Mitfahrerparkplatz A38 bei Querfurt: 50 neue Parkplätze für Pendler

Pendler im Saalekreis können aufatmen: An der Anschlussstelle der Autobahn 38 bei Querfurt wird am Donnerstag ein lang ersehnter Pendlerparkplatz freigegeben. Ziel ist, etwas gegen das bisherige "wilde Parken" vieler Autofahrer zu unternehmen.

Ein Schild weist den Weg zu einem Pendlerparkplatz
An der A38-Anschlussstelle Querfurt wird am Donnerstag ein lang ersehnter Pendlerparkplatz freigegeben. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Bei Querfurt im Saalekreis ist am Donnerstagabend ein dringend benötigter Pendlerparkplatz für den Verkehr freigegeben worden. Wie das Verkehrsministerium mitteilte, soll so das "wilde Parken" entlang der Anschlussstelle zur Autobahn 38 gestoppt werden. Vier Monate lang wurde an dem Parkplatz gebaut, 50 Pkw-Stellplätze sind entstanden. Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) nannte den Parkplatz einen "wichtigen Beitrag für mehr Verkehrssicherheit".

Aufnahme eines Parkplatzes, auf dem mehrere Fahrzeuge stehen.
Am Donnerstag wurde der Pendlerparkplatz freigegeben. Bildrechte: MLV/LSBB

Diesen Beitrag zur höheren Verkehrssicherheit hat das Land Sachsen-Anhalt sich rund 400.000 Euro kosten lassen. Darin sind auch die Kosten für die Anbindung des Parkplatzes an das Straßennetz enthalten. Über einen befestigten Wirtschaftsweg können Autofahrer jetzt direkt von der Landesstraße 176 auf den sogenannten Mitfahrerparkplatz fahren. Aus Richtung Schraplau wurde dafür auch eine Linksabbiegespur gebaut. Sie soll garantieren, dass der Verkehr auf der Landesstraße nicht wegen abbiegender Autos ins Stocken gerät.

1.000 Parkplätze für Pendler werden gebraucht

Dass der Mitfahrerparkplatz ausgerechnet an der Anschlussstelle Querfurt gebaut wurde, ist übrigens kein Zufall: Untersuchungen der Landesstraßenbaubehörde hatten laut Ministerium nämlich ergeben, dass der Bedarf an dieser Stelle ziemlich hoch ist. Dass es mit einem Mitfahrerparkplatz nicht getan ist, ist allerdings auch klar.

Den Angaben des Verkehrsministeriums zufolge werden in ganz Sachsen-Anhalt rund 1.000 Pendlerparkplätze benötigt – rund 400 davon besonders dringend. Einziges Manko: Bis überhaupt mit dem Bau eines solchen Parkplatzes begonnen werden kann, dauert es in der Regel Jahre. Allein für das notwendige Planfeststellungsverfahren kalkulieren die Experten aus dem Ministerium mit mindestens vier Jahren.

Das ist ein Planfeststellungsverfahren Unter einem Planfeststellungsverfahren versteht man in Deutschland ein Verfahren, das für Bauvorhaben durchlaufen werden muss – zumindest für solche, die größere Veränderungen bei der Infrastruktur nach sich ziehen. Ein solches Verfahren kommt beispielsweise beim Bau von Straßen, Flugplätzen oder Eisenbahnen zum Einsatz. Wenn Bund oder Land also eine Straße oder wie in diesem Fall einen Parkplatz bauen wollen, müssen sie Naturschutz, Landwirtschaft und privates Eigentum berücksichtigen. Um grünes Licht und eine Genehmigung zu bekommen, ist es hilfreich, wenn die Verkehrssicherheit im Zuge des Bauvorhabens verbessert wird – wie zum Beispiel im hier vorliegenden Fall.

Viele Pendler hatten jahrelang einen Feldweg kurz vor der A38-Auffahrt genutzt, um ihre Autos abzustellen. Teilweise wurden sogar Knöllchen fürs "Wildparken" verteilt – wenn es nach dem Verkehrsministerium geht, soll das ab Donnerstag der Vergangenheit angehören. Was 2014 mit ersten Planungen begonnen hat, ist mit Freigabe des ersten Mitfahrerparkplatzes im Süden Sachsen-Anhalts nun also Geschichte.

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Quelle: MDR, dpa/ld

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 06. Dezember 2018 | 06:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Dezember 2018, 11:00 Uhr

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