Entscheidung am Dienstag Urlauber aus Corona-Risikogebieten: Sachsen-Anhalt denkt über Verbote nach

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat Einschränkungen für Urlauber aus Corona-Risikogebieten angekündigt. Das Kabinett werde nächsten Dienstag darüber entscheiden. Hoteliers verlangen klare Ansagen.

Reiner Haseloff
Reiner Haseloff ist davon überzeugt, dass es zu einem Beherbergungsverbot kommt. Bildrechte: dpa

Sachsen-Anhalt denkt über ein Verbot für Touristen aus Corona-Risikogebieten nach. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sagte MDR AKTUELL: "Wir verabschieden nächsten Dienstag im Kabinett eine neue Verordnung und wir erwägen derzeit sehr stark, dass wir ein Beherbergungsverbot darin mit aufnehmen." Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bayern haben bereits erste Beschränkungen erlassen. In diese Bundesländer dürfen keine Touristen, wenn sie aus einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt mit vielen Corona-Infektionen kommen. Andere Bundesländer überlegen nun nachzuziehen.

Die Frage ist nicht ob – sondern wie man es macht.

Reiner Haseloff, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt

Als Corona-Risikogebiete sollen laut Haseloff alle Regionen gelten, in denen es in den letzten sieben Tagen mehr als 50 Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner gab. Haseloff betonte, er wünsche sich eine einvernehmliche Regelung mit anderen Bundesländern, damit kein Flickenteppich entstehe.

Beherberbungsverbot oder Quarantäneregelung?

Noch zu klären ist laut Haseloff, ob es ein Beherbergungsverbot geben wird, oder eine Quarantäneregelung. Letzteres würde bedeuten, dass die Personen aus den Risikogebieten, für 14 Tage Zuhause unter Quarantäne gestellt werden. "Dass etwas kommen wird, da bin ich mir ziemlich sicher", meint der Ministerpräsident.

Hintergründe und Aktuelles zum Coronavirus – unser Newsletter

In unserem Newsletter zur Corona-Lage in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen fassen wir für Sie zusammen, was am Tag wichtig war und was für Sie morgen wichtig wird.

Das Corona-Daten-Update – montags bis freitags um 20 Uhr per Mail in Ihrem Postfach. Hier können Sie den Newsletter abonnieren.

Klarheit und Handlungsanweisungen gefordert

Michael Schmidt
Michael Schmidt, Dehoga-Chef für Sachsen-Anhalt findet die Idee das Ministerpräsidenten nachvollziehbar. Bildrechte: dpa

Die Hotel- und Gaststättenbranche hofft, dass es eine klare Regelung geben wird. Der Vorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbandes, Michael Schmidt, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, er fordere von der Politik eindeutige Ansagen: "Es ist auf alle Fälle wichtig, dass wir hier klare Handlungsanweisungen von der Regierung bekommen." Für die Hoteliers oder Ferienwohnungsbetreiber sei es schwierig den Gästen die Unterkunft zu verwehren und deswegen brauche es eine klare Grundlage um Diskussionen mit den Gästen zu vermeiden.

Mehr zum Thema

3D-Modell Coronavirus und Training des 1.FC Magdeburg.
Bildrechte: imago images/Hollandse Hoogte, Daniel George | Collage: Fabian Frenzel
Morgennebel über der Saale, bei Naumburg, Sachsen-Anhalt, Deutschland
Bildrechte: imago / imageBROKER / Andreas Vitting

Quelle: MDR/pow

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 25. Juni 2020 | 12:00 Uhr

5 Kommentare

Anhaltiner vor 1 Wochen

Urlauber aus Corona-Risikogebieten: Sachsen-Anhalt denkt über Verbote nach.
So hat man im Mittelalter auch die Aussätzigen behandelt. Schöne heile Welt.

nie wieder cdu vor 1 Wochen

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat Einschränkungen für Urlauber aus Corona-Risikogebieten angekündigt. Das Kabinett werde nächsten Dienstag darüber entscheiden.
Super Idee, dann soll auch keiner aus Magdeburg in den Harz fahren dürfen.
Magdeburg ist in Teilen Corona-Risikogebiet, also dann bitte bleibt wo ihr seid.
Gleiches Recht für alle, wer im Glashaus sitzt, der sollte nicht mit Steinen werfen.

Anton E. vor 1 Wochen

Nimmt die Politik die Wissenschaft ernst genug?

SA plant Einreiseverbot für Menschen aus Raum Gütersloh. Hält die SA-Regierung es auch - wie andere Bundesländer, z.B. MV, SH, BaWü und Bayern - für sicher genug, wenn Menschen aus den Kreisen Gütersloh u Warendorf mit ärztlichem Attest nach nur EINEM EINZIGEN negativen Testegebnis, das maximal 48 Std vor der Einreise vorlag, einreisen dürfen, um Urlaub in SA zu machen?

Die Süddeutsche Zeitung hat am 27. Mai 2020 unter der Überschrift "Die Tücken der Corona-Tests" über eine Studie der Johns Hopkins University berichtet, der zufolge insbesondere sehr frühe Corona-Tests sehr häufig ein Ergebnis lieferten, das fälschlicherweise negativ war. Tatsächlich waren die Patienten infiziert, was sich daran zeigte, dass weitere Tests positiv ausfielen. Besonders in den ersten Tagen nach einer Infektion häufen sich falsche Resultate. Erst am 8. Tag nach der Ansteckung lag die Fehlerquote 'nur noch' bei 20 Prozent (!) u nahm anschließend wieder zu.

Mehr aus Sachsen-Anhalt