Zentrales Lager für Ersatzteile für Europa Produktionsstart bei Autozulieferer Schaeffler in Halles Star Park

Im Industriegebiet Star Park an der Autobahn 14 bei Halle beginnt die Produktion bei dem Autozulieferer Schaeffler – mit weniger Beschäftigten als bisher kommuniziert. In dem neuen Logistikzentrum für Auto-Ersatzteile sollen bis Mitte 2022 rund 600 Menschen arbeiten. 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen erst bei maximaler Auslastung bis etwa 2028 erreicht werden.

Großlager mit Konfektion für den Autoteile-Hersteller Schaeffler im Starpark Halle/Saale
Im Star Park bei Halle hat Schaeffler ein 40.000 Quadratmeter großes Montage- und Verpackungszentrum errichtet. Bildrechte: imago images / Steffen Schellhorn

Auf dem Industriegelände Star Park an der Autobahn 14 zwischen den Abfahrten Halle-Ost und Halle/Peißen hat Schaeffler seinen neuen zentralen Lagerstandort für ganz Europa gebaut und in Betrieb genommen. Von hier aus sollen alle europäischen Regionallager beliefert werden. Das Logistikzentrum diene auch als Zentrallager für Deutschland, Österreich und die Schweiz, sagte Pressesprecher Steffen Nieländer von Schaeffler MDR SACHSEN-ANHALT.

2018 wurde der Grundstein für das neue Europa-Logistikzentrum des Autozulieferers Schaeffler im Industriegebiet Star Park bei Halle gelegt. Am Mittwoch beginnt nun die Produktion. "Es beginnt unsere Anlaufphase – so richtig geht es aber erst im nächsten Jahr los", sagte der Sprecher des Unternehmens, Steffen Nieländer, MDR SACHSEN-ANHALT. Begonnen werde erst einmal mit 25 Prozent der Anlagenkapazität.

900 Mitarbeiter erst bis 2028

Feierliche Grundsteinlegung für das Schaeffler Montage- und Verpackungszentrum, unter anderem mit Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (2.v.r.) am 15.06.2018 im Industriegebiet "Star Park" bei Halle.
Bei der Grundsteinlegung für das Logistikzentrum am 15. Juni 2018 war auch Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (2.v.r.) dabei. Bildrechte: Schaeffler

Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) hatte sich lange für die Ansiedlung im Star Park stark gemacht und den Investor als "sehr zuverlässigen Partner" bezeichnet. Die mehr als 900 Mitarbeitenden, die der Zulieferer ab 2019 in Halle beschäftigen wollte, könnten mit einer fairen, branchenüblichen Entlohnung rechnen, sagte Wiegand 2017.

Schaeffler-Unternehmenssprecher Steffen Nieländer erklärte MDR SACHSEN-ANHALT, etwa Mitte 2022 werde das Logistikzentrum die "vorgesehene Auslastung von 600 Mitarbeitern" haben. 900 Beschäftigte seien das Maximum, welches bei einer "finalen Ausbaustufe" bis etwa 2028 erreicht werden kann. Der Standort biete noch viel Potential, um weiter zu wachsen. "Aber das ist die Langfristplanung", so Nieländer.

Mit wieviel Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das Unternehmen jetzt zu Beginn gestartet sei, wollte der Sprecher nicht sagen. Auch zur Bezahlung gab es keine Auskunft.

Was wird an dem Schaeffler-Standort bei Halle produziert?

Der Schaeffler-Unternehmensbereich Automotive Aftermarket hat insgesamt eine Summe von 180 Millionen Euro für das zentrale Lager investiert. Schaeffler hat das Grundstück gekauft, der Firmenpartner und Logistikdienstleister Neovia das Lager gebaut. Neovia ist auch für den Betrieb verantwortlich.

An dem neuen Standort werden Reparaturlösungen für Fahrzeuge zusammengestellt und versandt. Nieländer erklärte: "Wir stellen dem unabhängigen Teilemarkt Komplettlösungen zur Verfügung. Wenn zum Beispiel eine Kupplung kaputt geht, dann stellen wir den Werkstätten nicht nur das Austauschteil, zum Beispiel die Kupplungsscheibe, zur Verfügung, sondern auch alles andere, was dazu gehört, wie Schrauben, Dichtringe und so weiter." Im sogenannten Kitting-Prozess stellen die Angestellten die Reparaturlösungen zusammen und verpacken sie.

