Nach Gerichtsurteil Stinkendes Lager für Industrieabfälle in Teutschenthal geräumt

Die Grube Teutschenthal hat nach einem Gerichtsurteil ihr umstrittenes Freilager geräumt. Jahrelang hatte es Streit um die Lagerung der Industrieabfälle und Aschen aus Müllverbrennungsanlagen gegeben. Der Betreiber war bereits vor 15 Jahren aufgefordert worden, eine Lagerhalle zu bauen.

Freilager Teutschenthal
Jahrelang wurden Industrieabfälle im Freilager der Grube Teutschenthal gelagert. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Auf dem Gelände der Grube Teutschenthal im Saalekreis ist das Lager für Industrieabfälle unter freiem Himmel beräumt worden. Das hat das Wirtschaftsministerium MDR SACHSEN-ANHALT mitgeteilt. Demnach will das Landesamt für Geologie und Bergwesen die Räumung am Dienstag vor Ort kontrollieren.

Nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts hatte die Betreiberfirma der Grube, die "Grube Teutschenthal Sicherungs GmbH & Co. KG" (GTS), eine Frist bis zum 4. August erhalten, um die Abfälle von dem Freilager wegzuschaffen. Die Beräumung wurde MDR Sachsen-Anhalt vom Wirtschaftsministerium bestätigt.

Rundgang durch die Grube Teutschenthal

Unter Tage in der Grube Teutschenthal.
Anwohner der Grube Teutschenthal im Saalekreis beschweren sich seit August 2018 über Gestank und auch Gesundheitsbeschwerden, vor allem Atemprobleme. MDR SACHSEN-ANHALT hat die Grube am Mittwoch besichtigt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Unter Tage in der Grube Teutschenthal.
Anwohner der Grube Teutschenthal im Saalekreis beschweren sich seit August 2018 über Gestank und auch Gesundheitsbeschwerden, vor allem Atemprobleme. MDR SACHSEN-ANHALT hat die Grube am Mittwoch besichtigt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Unter Tage in der Grube Teutschenthal.
In der Anlage ist seit Anfang des 20. Jahrhunderts Kalisalz für Düngemittel abgebaut worden, erklärt ein Sprecher des Grubenbetreibers GTS. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Unter Tage in der Grube Teutschenthal
Das ist ein Plan der Anlage, die sich unter Teutschenthal bis nach Angersdorf ausdehnt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Unter Tage in der Grube Teutschenthal
Durch den Kalisalz-Abbau seien unter Tage Hohlräume entstanden, erklärt der Unternehmenssprecher. Diese müssten mit Industrieabfällen aufgefüllt werden. Sonst drohten Gebirgsschläge. Das heißt: Die geschaffenen Hohlräume wären nicht mehr stabil, Stützpfeiler könnten dann brechen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Unter Tage in der Grube Teutschenthal.
Grubenbetreiber GTS gibt an, nach Beschwerden von Anwohnern über Gestank Maßnahmen ergriffen zu haben. Die Situation am sogenannten ausziehenden Wetterschacht Halle solle verbessert werden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Unter Tage in der Grube Teutschenthal.
Um den Geruch zu beseitigen, ist im November 2018 eine Geruchseliminierungsanlage installiert worden. Das ist eine Anlage, die ein Gemisch aus Wasser und einem Wirkstoff vernebelt. Zwei Wirkstoffe werden getestet, die unterschiedlich funktionieren. Ein Wirkstoff soll alle Geruchsmoleküle umschließen und so neutralisieren. Ein anderer Wirkstoff, der seit dieser Woche eingesetzt wird, soll Geruchsmoleküle aufbrechen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Unter Tage in der Grube Teutschenthal
Mitte Februar soll ausgewertet werden, wie effektiv die Anlage sei, sagt der Unternehmenssprecher. Außerdem betont er: "Es gibt keinen Nachweis, dass die GTS für gesundheitliche Beschwerden verantwortlich ist." Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Besichtung der Grube Teutschenthal
Von den Mitarbeitern der GTS, die teils seit 20 Jahren mit den Abfällen zu tun hätten, sei nicht bekannt, dass einer Gesundheitsbeschwerden habe, sagt der Sprecher. Die gesetzlichen Grenzwerte würden sowohl unter Tage als auch in den Orten der Nachbarschaft eingehalten.

Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 24.01.2019 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR/mh
Bildrechte: Bayerischer Rundfunk
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Schlacken, Aschen und Filterstäube unter freiem Himmel

Gabelstapler Freilager Teutschenthal
Schlacken, Aschen und Filterstäube aus Müllverbrennungsanlagen (Archiv) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das Gericht war Anfang Juli 2019 zur Überzeugung gekommen, dass der Betrieb des Lagers unter freiem Himmel bereits seit Ende September 2007 nicht mehr den immissionsschutzrechtlichen Bestimmungen des Landesamtes für Geologie und Bergwesen (LAGB) entsprach, also die Umwelt vor schädlichen Einwirkungen zu schützen.

Auf dem Gelände werden Schlacken, Aschen und Filterstäube aus Müllverbrennungsanlagen und kontaminierte Bau- und Industrieabfälle zwischengelagert, bevor sie in der Grube, einem früheren Kali- und Steinsalzbergwerk, zum Verfüllen von Stollen und Hohlräumen genutzt werden. Um die stinkende Müllkippe hatte es monatelang Streit gegeben.

Gesundheitsprobleme und Beschwerden über Gestank

Anwohner halten ein großes Plakat mit der Aufschrift "Giftmüll".
Anwohner machen 2018 mit Plakaten auf die Gesundheitsgefahr aufmerksam. Bildrechte: MDR/Fabian Brenner

Der Betreiber war bereits vor 15 Jahren aufgefordert worden, eine Lagerhalle zu bauen. Das war bis vor Kurzem nicht passiert. Nach einem Bericht der Mitteldeutschen Zeitung prüft das Unternehmen nun, ob man das Material auch künftig in einer Halle lagern könne.

Anwohner hatten sich monatelang über massiven Gestank beschwert und über Gesundheitsprobleme geklagt. Eine Gefährdung konnte aber nicht festgestellt werden. Um die Geruchsbildung zu bekämpfen, hatte der Betreiber entsprechende Anlage installiert.

Quelle: MDR/mp

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 06. August 2019 | 06:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. August 2019, 11:00 Uhr

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1 Kommentar

06.08.2019 11:26 Leser 1

Wieviel Arbeitsplätze sind nun weg? Das Ganze ist aber zu begrüßen. Nachträglich sollte die Firma in Regress genommen werden, weil 15 Jahre einfach zu viel sind und Gesetze und Anordnungen missachtet wurden. Mit welchem Recht? Bürgerproteste lohnen sich.

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