Einladung ins Schloss Bellevue Rettungssanitäter im Ehrenamt: "Ohne Rückhalt geht es nicht"

Jedes Jahr lädt der Bundespräsident Ehrenamtliche zu einem Neujahrsempfang ein, um ihnen für ihr Engagement zu danken. Mit dabei am Donnerstag war auch Florian Sachse – ein 37-Jähriger aus Schkopau, der sich ganz dem Dienst am Menschen verschrieben hat.

Rettungs-Sanitäter Florian Sachse vor einem Rettungswagen
Seit 20 Jahren ist Florian Sachse beim DRK. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sie rücken aus, wenn Notfallretter an ihre Grenzen stoßen, vor allem wenn viele Patienten auf einen Schlag zu versorgen sind: Rettungs-Sanitäter, wie die der Einheit vom DRK Halle-Saalekreis unter ihrem Zugführer Florian Sachse. Der 37-Jährige war am Donnerstag Gast beim Neujahrsempfang von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Berlin. Dort dankt Steinmeier jedes Jahr engagierten Bürgern.

Sachse kam vor knapp 20 Jahren zum DRK. Er machte hier seinen Wehrersatzdienst und blieb sechs Jahre. Mittlerweile ist er ehrenamtlich dabei. "Am Anfang war es Pflicht, dann ist es Leidenschaft geworden", erklärt Sachse MDR SACHSEN-ANHALT die Motivation seiner Ehrenamtsaufgabe.

Den Menschen helfen wollen

28 Einsatzkräfte hat Florian Sachse unter sich. Oft müssten sie nicht ausrücken, ein- zweimal im Jahr vielleicht, vor allem bei Unfällen mit vielen Verletzten oder für Evakuierungsmaßnahmen bei Bombenentschärfungen. Auch bei der Betreuung der Hochwasserflüchtlinge während der Flut 2013 waren sie im Einsatz.

Zwei Rettungs-Sanitäter bei einer Wiederbelebungsübung an einer Puppe. Ein Dritter schaut zu.
Sachse übernimmt beim DRK die Ausbildung der Sanitäter. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

 "Im Vordergrund steht sicherlich immer der Gedanke, Menschen helfen zu wollen. Deswegen fängt man hier an", sagt Sachse. Wenn dieser Einsatz gewürdigt wird, sei das natürlich sehr schön. "Wenn wir zu Einsätzen sind, wenn wir bei Veranstaltungen sind, größere Feste oder irgendwelche Aktivitäten absichern, dann kommen die Patienten schon und bedanken sich – nicht 100 Prozent, aber schon viele. Und das, glaube ich, freut viele, dass sie dann auch sehen, dass ihre Arbeit, die sie ehrenamtlich machen, am Ende auch Früchte trägt."  

Als Stellvertreter seiner Einheit in Berlin

Als Dankeschön empfindet er auch die Einladung beim Bundespräsidenten – nicht für sich persönlich, sondern stellvertretend für seine Helfer. Es sei ihm wichtig, dass es nicht um ihn als Person gehe, sondern er als Zugführer seiner Einheit im Schloss Bellevue sei.

Ohne meine vielen Helfer hätte ich das am Ende nicht geschafft. Das hab ich auch zur Weihnachtsfeier allen so gesagt, dass ich ganz stolz auf uns alle bin, auf das, was wir hier erreicht haben und was wir jeden Tag leisten.

Florian Sachse, Zugführer DRK Halle-Saalekreis

Florian Sachse hat sein Ehrenamt zum Beruf gemacht, verdient sein Geld bei der Feuerwehr –  was keine zwingende Voraussetzung ist, um bei den DRK-Rettungs-Sanitätern in Halle mitzumachen. Neben einigen Medizinern sind dort auch Studenten, IT-Fachleute oder Handwerker dabei. Alle zwei Wochen trifft man sich zur Ausbildung, die Florian Sachse übernimmt. Dafür habe er sich im Laufe der Zeit ausbilden lassen.

"Ohne Rückhalt geht es nicht"

Dankbar ist Sachse auch, dass er auch zeitlich den Raum bekommt, sein Ehrenamt so auszuüben. "Ohne Rückhalt in der Familie geht das am Ende nicht. Aber wir merken auch, wenn wir Einsätze haben, dass die Familien regelmäßig vorbeikommen. Dass sie schauen, was die Vatis oder Muttis dort machen. Die sind natürlich auch ein bisschen stolz, wenn  geholfen wird oder sie sehen, wie die Sanitäter in Aktion sind."

Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 09. Januar 2020 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Januar 2020, 21:09 Uhr

1 Kommentar

August vor 6 Wochen

Gute Arbeit für Gutes Geld wäre wünschenswert in allen Bereichen aber unser Land zerfällt in einen Niedrigslohnsektor und in Ehrenamt wo soll das Enden.
In Frankreich legen sie die Wirtschaft lahm wegen der Rente mit 64 und hier ist die Rente mit 68 oder gar 70 im Gespräch von der die meisten nicht leben können.

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