teutschenthal Sanierung – GTS) MDR SACHSEN-ANHALT. Einer der beiden sei etwas schwerer verletzt, vermutlich durch Verbrennungen im Gesicht.

11:40 Uhr | Mögliche Ursache: Wasserstoff-Verpuffung

Sachsen-Anhalts Wirtschaftsministerium sagte MDR SACHSEN-ANHALT, 37 Bergleute seien unter Tage gewesen. Später teilte die Polizei mit, 38 Bergleute seien unter Tage gwesen. Zwei von ihnen wurden verletzt. Einer der Verletzten ist ein deutscher und einer ein polnischer Staatbürger. Die Verletzten seien von der Grubenwehr gerettet worden.

Die Grubenwehr messe aktuell die Wasserstoffkonzentration. Zur Zeit gehe man davon aus, dass es sich um eine Wasserstoffverpuffung gehandelt habe. Nach aktuellem Kenntnisstand seien keine giftigen Stoffe ausgetreten oder in die Umwelt gelangt. Der Sprecher des Wirtschaftsministeriums sagte, die Verpuffung habe keine größeren Schäden angerichtet, die Fahrstühle seien intakt.

Auch das Landesbergamt ist vor Ort und der Wirtschaftsminister wird am frühen Nachmittag auch vor Ort erwartet.

11:33 Uhr | Ein Opfer schwer verletzt, ein weiteres leicht

Laut Polizei wurde ein Opfer schwer, das zweite leicht verletzt. Wie es zu der Verpuffung in der Grube kam, kann der Gruben-Betreiber, die Geiger-Gruppe, noch nicht sagen.

11:14 Uhr | Feuerwehr beginnt Personen zu retten

MDR-Reporterin Pauline Vestring berichtet, dass die Feuerwehr begonnen hat, die Bergleute an die Oberfläche zu holen. Sie hatten sich in einem Schutzraum 700 Meter unter Tage in Sicherheit gebracht.

11:12 Uhr | Polizei kündigt Pressekonferenz an

Die Polizei hat eine Pressekonferenz für 12.00 Uhr angekündigt.

10:58 Uhr | Personen in Schutzraum

38 Menschen waren bei der Verpuffung unter Tage. Sie sind in einem Schutzraum in Sicherheit. Sie sind nicht eingeschlossen. Zwei Menschen sind verletzt, sie wurden ins Krankenhaus gebracht. Wie die Verpuffung zustande kam, ist noch nicht geklärt. Das teilte die Geiger-Unternehmensgruppe MDR SACHSEN-ANHALT mit, die die Grube Teutschenthal betreibt.

Das ist die Grube Teutschenthal: In der Grube Teutschenthal arbeiten nach Unternehmensangaben etwa 100 Menschen. In den vergangenen 15 Jahren wurde das im Jahr 1982 stillgelegte Bergwerk umgebaut. Dort werden heute auf 14 Quadratkilometern Grundfläche mineralische Abfälle deponiert. Zuvor war das Bergwerk rund 80 Jahre zur Kalisalzgewinnung betrieben worden.

In der Grube Teutschenthal werden Industrieabfälle, also Filterstäube und auch Abwässer von BASF, eingelagert. Seit Sommer 2018 klagen Anwohner über immer wieder auftretenden starken Gestank aus der Grube. Auch wenn sich Anwohner seit langem über die Geruchsbelästigung und Gesundheitsprobleme beklagen, wurde vom zuständigen Ministerium keine Gefährdung festgestellt. Um die Geruchsbildung zu bekämpfen, war vom Betreiber unter anderem ein Ammoniakwäscher installiert worden. Mithilfe der technischen Anlage wird Ammoniak aus den Abfällen gefiltert, bevor diese verfüllt werden.

10:46 Uhr | Hier ereignet sich das Unglück

Das ist der Standort der Grube, in der sich das Unglück abspielt.

Karte mit Lage der Grube Teutschenthal im Süden Sachsen-Anhalts
Bildrechte: MDR/Manuel Mohr/OSM

10:29 Uhr | Erste Meldung – Explosion untertage

Auf dem Gelände der Grube Teutschenthal gab es gegen neun Uhr eine Explosion. Nach Angaben der Polizeiinspektion Halle soll es mehrere verletzte Personen geben. Außerdem geht die Polizeiinspektion davon aus, dass mehrere Personen unter Tage eingeschlossen sind. Zum Umfang und Ausmaß der Schäden bei der Explosion liegen derzeit noch keine Angaben vor. Es sind zahlreiche Rettungskräfte vor Ort.

Quelle: MDR/ff,rj

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 08. November 2019 | 10:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. November 2019, 15:33 Uhr

5 Kommentare

Lisa vor 1 Wochen

Technische Probleme beim Live stream 😂

Das kann jedes Smartphone LOL 🤭

😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂

MDR-Team vor 1 Wochen

Die Polizei hat bekanntgegeben, dass die Explosion gegen neun Uhr stattgefunden hat. Andere Informationen liegen uns nicht vor.

Katzensilke vor 1 Wochen

Wie ist zu erklären, dass eine Anwohnerin kurz nach 7 Uhr die Grubensirene gehört hat?

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