Ralf Wunschinski
Ralf Wunschinski hatte sich bei der Bürgermeisterwahl im September 2016 knapp gegen den FDP-Mitbewerber Frank Witte durchgesetzt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

"Unüberwindbaren Vertrauensverlust" Teutschenthal: Abwahlantrag gegen Bürgermeister Wunschinski

Die Gemeinde Teutschenthal im Saalekreis will ein Abwahlverfahren gegen ihren Bürgermeister Ralf Wunschinski einleiten. Zahlreiche Vorwürfe gegen seine Amtsführung stehen im Raum. Der selbst sieht sich als Opfer.

Ralf Wunschinski
Ralf Wunschinski hatte sich bei der Bürgermeisterwahl im September 2016 knapp gegen den FDP-Mitbewerber Frank Witte durchgesetzt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Gegen den Bürgermeister Ralf Wunschinski (CDU) der Gemeinde Teutschenthal im Saalekreis soll ein Abwahlverfahren eingeleitet werden. Einen entsprechenden Antrag haben die Gemeinderäte auf ihrer Sitzung am Dienstagabend mehrheitlich unterzeichnet. 24 der 26 Räte setzten ihre Unterschrift unter den Antrag. Begründet wurde der Schritt mit einem unüberwindbaren Vertrauensverlust zum Bürgermeister.

Zahlreiche Vorwürfe gegen Wunschinskis Amtsführung

Das Rathaus der Gemeinde Teutschenthal
Die Amtsfürhung von Bürgermeister Ralf Wunschinski sorgt für Unruhe im Teuschenthaler Gemeinderathaus. (Archivbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In den vergangenen Monaten gab es mehrfach Kritik an Wunschinskis Amtsführung. So haben unter anderem die Entlassung einer Kita-Leiterin, eine Spitzelaffäre, die letztendlich keine war und die Einstellung eines Bauamtsleiters, dem aber die Qualifikationen gefehlt haben sollen für Unruhe in der Gemeindeverwaltung gesorgt. Außerdem wird ihm vorgeworfen, 200.000 Euro aus der Gemeindekasse für die Planung einer neuen Kita im Teutschenthaler Ortsteil Angersdorf ausgegeben zu haben, ohne den Gemeinderat vorher gefragt zu haben. Teilweise beschäftigen sich auch Kommunalaufsicht und Staatsanwaltschaft mit den Vorwürfen.

Bürgermeister Wunschinski

Ralf Wunschinski hatte im September 2016 knapp die Wahl zum Bürgermeister der Gemeinde im Saalekreis gegen den FDP-Mitbewerber Frank Witte gewonnen. Von 2011 bis 2016 war der CDU-Politiker Abgeordneter des Landtages in Magdeburg.

Für den amtierenden Bürgermeister der Gemeinde kommt ein möglicher Rücktritt nach eigenen Angaben nicht in Frage. Er zeigt sich dagegen kämpferisch. Wunschinski sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Das bedeutet für mich, dass ich kampflos nicht aufgebe und, dass ich mich zur Wehr setzen werde." Er ist überzeugt, dass innerhalb der Verwaltung gute Arbeit geleistet worden sei. Der Gemeinderat habe im vergangenen Juli eine Liste mit 18 Punkten an die Kommunalaufsicht übergeben, davon seien bereits zwölf Punkte als obsolet erklärt wurden. In den anderen Fällen laufe ein Disziplinarverfahren. Er sei sich sicher, dass dieses zum gleichen Ergebnis kommen wird.

Wunschinski sieht sich als Opfer

Während die eine Seite eine ganze Latte an Kritikpunkten hat, hat sich Wunschinski selbst nichts vorzuwerfen:

Ich sehe das im Augenblick ganz ruhig und entspannt, denn wie gesagt, ich habe mir nach meinem Dafürhalten nichts vorzuwerfen.

Ralf Wunschinski, Bürgermeister der Gemeinde Teutschenthal

Der CDU-Politiker sieht sich in dem Fall eher als Opfer. Die Schuld dafür sieht er vor allem in den Medien: "Da sind leider auch die Medien mit Schuld dran und natürlich Social Media, wo sehr viel Hetze gegen mich betrieben wird. Aber es sind immer nur die gleichen Leute." Es gebe aber auch viele andere, die ihm auf die Schulter klopften und sagten: 'Bleib stark und mach weiter!'"

Bürger entscheiden letztlich über Abwahl

Um ein Abwahlverfahren einzuleiten, müssen in einer Sondersitzung Ende Februar drei Viertel des Gemeinderats erneut dafür stimmen. Am Ende wären die Bürger aufgerufen, über die Abwahl zu entscheiden. Mindestens 30 Prozent der Bürger müssten Wunschinski als Bürgermeister abwählen. Die Wahlbeteiligung könnte dabei eine hohe Hürde sein. Obwohl das Thema die Gemeinde seit Monaten beschäftigt – Bürger waren bei der Sitzung nur wenige da.

Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 13. Februar 2019 | 06:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Februar 2019, 10:44 Uhr

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6 Kommentare

13.02.2019 21:33 Zuschauer 6

Na Du Demokrat, die Themen reichen wohl nicht mehr oder sind schon zu abgedroschen, dass Du jetzt mit der Nazikeule auffährst. Ich kann das auch nicht mehr hören.
Vielleicht sollten sich mal alle Gemeinderatsmitglieder an ihre eigenen Nasen fassen und fragen was sie in der Zeit getan haben, als der Bürgermeister soviele Alleingänge angeblich durchzog. Wenn es so sein sollte, müssen wesentlich mehr Köpfe rollen, als nur einer.

13.02.2019 17:51 Erna 5

@Demokrat

Was hat Herr W. mit derAfD zu tun? Er ist CDU-Mitglied.

13.02.2019 17:30 flo 4

@1 und was bitteschön hat das mit der AFD zu tun ? Meines Wissens gehört dieser Bürgermeister der CDU an. Außerdem ist er wegen der vielen Sitze der AFD aus dem Landtag geflogen.

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