Blaulichtanlage eines Polizeiautos.
Die Bürgermeisterin der Einheitsgemeinde Salzatal soll betrunken einen Unfall verursacht haben. Nun ermittelt die Polizei (Symbolfoto). Bildrechte: IMAGO

Promille-Unfall Nach Fahrerflucht: Salzatals Bürgermeisterin entschuldigt sich

Die Bürgermeisterin von Salzatal im Saalekreis soll betrunken Auto gefahren sein und dabei einen Unfall verursacht haben. Ina Zimmermann hat das nun indirekt eingestanden. Gemeinde und Gemeinderat stehen hinter ihr.

Blaulichtanlage eines Polizeiautos.
Die Bürgermeisterin der Einheitsgemeinde Salzatal soll betrunken einen Unfall verursacht haben. Nun ermittelt die Polizei (Symbolfoto). Bildrechte: IMAGO

Der Unfall ist seit einer Woche das Gesprächsthema in der Gemeinde Salzatal: Die Bürgermeisterin Ina Zimmermann soll letzte Woche mit 2,8 Promille im Blut einen Unfall verursacht und Fahrerflucht begangen haben. Einige Einwohner zeigten sich empört über ihr Verhalten. "Finde ich natürlich nicht in Ordnung, schlechtes Vorbild. Sie ist das Oberhaupt der Gemeinde", sagte eine Anwohnerin MDR SACHSEN-ANHALT. Die meisten halten aber zu der 34-Jährigen, die bei vielen sehr beliebt ist.

Die Ereignisse waren auch Thema auf der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend. Dort wurde eine Erklärung von Ina Zimmermann verlesen, in der sie Unfall und Fahrerflucht indirekt eingestand. Sie wolle aus tiefstem Herzen versichern, dass ihr unendlich leid tue, was passiert sei, hieß es. Ina Zimmermann ist krankgeschrieben, tagelang war sie nicht zu erreichen. Mit demselben Wortlaut wie in der Gemeinderatssitzung hat sie sich nun bei Facebook geäußert. "Ja, ich habe einen riesigen Fehler gemacht und ja, ich werde dafür geradestehen", schrieb sie.

Vor Tor oder Geländer gefahren

Der Gemeinderat steht voll hinter der CDU-Politikerin, die seit 2016 im Amt ist. Der Vorsitzende Michael Schareck sagte MDR SACHSEN-ANHALT, man stehe zu ihr, weil sie tolle Arbeit mache, gute Ideen habe und die Gemeinde auf Vordermann bringen würde.

Die Bürgermeisterin war am 18. Oktober nach einer offiziellen Veranstaltung für ehrenamtliche Feuerwehrleute in Schochwitz ins Auto gestiegen und soll gegen ein Tor oder ein Geländer gefahren sein – darüber gibt es von der Polizei unterschiedliche Angaben. Die 34-Jährige soll Fahrerflucht begangen haben, von Zeugen verfolgt worden und mit deren Auto kollidiert sein. Von der Polizei gibt es keine Bestätigung, dass Ina Zimmermann an dem Unfall beteiligt war. Die Beamten bestätigten MDR SACHSEN-ANHALT jedoch, dass es einen solchen Unfall mit einer 34-jährigen Fahrerin gegeben habe. Die Polizei ermittelt nun wegen Trunkenheit im Straßenverkehr und Fahrerflucht.

Quelle: MDR/lk

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | Studio Halle | 24. Oktober 2018 | 07:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. Oktober 2018, 16:56 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

15 Kommentare

25.10.2018 21:16 Wo ist das Lobbyregister? 15

@24.10.2018 15:09 Paula test

(Die arme Bürgermeisterin. Schön, dass die Salzataler so viel Verständnis haben.)

Raten sie genau einmal, woran das liegt und in welchem Bundesland die Gemeinde Salzatal verortet ist. Genau. Das "Mitleid" der Gemeindebewohner kommt einer Diagnose gleich.
Und inwiefern die Bürgermeisterin eine "arme" welche sein könnte, wird wohl ihr Geheimnis bleiben oder, Moment, kommen sie womöglich aus der Gegend?

25.10.2018 21:12 Wo ist das Lobbyregister? 14

@24.10.2018 21:09 W. Merseburger

(das Verhalten von Frau Zimmermann, die ,wie oben steht, betrunken Auto gefahren sein "soll" muss zum Rücktritt führen.)

Und zwar ZWINGEND. Noch dazu, da dieses Verhalten ausgerechnet in Sachsen-Anhalt stattfand, wo die Sauferei aller Orten und zu allen Tageszeiten ohnehin schon ein öffentlich diskutiertes Problem darstellt. Wer übrigens mit dem Alkoholspiegel Auto fährt, hat in der Lokalpolitik rein garnichts zu suchen - ausser den Ausgang.

25.10.2018 08:50 Teo 13

@7 Joachim Hilse: Ich bin ganz ehrlich und kann zu 100% ausschließen jemals min 2,8 Promille am Steuer gesessen zu haben. Wenn so etwas min 0,5 oder 0,8 Promille passiert, kann man das als Ausrutscher sehen aber bei 2,8 ganz sicher nicht. Ab 3 Promille fängt es an lebensbedrohlich zu werden. Wer da noch ins Auto steigt, hat ein akutes Alkoholproblem, das dringend behandlungsbedürftig ist.