Straße mit Wohnhäusern
Viele Menschen in der Gemeinde bei Eisleben sind wegen des Vorfalls geschockt. Bildrechte: Dreifilm

Grausamer Fund Benndorf: Babyleichen in Kühltruhe entdeckt

In einer Wohnung in Benndorf im Landkreis Mansfeld-Südharz haben Polizisten zwei tote Säuglinge gefunden. Inzwischen wurde bekannt, dass die Mutter zwei weitere Kinder hat. Sie wurde vorläufig festgenommen, ist derzeit aber wieder auf freiem Fuß. Ein Haftantrag wurde bislang nicht gestellt. Die Leichname werden rechtsmedizinisch untersucht.

Straße mit Wohnhäusern
Viele Menschen in der Gemeinde bei Eisleben sind wegen des Vorfalls geschockt. Bildrechte: Dreifilm

In Benndorf im Landkreis Mansfeld-Südharz hat die Polizei in einer Wohnung zwei tote Säuglinge entdeckt. Der ehemalige Lebensgefährte der Mutter habe die Beamten informiert, teilte die Polizei Halle am Mittwoch mit. Demnach hatte am Dienstagabend der ehemalige Lebensgefährte die Polizei über einen toten Säugling in der Wohnung seiner Ex-Partnerin informiert. Daraufhin fanden die Beamten auch noch eine zweite Babyleiche.

Mutter ist vorläufig auf freiem Fuß

Die 46-jährige Mutter war vorläufig festgenommen worden, ist derzeit aber wieder auf freiem Fuß. Die Staatsanwaltschaft werde am Mittwoch keinen Haftantrag stellen, sagte ein Polizeisprecher. Der Grund: Es gebe es noch keine Hinweise auf einen konkreten Straftatbestand. Die Frau wurde den Angaben nach bereits am Dienstagabend vernommen und hat zu den Vorwürfen ausgesagt. Ob sie ein Geständnis abgelegt hat, wollte die Polizei nicht sagen. Die Frau werde weiter befragt.

Woran die beiden Säuglinge gestorben sind, und ob sie zum Zeitpunkt der Geburt lebten, muss noch geklärt werden. Ein Verbrechen kann laut Polizei nicht ausgeschlossen werden. Die Leichen sollen am Mittwoch oder Donnerstag rechtsmedizinisch untersucht werden. Die Kriminalpolizei ermittelt.

Die Mutter hat den Ermittlern zufolge auch noch zwei weitere Kinder: einen erwachsenen Sohn, der nicht mehr im Haushalt lebt und eine 15-jährige Tochter. Derzeit prüft das Jugendamt, wo das Mädchen untergebracht wird.

Mann fand Leiche schon im April

Ein Polizist steht vor einem Haus in Benndorf
Der Ex-Lebensgefährte der Mutter informierte die Polizei am Dienstagabend. Bildrechte: dpa

Der frühere Lebenspartner der Verdächtigen sagte MDR SACHSEN-ANHALT, er habe eines der toten Kinder bereits im April in der Tiefkühltruhe entdeckt. Er habe mit der Frau anschließend darüber gesprochen und gedroht, zur Polizei zu gehen. Da zu dieser Zeit aber gerade die Jugendweihefeier der Tochter anstand, habe er davon abgelassen. Nach einem Streit mit seiner Ex-Partnerin am Dienstagabend habe er es aber nicht mehr ausgehalten und bei der Polizei ausgesagt. Dass sogar zwei tote Kinder in der Tiefkühltruhe lagen, habe er aber nicht gewusst.

Benndorfs Bürgermeister Mario Zanirato zeigte sich entsetzt. Er selbst sei von den Behörden über die Tat informiert worden. "Es ist tragisch, dass so etwas bei uns in der Gemeinde passiert." Unter den Einwohnern mache sich Fassungslosigkeit breit. Zanirato appellierte an die Ermittler, die Bevölkerung schnell über Erkenntnisse zu informieren, um Spekulationen zu verhindern.

Andere Fälle sorgten ebenfalls für Entsetzen

Mütter, die ihre toten Babys in ihrer Nähe behalten, haben in Sachsen-Anhalt schon mehrfach für Schlagzeilen gesorgt. So wurde etwa 2009 eine 28-Jährige am Landgericht Halle zu achteinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, weil sie 2007 und 2008 jeweils ein neugeborenes Mädchen direkt nach der Geburt zuhause getötet hatte. Ein Mädchen wurde in einer Waschmaschine gefunden.

Nicht immer liegt aber ein Verbrechen vor: 2006 beispielsweise wurde in Gräfenhainichen der Haftbefehl gegen eine Mutter aufgehoben, die die Leiche ihres Neugeborenen in einer Kühltruhe aufbewahrt hatte. Eine rechtsmedizinische Untersuchung hatte ergeben, dass die Frau ihr Kind auf einer Toilette zur Welt gebracht hatte und in Ohnmacht gefallen war. Der Junge war erstickt oder ertrunken. Die Mutter fand ihr Baby schließlich tot.

Quelle: dpa, MDR/as,kb

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 03. Januar 2018 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. Januar 2018, 17:07 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

1 Kommentar

03.01.2018 17:54 Klare Worte 1

Leider kommen es solche extreme Meldungen zu schnell in die Medien,nach Bildzeitungsmanie, es wär wichtig Hintergrundinformationen zu liefern,,deshalb ist eine Vorverurteilung falsch,der frühere Lebenspartner kann genauso schuldig an dieser Tragödie sein!