Industriemüll-Lager Grube Teutschenthal – Das Freilager geht, der Gestank bleibt

Ein Schornstein für die Grube Teutschenthal soll helfen: Das Freilager der Grube für Bau- und Industrieabfälle und Müllverbrennungsaschen ist geräumt, doch noch immer stinkt es in der Umgebung. Jetzt werden weitere Schritte gegen den hartnäckig auftretenden Gestank diskutiert.

Ein Förderturm und Silos der GTS Grube Teutschenthal GmbH.
Nach einem Gerichtsurteil wurde die Abfälle des Freilagers der Grube Teutschenthal unter Tage gebracht. Bildrechte: dpa

Das Freilager der Grube Teutschenthal im Saalekreis mit Schlacke und Aschen aus der Müllverbrennung und Industrieabfällen ist nach einem Gerichtsurteil in dieser Woche geräumt worden. Und trotzdem ist der Gestank immer noch da. Das haben Anwohner MDR SACHSEN-ANHALT berichtet. Nun werden weitere Schritte gegen den Gestank diskutiert.

Wie das Landesamt für Geologie (LAGB) MDR SACHSEN-ANHALT mitteilte, prüft der Betreiber GTS den Bau von einer Art Schornstein. Durch den könnte die aus dem Schacht strömende Luft in höhere Schichten geblasen werden, sagte Bodo-Carlo Ehling, der Leiter des geologischen Dienstes. Eine weitere Möglichkeit sei, den Luftstrom im Schacht zu verlängern und damit die Konzentration der Abluft zu reduzieren. Einen Zeitplan oder Fristen für die Umsetzung einer solchen Idee gibt es jedoch nicht.

Schon vorher hatte der Grubenbetreiber GTS versucht, den austretenden und als süßlich-faulig beschriebenen Geruch zu neutralisieren und unter anderem einen Ammoniakwäscher installiert – laut Anwohnern ohne Erfolg.

Freilager geräumt und stillgelegt

Das Lager war Anfang August 2019 nach einem Gerichtsurteil des Oberverwaltungsgerichts des Landes Sachsen-Anhalt (Beschluss vom 25. Juni 2019, Aktenzeichen 2 M 42/19) geräumt worden. Schon seit September 2007 würde das Lager unter freiem Himmel den immissionsschutzrechtlichen Bestimmungen des LAGB nicht erfüllen. "Die Beschwerden von Nachbarn über erhebliche Geruchsbelästigungen durfte das LAGB zum Anlass nehmen, die sofortige Vollziehung der Stilllegungsverfügung anzuordnen", hatte das Oberverwaltungsgericht den Beschluss begründet.

Was wird in der Grube gelagert?

Laut Grubenbetreiber werden folgende Abfälle gelagert und in Schächten und Hohlräumen des ehemaligen Kali- und Steinsalzbergwerks eingelagert und verfüllt:

  • Abfälle aus der Rauchgasreinigung von Verbrennungsanlagen (hauptsächlich Stäube)
  • Schlacken und Aschen von Verbrennungsanlagen
  • Kontaminierte Bauabfälle (u.a. Boden, Bauschutt)
  • Abfälle aus Behandlungsanlagen (u.a. vorgemischte Abfälle, abgereinigte Böden)
  • Produktionsabfälle aus der Industrie in flüssiger, pastöser und fester Form
  • Schlämme aus der Reinigung der Industrieabwässer

Quelle: MDR/mp

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 07. August 2019 | 16:30 Uhr

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3 Kommentare

08.08.2019 17:45 Gert 3

Ich frage mich anhand der vom MDR hier vorgelegten Liste ,, Was wird in der Grube gelagert?" was hier so gestunken hat. Und ich schätze, daß die ,,Schlämme aus der Reinigung der Industrieabwässer" immer noch in einer gewissen Anlage auf dem Gebiet des ehemaligen Kombinates VEB Chemische Werke Buna Werk Schkopau genug getrocknet werden, daß sie geruchsfrei nach Teutschenthal zum Verfüllen des ehemaligen Salzstock kommen.

08.08.2019 12:20 baldur von ascanien 2

"Pecunia non olet" denken sich die Betreiber der Anlage. Die haben das Geld, die Bürger den Duft. Ist doch okay, eine win win Situation.

08.08.2019 11:32 Leser 1

Und wie sieht es mit dem Grundwasser aus?

Anmerkung von MDR SACHSEN-ANHALT:
Laut Landesamt für Geologie und Bergwesen kann das Abfallinventar nicht das Grundwasser oder die Biosphäre erreichen oder schädigen.

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