Eingangsportal des Landgerichts Halle
Am Landgericht Halle wurde am Dienstag das Urteil gefällt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Urteil am Landgericht Halle Bus-Entführer muss in Psychiatrie

Ein Mann, der einen Bus entführt hatte, um zur Disco zu fahren, muss in ein psychiatrisches Krankenhaus. Das wurde am Dienstag am Landgericht Halle entschieden. Die Richter sahen den 34-Jährigen als schuldunfähig an.

Eingangsportal des Landgerichts Halle
Am Landgericht Halle wurde am Dienstag das Urteil gefällt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Im Prozess um die Entführung eines Linienbusses hat das Landgericht Halle am Dienstag das Urteil gesprochen. Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT muss der 34 Jahre alte Angeklagte in eine psychiatrische Fachklinik. In den Augen der Richter stellt er eine Gefahr für die Bevölkerung dar.

Neben der Entführung musste er sich zudem wegen Körperverletzung, Beleidigung und schweren Raubes verantworten. Das Gericht verhängte gegen den Mann eine neunmonatige Freiheitsstrafe, weil er im Gefängnis einen Mithäftling attackiert und weibliches Personal beleidigt hatte.

Nicht zurechnungsfähig

Freigesprochen wurde er aber von den Vorwürfen der Bus-Entführung, des Raubes und der Sachbeschädigung. Bei den Taten war er nach Ansicht eines Gutachters nicht zurechnungsfähig, da er psychisch krank ist.

Mit dem Urteil folgten die Richter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Klaus Wiechmann von der Staatsanwaltschaft Halle sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Für diese Taten war er vermindert verantwortlich. Deswegen gibt es eine Gesamtfreiheitsstrafe. Und für die anderen Taten gab es den Freispruch, weil er nicht schuldfähig war. Wer nicht schuldfähig ist, den kann ich nicht verurteilen."

Zur Behandlung nach Uchtspringe

Der Mann wird nun auf unbestimmte Zeit zur Behandlung in eine Spezialklinik im Stendaler Ortsteil Uchtspringe eingewiesen. Er ist bereits mehrfach vorbestraft. Zudem soll er drogen- und alkoholabhängig sein.

Der 34-Jährige soll vergangenen Sommer den Fahrer eines Linienbusses mit einem Messer bedroht haben, um sich in eine Disco fahren zu lassen. Im Bus saßen zu dem Zeitpunkt vier Fahrgäste. Alle blieben unverletzt.


Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 13. Februar 2018 | 11:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. Februar 2018, 14:02 Uhr

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7 Kommentare

14.02.2018 16:11 O-Liner (4. V.) 7

Der Busfahrer, der dieses üble Carjacking erleiden mußte, wurde im weiteren Zuge der Affäre meiner Information nach aus seinem Arbeitsverhältnis fristlos entlassen, obwohl er sich entsprechend den Verhaltensweisen, die ihm in Schulungen beigebracht wurden, benommen hat. No mercy!

13.02.2018 18:35 Bernd L. 6

Ein "Mann", war das nicht ein syr.Flüchtling? Das habe ihr "vergessen" zu schreiben.

Anmerkung MDR SACHSEN-ANHALT: Das haben wir nicht vergessen, sondern bewusst nicht geschrieben, weil die Tat nichts mit seiner Herkunft zu tun hat.

13.02.2018 18:21 Realist 5

Hier fehlen einem einfach nur die Worte. in Amerika hätte man diesen Verbrecher wenn er wie hier geschehen mit dem Messer auf die Menschen losgegangen wäre sofort erschossen. In Deutschland müssen wir solche Leute therapieren . Armes Deutschland, wir müssen uns wirklich Sorgen machen wo das alles noch hinführen soll. Wenn man sich den Zustand unserer Sicherheitskräfte betrachtet kann es einen Angst und Bange werden. Sie haben doch keinerlei Befugnisse und müssen sich noch wie den letzten Dreck behandeln lassen.

13.02.2018 17:12 BRDigung 4

@1:Informieren Sie sich mal,wie es dem"nicht psychisch kranken" Busfahrer danach ergangen ist.

13.02.2018 16:58 Oliver Zastrow 3

Na, ist er nun zurechnungsfähig oder nicht? War er bei den ersten Taten, für die er zu einer Freiheitsstrafe verurteilt wurde, noch nicht "psychisch krank"? Hörte er die Stimmen erst bei der Bus-Entführung?

Zudem hatten Sie "vergessen" zu erwähnen, daß er bereits vor dem Bus-Spektakel versuchte ein Auto mitsamt Insassen zu entführen, das Fahrzeuig mit einer Glasflasche bewarf und so eine Insassin erheblich verletzte ... diese unvollständige und tendenziös eingefärbte Berichterstattung hat sich leider mittlerweile beim gesamten MDR eingebürgert!

13.02.2018 16:31 GEZ Einzahler 2

@MDR: wenn es dabei Opfer gegeben hätte, hätten Sie dann auch so "lapidar" geantwortet? Im Gegensatz dazu diese Aussage zu diesem Sachverhalt: "Laut einem Polizeisprecher ist der 34-Jährige Kaniwar O., der seit mehr als zehn Jahren in Deutschland lebt, wegen schweren Raubes und anderer Delikte bereits polizeibekannt und vorbestraft."

Anmerkung MDR SACHSEN-ANHALT: Die Antwort war nicht "lapidar". Tatsächlich besteht zwischen Tat und Nationalität kein Zusammenhang.

13.02.2018 13:32 Signifi Kant 1

Lieber mdr,

leider haben Sie "vergessen" zu erwähnen, dass es sich hierbei um eine aus Syrien stammende potentielle Fachkraft handelt, welche nun auf unbestimmte Zeit auf Steuerzahlerkosten untergebracht wird..

Anmerkung MDR SACHSEN-ANHALT:

Der Mann hat die Tat begannen, weil er psychisch krank ist und nicht, weil er aus Syrien stammt.