Auf einen Blick Fragen und Antworten zum Grubenunglück in Teutschenthal

Am Freitagvormittag hatte es in einem Bergwerk in Teutschenthal eine Explosion gegeben. MDR SACHSEN-ANHALT gibt einen Überblick über die bekannten Fakten.

Was ist passiert?

Am Freitagvormittag hatte es in der Grube Teutschenthal unter Tage eine Explosion gegeben. Dabei wurde ein 24 Jahre alter Bergarbeiter leicht und ein 44-jähriger schwerer verletzt. Beide wurden in ein Krankenhaus gebracht – laut Polizei bestand keine Lebensgefahr. Viele Rettungskräfte – Feuerwehren, Grubenwehr und Polizei – waren vor Ort.

Was war die Ursache?

Es hatte eine Verpuffung gegeben, das heißt: Gase in der Grube hatten sich explosionsartig entzündet. Um welche Gase es sich handelte, ist noch unklar. Ein Sprecher des Landesbergamtes vermutete, es könne sich um Wasserstoff handeln. Wasserstoff kann in Filterstäuben enthalten sein – solche Industrieabfälle werden in der Grube eingelagert.

Wie verlief die Rettung?

Insgesamt waren 38 Bergarbeiter unter Tage, als sich die Verpuffung ereignete. Die Kumpel suchten, wie in solchen Fällen vorgesehen, Schutzräume auf. Solche Schutzräume schirmen Bergleute vor Schad- und Giftstoffen ab, die die Luft unter Tage verunreinigen können. Die Bergleute harrten laut Betreiberfirma etwa zwei Stunden lang in den Schutzräumen in 700 Metern Tiefe aus.

In ersten Meldungen hieß es, die Bergleute seien eingeschlossen gewesen. Das war nicht korrekt. Sie waren, laut Polizei und Betreiberfirma GTS, in den Schutzräumen in Sicherheit.

Die Grubenwehr – eine an die Grube angegliederte Werksfeuerwehr – hatte nach der Explosion sogenannte Wettermessungen gemacht. Es wurde überprüft, ob und welche Gase sich in der Grube angesammelt hatten. Danach wurden die Bergmänner von den Rettungskräften aus den Schutzräumen an die Oberfläche gebracht. Die Fahrstühle in der Grube hatten bei der Explosion keinen Schaden genommen. Um 11:20 Uhr waren laut Polizei alle Bergarbeiter gerettet. Der technische Leiter der Firma GTS, Erik Fillinger, sagte der Rettungseinsatz habe reibungslos funktioniert.

Wie geht es weiter?

Die Ermittlungen zur Unglücksursache laufen: Das Landesamt für Geologie und Bergwesen hat Experten in die Grube einfahren lassen; die Polizei prüft, ob eine Straftat vorliegen könnte.

Der Betrieb in der Grube steht seit der Explosion still. Wann die Arbeit wieder aufgenommen wird, ist noch unklar. Nach Aussage des technischen Leiters von GTS, Erik Fillinger, hängt das von den Ergebnissen der Gasmessungen ab. Über die Wiederaufnahme des Betriebes werde gemeinsam mit der Genehmigungsbehörde entschieden.

Was ist die Grube Teutschenthal?

Die Grube Teutschenthal ist ein Kali- und Steinsalzbergwerk, das von 1905 bis 1982 betrieben wurde. Die Grube ist einsturzgefährdet.

Laut der Landesanstalt für Altlastenfreistellung Sachsen-Anhalt ist es im Bereich des Teutschenthaler Bergbaus in der Vergangenheit mehrfach zu massiven Gebirgsschlägen gekommen. Dabei seien ganze Grubenfelder zerstört worden. 1996 gab es einen Gebirgsschlag, der im Umkreis von rund 100 Kilometern zu spüren war. Ohne Vorsorgemaßnahme seien weitere Gebirgsschläge in den noch offen stehenden Grubenhohlräumen nicht auszuschließen, so die Landesanstalt.

Was wird dort gelagert?

Die Grube wird mit mineralischen Abfällen und auch mit Filterstäuben aus Müllverbrennungsanlagen verfüllt. "In dem Filterstaub ist auch Wasserstoff enthalten", sagte Erik Fillinger von GTS.

Seit Sommer 2018 klagen Anwohner über immer wieder auftretenden starken Gestank aus der Grube. Auch wenn sich Anwohner seit langem über die Geruchsbelästigung und Gesundheitsprobleme beklagen, wurde vom zuständigen Ministerium keine Gefährdung festgestellt.

Der Ticker vom Freitagvormittag zum Nachlesen:

Quelle: MDR/rj

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | MDR SACHSEN-ANHALT | 08. November 2019 | 17:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. November 2019, 15:48 Uhr

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