Grube Teutschenthal
In der Grube Teutschenthal ist am Montag der Betrieb wieder angelaufen. (Archivbild) Bildrechte: MDR/Oliver Leiste

Verpuffung mit zwei Verletzten Experten suchen nach Ursache für Grubenunglück in Teutschenthal

Nach der Verpuffung in der Grube Teutschenthal im Saalekreis läuft die Suche nach der Ungücksursache. Unterdessen ist der Betrieb in der Grube wieder angelaufen – zumindest eingeschränkt.

Grube Teutschenthal
In der Grube Teutschenthal ist am Montag der Betrieb wieder angelaufen. (Archivbild) Bildrechte: MDR/Oliver Leiste

Nach dem Unglück in der Grube Teutschenthal im Saalekreis vergangenen Freitag sind die Experten weiter auf der Suche nach dem Grund für die Verpuffung. Einer Polizeisprecherin zufolge wird das einige Zeit in Anspruch nehmen. Nach Angaben der Betreiberfirma erfolgt die Ursachensuche in Absprache mit dem Landesamt für Geologie und Bergwesen.

In der Grube hatte es am Freitag in 700 Meter Tiefe eine Verpuffung gegeben. Zu der Zeit waren insgesamt 38 Bergarbeiter unter Tage. Zwei Bergleute wurden verletzt – sie wurden unmittelbar nach dem Unglück von der Grubenwehr geborgen. Die anderen Arbeiter suchten Sicherheitsräume auf, die für solche Fälle vorgehsehen sind und vor Schadstoffen abschirmen sollen. Dort harrten sie rund zwei Stunden aus, bevor sie wieder über Tage gelangten.

Betrieb eingeschränkt wieder angelaufen

Am Montag konnte unterdessen der Grubenbetrieb zumindest eingeschränkt wieder aufgenommen werden, hieß es vom Unternehmen. Das Landeswirtschaftsministerium hatte zuvor eine Teilfreigabe erteilt. Ein Sprecher sagte, feste Stoffe könnten wieder in das stillgelegte Bergwerk eingelagert werden. Andere dürften vorerst nicht verwendet werden, solange die Ursache für die Verpuffung am Freitag nicht zweifelsfrei geklärt sei.

In dem früheren Kali- und Steinsalzbergwerk in Teutschenthal werden seit Jahren Hohlräume, die durch den Abbau entstanden sind, mit Materialien verfüllt, um das Bergwerk zu sichern. Am Unglückstag wurde zunächst vermutet, dass die Verpuffung womöglich entstanden ist, weil sich Wasserstoff angesammelt und entzündet habe.

Alle Bergleute gerettet Explosion in Teutschenthal: Bilder vom Unglücksort

Auf dem Gelände der Grube Teutschenthal hat es am Freitagmorgen eine Explosion gegeben. Bei einer Verpuffung verletzten sich zwei Bergleute. Über 30 wurden aus einem Schutzraum gerettet.

Grube Teutschenthal
In der Grube Teutschenthal hat es am Freitagmorgen eine Explosion gegeben. Rettungskräfte sind vor Ort. Bildrechte: MDR/Jan Möbius
Grube Teutschenthal
In der Grube Teutschenthal hat es am Freitagmorgen eine Explosion gegeben. Rettungskräfte sind vor Ort. Bildrechte: MDR/Jan Möbius
Luftaufnahme des Geländes der Grube Teutschenthal
Das Gelände der Grube Teutschenthal befindet sich im Saalekreis. Bildrechte: Geobasisdaten © GeoBasis-DE / LVermGeo LSA, 2019
Grube Teutschenthal
Für die Rettung standen unterschiedliche Geräte und Fahrzeuge bereit. Bildrechte: MDR/Jan Möbius
Grube Teutschenthal
Wie es zu der Verpuffung in der Grube kam, kann der Gruben-Betreiber, die Geiger-Gruppe, noch nicht genau sagen. Die Grubenwehr messe aktuell die Wasserstoffkonzentration. Zur Zeit gehe man davon aus, dass es sich um eine Wasserstoffverpuffung gehandelt habe. Bildrechte: MDR/Jan Möbius
Grube Teutschenthal
Vor Ort sind viele Journalisten, unter anderem auch MDR SACHSEN-ANHALT. Um 12 Uhr soll es eine offizielle Pressekonferenz geben. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Grube Teutschenthal
Die Grube wurde abgeriegelt, niemand konnte auf das Gelände. Bildrechte: MDR/Oliver Leiste
Grube Teutschenthal
Nach aktuellem Kenntnisstand seien keine giftigen Stoffe ausgetreten oder in die Umwelt gelangt. Der Sprecher des Wirtschaftministeriums sagte, die Verpuffung habe keine größeren Schäden angerichtet, die Fahrstühle seien in Takt. Bildrechte: MDR/Oliver Leiste
Grube Teutschenthal
Mittags gab es schließlich Entwarnung seitens der Polizei Halle: Alle Bergleute konnten gerettet werden. Bildrechte: MDR/Oliver Leiste
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Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 11. November 2019 | 07:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 11. November 2019, 21:20 Uhr

3 Kommentare

Hoenicke vor 4 Wochen

Ich habe bis kurz nach der Wende bei der SDAG Wismut unter Tage beim Versatz gearbeitet. Nach Verbringung des Versatzes habe ich den Abschnitt kontrolliert, die Versatz-Rohrleitung vom Einguss-Rohr getrennt und beim Trennen Methan gerochen. Die anwesende Dammwache wollte mir nicht glauben. Daraufhin habe ich das Feuerzeug für einen Test benutzt. Es kam zu einer ordentlichen Verpuffung. Es könnte demzufolge auch am Versatz-Material mit dem Bindemittel liegen.

MDR-Team vor 4 Wochen

Wasserstoff kann in Filterstäuben enthalten sein – solche Industrieabfälle werden in der Grube eingelagert. Hintergründe zum Unglück finden Sie hier: https://www.mdr.de/sachsen-anhalt/halle/saalekreis/fragen-antworten-explosion-grube-teutschenthal-100.html

augu vor 4 Wochen

Knallgasexplosion ? !
Woher soll denn der Wasserstoff kommen. In den eingelagerten Abfällen schon als H2 enthalten und untertage ausgetreten, sehr unwahrscheinlich ! Untertage erst entstanden, z.B. Säure mit Metall reagiert, auch schwer vorstellbar, dass beides zsm.in Abfällen enthalten.

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