Superschnelles mobiles Internet Neuer Mobilfunkstandard 5G: Ausbau in Sachsen-Anhalt gestartet

In Sachsen-Anhalt hat der Ausbau des Mobilfunknetzes nach dem neuen Standard 5G begonnen. In Leuna im Saalekreis ist am Mittwoch der erste Sendemast in Betrieb gegangen. Was das neue Netz bringt – und wer davon profitieren wird.

Ein Funkmast mit Modulen für die neue Mobilfunk-Generation 5G steht auf einem Feld in Günthersdorf
Da steht er: der Funkmast in Leuna mit Modulen für den neuen Mobilfunkstandard 5G. Bildrechte: dpa

Blitzschnelles Internet – das verspricht der neue Mobilfunkstandard 5G. Am Mittwoch ist in Sachsen-Anhalt die erste Station mit der entsprechenden Technologie ausgerüstet worden. Der Mobilfunkanbieter Vodafone hat in Leuna im Ortsteil Kötschlitz einen seiner bundesweit 50 ersten 5G-Standorte in Betrieb genommen.

Die Antenne versorgt ein angrenzendes Einkaufszentrum nun mit dem superschnellen Mobilnetz. Dem Mobilfunkanbieter zufolge ist 5G ab sofort verwendbar – sofern die Kunden ein Smartphone haben, das den Standard nutzen kann.

Was ist 5G?

5G ist eine neue – die fünfte – Generation des Mobilfunks. Die Technologie ermöglicht eine besonders schnelle Übertragung von Mobilfunkdaten und damit ein besonders schnelles mobiles Internet. 5G kann Datenmengen bis zu 100 Mal schneller übertragen als der derzeitige Standard LTE (4G). Wegen Daten-Übertragungszeiten von nur wenigen Millisekunden soll beispielsweise mit 5G autonomes Fahren möglich sein.

Weitere 5G-Standorte in Sachsen-Anhalt

Vodafone teilte mit, dass bis Jahresende nur noch ein weiterer 5G-Standort in Sachsen-Anhalt eingerichten wird: in Harbke im Landkreis Börde. In den darauffolgenden Jahren solle dann ein Großteil der übrigen knapp 800 Vodafone-Masten im Land auf den neuen Standard umgestellt werden. Die 5G-Stationen hätten jeweils eine Reichweite von 800 bis 1.000 Metern.

''5G'' steht an einem Stand beim Mobile World Congress.
Die Uni Magdeburg will Einsatzmöglichkeiten von 5G erforschen. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Neben Vodafone haben drei weitere Unternehmen 5G-Frequenzen gekauft: die Telekom, Telefónica und 1&1 Drillisch. Laut Wirtschaftsministerium sind die Netzbetreiber dafür verantwortlich, den 5G-Ausbau umzusetzen. Dem Ministerium liegen noch keine konkreten Ausbau-Übersichten der Netzbetreiber vor.

Die Uni Magdeburg will bis Februar 2020 ein 5G-Testfeld im Wissenschaftshafen aufbauen. Dort sollen Anwendungen für 5G entwickelt und getestet werden. Zu den Forschungsprojekten gehören zum Beispiel aufgerüstete Notrufsäulen, die Gefahrenmeldungen durch 5G nahezu in Echtzeit an Autofahrer weitergeben sollen. Für das Vorhaben hat die Uni 500.000 Euro Fördergeld vom Wirtschaftsministerium erhalten.

Welche Regionen werden von 5G profitieren?

Von einem flächendeckenden 5G-Netz ist Sachsen-Anhalt noch weit entfernt. Mobilfunkanbieter wie Vodafone wollen zunächst bereits bestehende Funkmasten mit 5G aufrüsten. Wo noch kein Mast steht, gibt es also zunächst kein 5G. Allerdings ist im Zuge der 5G-Einführung festgelegt worden, dass bis Ende 2022 mindestens 98 Prozent der Haushalte Internet mit mindestens 100 Megabit pro Sekunde haben sollen. Jeder 5G-Mobilfunkanbieter soll 500 zusätzliche Funkmasten in bisher unterversorgten Regionen aufstellen. Perspektivisch solle das 5G-Netz möglichst flächendeckend alle besiedelten Gebiete in Sachsen-Anhalt erreichen, sagte Vodafone-Sprecher Volker Petendorf am Mittwoch in Leuna.

Doch eine 5G-Station allein reicht noch nicht für superschnelles Internet. Der Mast selbst muss außerdem ans Glasfasernetz angebunden sein. Somit profitieren von 5G die Gebiete, in denen es schon Glasfaseranschlüsse gibt. Das Land Sachsen-Anhalt plant, bis 2030 flächendeckend Glasfaser zu verlegen. Bereits bis Ende kommenden Jahres sollen zumindest alle Schulen einen Glasfaseranschluss haben.

Quelle: MDR/mh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 04. September 2019 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. September 2019, 18:50 Uhr

1 Kommentar

trendiendi vor 6 Wochen

5 G mag ja gut sein, nur die Großstädte profitieren davon. Warum kann das 4 G Netz erst mal überall komplett ausgebaut werden? Ich habe leider immer noch einen halben oder gar grauen Balken Empfang in Möllensdorf! Trotz das in der Nähe ein Sendemast steht. Kann man nicht mal alle Anbieter erst mal verpflichten, ihr Netz auf 4 G komplett auszurüsten? Da gibt es nur noch LTE Verträge und der Empfang ist be....en. Jetzt wird auf 5G umgerüstet und bestimmt wieder nicht überall und in der Zwischenzeit kommt dann 6G oder 20 G und und. Und der Standard ist noch immer nicht vorhanden.

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