Ein Schmied bearbeitet ein Stück Metall.
Immer mehr Handwerksbetriebe haben Probleme, offene Stellen mit fachlich qualifizierten Mitarbeitern zu besetzen. Bildrechte: Pixabay

Umfrage der Handwerkskammer Magdeburg Wie schwer Handwerksbetriebe Fachkräfte finden

Wie Fachkräfte gewonnen und gehalten werden können, wollte die Handwerkskammer Magdeburg in einer Umfrage von ihren Betrieben erfahren. Ergebnis: Viele Stellen konnten nur mit viel Mühe oder gar nicht besetzt werden.

Ein Schmied bearbeitet ein Stück Metall.
Immer mehr Handwerksbetriebe haben Probleme, offene Stellen mit fachlich qualifizierten Mitarbeitern zu besetzen. Bildrechte: Pixabay

Die Umfrage-Ergebnisse in Kürze

  • Nur 4 Prozent der befragten Handwerksbetriebe findet problemlos neue Fachkräfte
  • 25 Prozent der Firmen haben große Schwierigkeiten bei der Suche
  • 30 Prozent der Unternehmen konnten offene Stellen nicht besetzen
  • Quereinsteiger, Studienabbrecher und Rentner werden als mögliche Arbeitnehmer in Betracht gezogen
  • Betriebe wollen Personal vor allem mit finanziellen Anreizen in der Firma halten

Die Alten gehen in Rente, die Jungen zur Uni – was im Fachjargon "Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials" genannt wird, heißt für das Handwerk in Sachsen-Anhalt ganz einfach: Die Zahl der Azubis und Fachkräfte sinkt stetig. Gleichzeitig sind die Auftragsbücher in vielen Betrieben aufgrund der guten Konkunjunkturlage mehr als voll und Fachkräfte werden händeringend gesucht. In einer Umfrage wollte die Handwerkskammer Magdeburg daher in Erfahrung bringen, wie die Mitgliedsunternehmen Fachkräfte gewinnen und halten.

Das Ergebnis: Fachkräfte gewinnen ist mehr als schwierig. Kaum ein Betrieb, der auf der Suche war, fand problemlos das benötigte Personal. Viele Stellen konnten nur mit viel Mühe oder gar nicht besetzt werden:

Dass 41 % der Betriebe angegeben haben, keinen Bedarf an Fachkräften gehabt zu haben, sei nach Angaben der Handwerkskammer auch auf den hohen Anteil an Ein-Personen-Betrieben im Handwerk zurückzuführen. Die meisten dieser Betriebe planten keine Ausweitung der Geschäftsaktivitäten und suchten dementsprechend keine neuen Mitarbeiter.

Suche nach Fachkräften breit gestreut

Besonders stark wurde in den Bauhauptgewerken (Betriebe, die zum Beispiele Gebäude, Straßen oder Tunnel bauen) nach Fachkräften gesucht – oftmals ohne Erfolg. Die persönlichen Dienstleistungsbetriebe hingegen (beispielsweise Friseure, Textilreiniger und Uhrmacher) waren deutlich seltener auf der Suche und dabei auch vergleichsweise erfolgreich:

Bei der Suche nach neuen Fachkräften beschränken sich die Betriebe der Handwerkskammer Magdeburg nicht auf bestimmte Gruppen, sondern haben versucht auch Berufsrückkehrer mit handwerklicher Qualifikation, Quereinsteiger, Studienaussteiger, ausländische Fachkräfte und Rentner anzusprechen. Lediglich Fachkräfte mit akademischem Hintergrund werden momentan nur von wenigen Betrieben als Zielgruppe identifiziert.

Die Handwerksumfrage förderte noch ein weiteres Ergebnis zu Tage: Social-Media-Kanäle und Online-Stellenanzeigen nutzen nur wenige Betriebe zur Fachkräftesuche, wesentlich verbreiteter sind immer noch der Weg über die Arbeitsagentur, Werbung auf dem Firmenfahrzeug oder das Zeitungsinserat.

Ist geeignetes Personal einmal gefunden, so wird der Verbleib in der Firma in fast jedem zweiten befragten Unternehmen mit finanziellen Anreizen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld oder einer übertariflichen Bezahlung belohnt.

Über die Handwerkskammer Magdeburg

Die Handwerkskammer Magdeburg vertritt die wirtschaftspolitischen Gesamtinteressen ihrer 12.655 Mitgliedsunternehmen mit 69.000 Beschäftigten und 3.686 Lehrlingen (Stand: 31.12.2017) im nördlichen Sachsen-Anhalt.

Quelle: MDR/mm

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 15. April 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. April 2019, 19:57 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

2 Kommentare

16.04.2019 10:11 Leser 2

@1. Ich musste schmunzeln, aber da steckt viel Wahrheit drin. Meine Enkelin bei der Berufswahl in der 9. Klasse. Ich fragte sie nach ihren Vorstellungen. Was mit Menschen. Mehr konnte sie mir nicht sagen. Ich machte Vorschläge. Also, viel Geld verdienen möchte sie auch, um ihre jetzt von den Eltern finanzierten Flausen mal selbst noch erweitern zu können. Fazit: mit 18 einen alten Millionär heiraten. Weiter bin ich nicht gekommen mit ihr.

15.04.2019 20:34 jackblack 1

Leider gibt es keine Lehrstelle für You-Tuber, Superstars, Millionäre und Influencer.