Einsatzkräfte sind am Abend mit Bergungsarbeiten am verunglückten Reisebus beschäftigt.
Der Reisebus war am Sonntagabend verunglückt. Die Autobahn war die ganze Nacht gesperrt. Bildrechte: dpa

Unfall auf A9 im Saalekreis Polizei sucht Unglücksursache – Flixbus: Busse sind sicher

Nach dem schweren Unfall eines Reisebusses auf der A9 bei Bad Dürrenberg ist die Unglücksursache zunächst noch unklar. Unter den neun Schwerverletzten ist auch der Busfahrer. Er konnte deshalb noch nicht befragt werden.

Einsatzkräfte sind am Abend mit Bergungsarbeiten am verunglückten Reisebus beschäftigt.
Der Reisebus war am Sonntagabend verunglückt. Die Autobahn war die ganze Nacht gesperrt. Bildrechte: dpa

Nach dem schweren Busunglück auf der Autobahn 9 bei Bad Dürrenberg hat die Suche nach der Ursache begonnen. Die Polizei hatte zunächst einen Sekundenschlaf des Fahrers vermutet. Diesen Verdacht wollte eine Polizeisprecherin MDR SACHSEN-ANHALT am Montagmorgen aber nicht bestätigen. Für einen solchen Verdacht sei es noch zu früh.

Einsatzkräfte der Feuerwehr stehen an der Unfallstelle neben dem verunglückten Bus.
Der Fernbus überschlug sich und landete auf der Seite. Bildrechte: dpa

Der Fernbus verunglückte am frühen Sonntagabend auf dem Weg von Berlin nach München. Er kam von der Fahrbahn ab und kippte an der Böschung um. Eine Leitplanke bohrte sich durch die Windschutzscheibe.

Ein Insasse berichtete: "Du hast es nur einmal knallen gehört und letzten Endes hat sich der Bus dann schon überschlagen. Das heißt, du hast dich einfach an allem festgehalten, was du halt hattest. Das war es dann eigentlich auch schon." Die Passagiere hätten sich dann gegenseitig geholfen und versucht, jeden einzelnen nacheinander aus dem Bus herauszuholen.

Alle 75 Insassen verletzt

Bei dem Unfall war eine Frau ums Leben gekommen. Um wen es sich dabei handelt, ist noch unklar. An Bord des Busses waren insgesamt 75 Insassen. Alle wurden verletzt. Letzten Angaben zufolge neun von ihnen schwer; einige schweben in Lebensgefahr. Unter den Schwerverletzten ist auch der Fahrer des Busses. Er konnte deshalb noch nicht befragt werden.

Am Unfallort waren insgesamt 56 Rettungswagen, acht Rettungshubschrauber sowie zahlreiche Feuerwehrleute und Polizisten im Einsatz, um sich um die Verletzten zu kümmern. Sie wurden der Polizei zufolge auf insgesamt 14 Krankenhäuser verteilt – vor allem in Sachsen-Anhalt und Sachsen.

Die Polizei hat den Bus beschlagnahmt. Wegen der Bergungsarbeiten war die A9 zwölf Stunden lang gesperrt. Seit dem frühen Montagmorgen rollt der Verkehr wieder.

Flixbus: Busse sind sicher

Am Montagvormittag hat sich auch das betroffene Fernbus-Unternehmen Flixbus auf MDR-Anfrage zu Wort gemeldet. In einer Mitteilung verweist Flixbus auf umfangreiche Sicherheitseinrichtungen bei seiner Fernbusflotte, unter anderem Fahrdynamikregelung, Spurhalteassistent, Abstandsregeltempomat und Aufmerksamkeitsassistent. In Punkto Sicherheit gehe man weit über die geforderten Standards hinaus. Zudem gebe es sowohl interne als auch externe Sicherheitskontrollen.

Autos stehen auf der Autobahn an der abgesperrten Unfallstelle von einem verunglückten Bus.
Die Autobahn 9 war zwölf Stunden lang voll gesperrt. Bildrechte: dpa

Die Fahrer der Flixbus-Fernbusse durchliefen außerdem ein umfangreiches Training, wozu auch das Fahren und Bremsen unter verschiedensten Bedingungen gehöre. Neuerungen bei Vorschriften in der Verkehrs- und Fahrgastsicherheit erhielten sie über die firmeninterne Schulungsplattform.

Auch seien die Fernbus-Fahrer dazu angewiesen, vor Beginn einer Fahrt in mehreren Sprachen auf die gesetzliche Anschnallpflicht hinzuweisen. Allerdings könnten die Fahrer nicht sicherstellen, dass alle Passagiere der Pflicht während der gesamten Fahrt nachkommen. Wie viele der Fahrgäste des verunfallten Busses angeschnallt waren, konnte auch die Polizei zunächst nicht sagen.

Anteilnahme und Genesungswünsche

Unterdessen haben Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff sowie Innenminister Holger Stahlknecht (beide CDU) am Montag den zahlreichen Einsatzkräften gedankt. Sie sprachen den Hinterbliebenen der Toten ihre Anteilnahme aus. Den Verletzten wünschten sie eine schnelle Genesung.

Quelle: MDR,dpa/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 20. Mai 2019 | 10:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Mai 2019, 04:28 Uhr