Nach Gerichtsurteil Stinkendes Lager für Industrieabfälle in Teutschenthal geräumt

Die Grube Teutschenthal hat nach einem Gerichtsurteil ihr umstrittenes Freilager geräumt. Jahrelang hatte es Streit um die Lagerung der Industrieabfälle und Aschen aus Müllverbrennungsanlagen gegeben. Der Betreiber war bereits vor 15 Jahren aufgefordert worden, eine Lagerhalle zu bauen.

Auf dem Gelände der Grube Teutschenthal im Saalekreis ist das Lager für Industrieabfälle unter freiem Himmel beräumt worden. Das hat das Wirtschaftsministerium MDR SACHSEN-ANHALT mitgeteilt. Demnach will das Landesamt für Geologie und Bergwesen die Räumung am Dienstag vor Ort kontrollieren.

Nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts hatte die Betreiberfirma der Grube, die "Grube Teutschenthal Sicherungs GmbH & Co. KG" (GTS), eine Frist bis zum 4. August erhalten, um die Abfälle von dem Freilager wegzuschaffen. Die Beräumung wurde MDR Sachsen-Anhalt vom Wirtschaftsministerium bestätigt.

Schlacken, Aschen und Filterstäube unter freiem Himmel

Das Gericht war Anfang Juli 2019 zur Überzeugung gekommen, dass der Betrieb des Lagers unter freiem Himmel bereits seit Ende September 2007 nicht mehr den immissionsschutzrechtlichen Bestimmungen des Landesamtes für Geologie und Bergwesen (LAGB) entsprach, also die Umwelt vor schädlichen Einwirkungen zu schützen.

Auf dem Gelände werden Schlacken, Aschen und Filterstäube aus Müllverbrennungsanlagen und kontaminierte Bau- und Industrieabfälle zwischengelagert, bevor sie in der Grube, einem früheren Kali- und Steinsalzbergwerk, zum Verfüllen von Stollen und Hohlräumen genutzt werden. Um die stinkende Müllkippe hatte es monatelang Streit gegeben.

Gesundheitsprobleme und Beschwerden über Gestank

Anwohner halten ein großes Plakat mit der Aufschrift "Giftmüll".
Anwohner machen 2018 mit Plakaten auf die Gesundheitsgefahr aufmerksam. Bildrechte: MDR/Fabian Brenner

Der Betreiber war bereits vor 15 Jahren aufgefordert worden, eine Lagerhalle zu bauen. Das war bis vor Kurzem nicht passiert. Nach einem Bericht der Mitteldeutschen Zeitung prüft das Unternehmen nun, ob man das Material auch künftig in einer Halle lagern könne.

Anwohner hatten sich monatelang über massiven Gestank beschwert und über Gesundheitsprobleme geklagt. Eine Gefährdung konnte aber nicht festgestellt werden. Um die Geruchsbildung zu bekämpfen, hatte der Betreiber entsprechende Anlage installiert.

Quelle: MDR/mp

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 06. August 2019 | 06:30 Uhr

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1 Kommentar

06.08.2019 11:26 Leser 1

Wieviel Arbeitsplätze sind nun weg? Das Ganze ist aber zu begrüßen. Nachträglich sollte die Firma in Regress genommen werden, weil 15 Jahre einfach zu viel sind und Gesetze und Anordnungen missachtet wurden. Mit welchem Recht? Bürgerproteste lohnen sich.

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