Mitarbeiter des Cybercrime Zentrums in einem Labor
Bildrechte: Peter Dejong/AP/dapd

Katastrophenschutz Polizei und Bundeswehr proben Ernstfall in Sachsen-Anhalt

Simulierte Terroranschläge und ein Cyberangriff: Am Dienstag und Mittwoch ist der Süden Sachsen-Anhalts Schauplatz einer Katastrophenschutzübung. Daran beteiligt sind das Innenministerium, verschiedene Behörden, Polizei, private Hilfsorganisationen und die Bundeswehr. Nachgestellt wird unter anderem ein Anschlag am Busbahnhof in Halle.

Mitarbeiter des Cybercrime Zentrums in einem Labor
Bildrechte: Peter Dejong/AP/dapd

Der Süden Sachsen-Anhalts ist am Dienstag und Mittwoch Schauplatz einer großen Anti-Terror-Übung. Nachgestellt wird am Dienstagmittag ein Terroranschlag am Busbahnhof in Halle, gefolgt von weiteren Terrorattacken in Merseburg. Am Mittwoch wird ein sich daran anschließender Cyberangriff mit einem großflächigen, länger andauernden Stromausfall durchgespielt.

Aber weder Blaulicht noch Einsatzkräfte werden bei den simulierten Attacken zu sehen sein. Die Übung "THEMIS 2017" ist nicht öffentlich. Für den Ernstfall wird lediglich in den Leitstellen und den jeweiligen Krisenstäben trainiert – am Computer. Besonderes Augenmerk liegt auf der Zusammenarbeit der Behörden mit der Bundeswehr. Außerdem wichtig ist die Kommunikation und ressortübergreifende Absprache zwischen den beteiligten Stellen.

Etwa 300 Einsatzkräfte beteiligt

Details der Szenarien werden vorab nicht verraten. Das sei Teil des Übungskonzepts, sagte ein Sprecher des Landesinnenministeriums MDR SACHSEN-ANHALT: Die Beteiligten wüssten zwar, dass eine Übung anstehe. Was genau sie erwarte, würden sie vorher nicht erfahren. "Auf die Teilnehmer kommen einige Überraschungen zu", so der Sprecher.

An der Übung beteiligt sind Behörden vom Innenministerium, das Landesverwaltungsamt, die Polizeidirektionen, die Landkreise Saalekreis und Burgenlandkreis, die Stadt Halle und das Landeskommando der Bundeswehr. Insgesamt nehmen etwa 300 Personen an der Übung teil. Hinzu kommen noch Feuerwehrkameraden, private Hilfsorganisationen sowie Mitarbeiter von Energieversorgern und Rettungsdiensten.

Stahlknecht will weitere gemeinsame Übungen

Holger Stahlknecht
Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) will sich für weitere übergreifende Übungen einsetzen. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Für Sachsen-Anhalt ist es die erste Übung, an der neben den Katastrophenschutzbehörden auch die Polizei und die Bundeswehr teilnehmen. Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) will sich aber für weitere übergreifende Übungen einsetzen, teilte das Innenministerium mit. Genaue Termine stehen laut Ministeriumssprecher noch nicht fest. Eine weitere Übung sei aber für 2018 geplant.

Rechtlich darf die Bundeswehr in Deutschland unter bestimmten Umständen eingesetzt werden. Möglich ist ihr Einsatz laut Innenministerium "bei besonders schweren Unglücksfällen katastrophischen Ausmaßes". Nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts kann ein Terroranschlag so ein Unglücksfall sein; eine feste Definition gibt es nicht. In jedem Fall ist vor dem Einsatz der Bundeswehr im Innern ein Antrag der zivilen Behörden auf Unterstützung erforderlich.

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 28.11.2017 | 06:30 Uhr

Quelle: MDR/mh

Zuletzt aktualisiert: 28. November 2017, 20:46 Uhr