Schüler im Wettbewerbsfinale "Weltraumdetektive" aus Merseburg wollen Stern und Planeten benennen

Die meisten Sterne und Planeten haben keine Namen, sondern höchstens Nummern. Doch im Rahmen eines Wettbewerbs dürfen Schüler nun einem Stern und seinem Planeten Namen geben. Ein Vorschlag der Merseburger Schüler-AG "Weltraumdetektive" hat es unter die Top 5 geschafft.

von Andreas Manke, MDR SACHSEN-ANHALT

Das Sternbild der Giraffe liegt in der Nähe des Polarsterns
Da ungefähr ist er: der Stern, noch HD 32518 genannt. Bildrechte: MDR/Andreas Manke

In der Nähe des Polarsterns und außerhalb unseres Sonnensystems – dort umkreist der Exoplanet mit der Nummer HD 32518b seinen Stern HD 32518. Bisher sind beide Himmelskörper im Sternkatalog nur mit Nummern benannt. Doch das soll sich nun ändern. Die weltweite Vereinigung der Astronomen (IAU) hat ihr 100-jähriges Jubiläum zum Anlass genommen, deutschlandweit Kinder und Jugendliche zur Namenssuche aufzurufen.

Die Schüler der AG "Weltraumdetektive" am Planetarium Merseburg sind dem Aufruf gefolgt und haben ein Namenspaar ins Rennen geschickt. Mit dem Namen Pioneer für den Exoplaneten und dem Namen Voyager für seinen Stern haben es die "Weltraumdetektive" ins Finale der Top 5 geschafft. Die Freude bei den Merseburger Astrofans war darüber riesengroß.

Pioneer und Voyager – wie die NASA-Sonden

Wie sind die "Weltraumdetektive" auf diese Namen gekommen? Der Stern und der Exoplanet liegen im Sternbild Giraffe. Beide sollen deshalb genauso heißen wie die NASA-Raumsonden: "Wir fanden die Namen sehr gut, weil die eine Voyager-Sonde in Richtung des Sternbildes 'Giraffe' fliegt. Und wir hatten uns für Pioneer entschieden, weil sie die Wegbereiter für die Raumfahrt waren. Also die NASA hat mit ihnen viele grundlegende Informationen gesammelt, um letztendlich auch zur Mondlandung zu kommen", erklärt Schüler Aaron Hoffmann vom Gymnasium Landsberg.

Für Ingo Hohler vom Planetarium Merseburg klingt das Namenspaar für die Himmelskörper vielversprechend. "Voyager und Pioneer sind in Astronomie-Kreisen ganz bekannte Begriffe. Und da hoffe ich, dass das ein bisschen zieht." Es sei eine der Bedingungen des Wettbewerbs der IAU gewesen, dass weltweit verstanden werde, was mit den Namen gemeint ist.

Schüler-AG "Weltraumdetektive" am Planetarium Merseburg

Christoph Langer, Schüler Aaron Hoffmann und Jakob Langer sowie Ingo Hohler vom Planetarium Merseburg
Bildrechte: MDR/Andreas Manke

Die Schüler-AG ist zur Wiedereröffnung des Merseburger Planetariums für den Publikumsverkehr im Jahr 2010 ins Leben gerufen worden. In lockerer Atmosphäre erleben die momentan zehn Schüler Sternhimmelvorführungen und Kurzvorträge. Sie lernen, das Teleskop zu bedienen. In Projektarbeit werden zum Beispiel Raumschiffe gebastelt. Die AG beteiligt sich auch an aktuellen Wettbewerben, wie zum Beispiel dem Zeitkapselwettbewerb des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt.

Mitmachen können alle interessierten Kinder und Jugendlichen. Sie können auch probeweise vorbeischauen. Die AG trifft sich jeden zweiten und vierten Donnerstag im Monat um 17:00 Uhr im Planetarium oder in der Hochschule Merseburg.

Online für die Lieblingsnamen abstimmen

Christoph Langer, Schüler Aaron Hoffmann und Jakob Langer sowie Ingo Hohler vom Planetarium Merseburg
Christoph Langer, die AG-Schüler Aaron Hoffmann und Jakob Langer sowie Ingo Hohler vom Planetarium Merseburg. Bildrechte: MDR/Andreas Manke

Ob der Vorschlag der Merseburger Schüler gewinnt, entscheidet eine Online-Abstimmung. Noch bis zum 14. November kann hier jeder, der in Deutschland lebt oder eine deutsche Schule im Ausland besucht, für sein Favoriten-Namenspaar stimmen.

Und übrigens: Den roter Riesenstern im Sternbild Giraffe nahe des Polarsterns können geübte Beobachter mit einem Fernglas sehen. Er ist ungefähr zehn Mal so groß wie die Sonne und etwa 400 Lichtjahre von der Erde entfernt. Im Planetarium Merseburg wird dieser Stern zu jedem Vortrag am künstlichen Himmel sichtbar gemacht.

Der rote Punkt im Sternbild Giraffe markiert den Stern, für den ein Name gesucht wird
Der rote Punkt im Sternbild Giraffe markiert den Stern, für den die Merseburger Weltraumdetektive einen Namen vorgeschlagen haben. Bildrechte: MDR/Andreas Manke

Quelle: MDR/mh

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 25. Oktober 2019 | 06:10 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. Oktober 2019, 09:15 Uhr

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