Weiterbau von Halles Westumfahrung A143 könnte sich weiter verzögern

Gegen den Weiterbau der Autobahn 143 im Westen von Halle wird geklagt. Beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig sind zwei Klagen eingegangen. Eigentlich waren die Planungen schon sehr weit fortgeschritten. Nach Jahren der Verzögerung sollte 2020 der erste Spatenstich für das letzte Teilstück der Autobahn gesetzt werden. Doch das ist jetzt fraglich.

Das Autobahnende der A 143 bei Halle
Bisher endet die A143 zwischen Bennstedt (links im Bild) und Halle. Bildrechte: IMAGO

Es ist eine unendliche Geschichte: Der Weiterbau der A143 im Westen von Halle könnte sich weiter verzögern. Wie MDR SACHSEN-ANHALT erfuhr, sind beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig erneut zwei Klagen eingegangen. Der Planfeststellungsbeschluss für das knapp 13 Kilometer lange Teilstück von Halles Westumfahrung ist eigentlich fertig. Wochenlang konnten die Bürger die Planungen einsehen und Einspruch einlegen. Das haben eine Firma und eine Privatperson nun getan. Sie klagen gegen den Autobahnbau. Eine der beiden Klagen ging erst wenige Stunden vor Ende der Einspruchsfrist am 11. Juni beim Gericht ein.

Eilantrag für Stopp der Planungen

Laut Gericht können die Planungen zwar trotz der Klagen erst einmal wie bisher weitergehen. Die Pressesprecherin des Bundesverwaltungsgerichts Petra Hoock sagte allerdings, dass es von einem der Kläger einen Eilantrag auf "aufschiebende Wirkung" gebe. Damit könnten die Planungen gestoppt werden. Der Beklagte, die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES), kann nun eine Stellungnahme abgeben. Erst dann entscheidet das Gericht. Eigentlich soll mit dem Weiterbau der A143 die Westumfahrung von Halle vollendet werden.

Ein Mann steht am Einde der Ausbaustrecke ienr Autobahn
Hier sollten schon seit 2005 Autos fahren. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Strecke sollte bereits seit 2005 fertig sein. Damals stoppte das Bundesverwaltungsgericht den Weiterbau – vor allem wegen veränderter Umweltauflagen. Die Autobahn wird an Naturschutzgebieten vorbei und durch geschützte Gebiete hindurch führen. Seit dem Frühjahr 2018 lagen die veränderten Planungen vor und wurden auch von der Landesverwaltung genehmigt. Der Umweltschutzverband BUND hatte angekündigt, auf eine Klage zu verzichten.

Frühestens 2020 könnte der erste Spatenstich für das letzte Teilstück gesetzt werden. 60 Monate später, Ende 2025, könnte dann die Jungfernfahrt zwischen der Anschlussstelle Halle-Neustadt und dem Autobahndreieck Halle-Nord stattfinden. Die Kosten für den Bau werden derzeit mit 350 Millionen Euro beziffert.

Mehr zum Thema

Quelle: MDR/lk

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | Studio Halle | 12. Juni 2018 | 12:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Juni 2018, 09:53 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

8 Kommentare

15.06.2018 05:38 Enrico Pelocke 8

Sehr schön, daß doch noch jemand gegen diesen Unsinn klagt. Die Welt ist gerettet.

14.06.2018 10:27 W. Merseburger 7

Die unendliche Geschichte um die Fertigstellung der A 143 hat einen neuen bizzaren Höhepunkt erreicht. Da einer der beiden Kläger erst wenige Stunden vor Ende einer Einspruchgsfrist "zugeschlagen" hat, wird die ganze Schwäche unseres Rechssystems nochmal deutlich. Der Staat wird vorgeführt und eigentlich auch handlungsunfähig gemacht. Ich glaube nicht, dass es den Klägern ernsthaft um die Verhinderung des Autobahn-Teilstücks geht, sondern dass sie einfach bösartig stänkern wollen und rechtlich das auch dürfen.

13.06.2018 06:58 Sr.Raul 6

Neues aus der Anstalt!