Schaeffler gehört zu den größten Automobilzulieferern in Deutschland. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Unternehmen mit weltweit 87.700 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 14,4 Milliarden Euro. Der Konzern ist nach eigenen Angaben an 170 Standorten in 50 Ländern der Welt aktiv. Zuletzt hatte das Unternehmen aus Herzogenaurach in Bayern mit den negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie zu kämpfen und schrieb im zweiten Quartal 150 Millionen Euro Verlust.

Grafik des Schaeffler Montage- und Verpackungszentrum im Industriegebiet "Star Park" bei Halle.
Grafik des Schaeffler Montage- und Verpackungszentrums im Industriegebiet "Star Park" bei Halle Bildrechte: GSE Deutschland GmbH/Ropertz & Partner Planungsgesellschaft mbH

Wer wird als Mitarbeiterin und Mitarbeiter gesucht?

Die Beschäftigten sind bei Schaefflers Logistikdienstleister Neovia angestellt. Gesucht werden hauptsächlich Menschen für klassische Versanddienstleistungen und für den Bereich Kitting. Es werde auch Ausbildungsstellen geben, so Unternehmenssprecher Nieländer. Für die Startphase habe man problemlos alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gefunden. "Wir werden aber weiter Leute suchen", so Nieländer. Bewerben könne man sich über die Internetseiten von Neovia, aber auch über gängige Job-Portale und Jobmessen.

Schaeffler gehört zu den größten Automobilzulieferern in Deutschland. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete das Unternehmen mit weltweit 87.700 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 14,4 Milliarden Euro. Der Konzern ist nach eigenen Angaben an 170 Standorten in 50 Ländern der Welt aktiv. Der Geschäftsbereich Automotive Aftermarket, zu dem auch das neue Logistikzentrum bei Halle gehört, hat seinen Sitz im hessischen Langen.

Durch Corona unter Druck aber "Talsohle durchschritten"

Zuletzt hatte das Unternehmen aus Herzogenaurach in Bayern mit den negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie zu kämpfen und schrieb im zweiten Quartal 150 Millionen Euro Verlust.

Schaeffler Pressesprecher Steffen Nieländer von der Schaeffler Automotive Aftermarket GmbH & Co. KG sagte MDR SACHSEN-ANHALT, trotz der Corona-Krise habe es für den neuen Logistikstandort bei Halle nur wenige Monate Verzögerung gegeben. Es gebe zwar auch Kurzarbeit, aber in einem niedrigen zweistelligen Prozentbereich. "Wir haben die Talsohle durchschritten. Wir befinden uns in der Ramp-Up-Phase", so Nieländer. Der kleine Verzug bringe Schaeffler nicht in Schwierigkeiten. Das Zentrallager sei für den Unternehmensbereich ein Leuchtturmprojekt. "Das ist auch für uns das größte Investitionsvolumen, das wir jemals getätigt haben – für uns als Aftermarket-Division im Schaeffler-Konzern", erklärt Nieländer.

Mit dem neuen Europa-Logistikzentrum erhoffe sich Schaeffler eine höhere Kundenzufriedenheit, bessere Versorgungsketten und kürzere Lieferzeiten. "Die Anforderungen der Kunden werden immer größer", sagte Nieländer. Es würden schnelle, zuverlässige und europaweite Lieferungen gefordert. Dem wolle man mit dem neuen Standort Rechnung tragen.

Und dafür sei der Standort bei Halle ideal. Schaeffler habe nun einen Logistikstandort im Herzen von Europa – mit Anbindung an Flughafen, Autobahnen und an die Infrastruktur von Halle und Leipzig.

Quelle: MDR,dpa/mp

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 12. August 2020 | 12:00 Uhr

1 Kommentar

maheba vor 23 Wochen

Als ob es nicht schon genug Autozulieferer gibt.?
Ich denke mal, da macht ein anderer zu und woanders wird mit viel Steuervergünstigungen und Fördermitteln wieder einer aufgemacht. Kreisläufe sind das?

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