Nach Corona-Gipfel im Kanzleramt Haseloff für "knallhartes" Durchsetzen der Corona-Regeln

Ministerpräsident Haseloff begrüßt die neuen Corona-Regeln. Er forderte ein schnelles Handeln, um die weitere Ausbreitung des Virus einzudämmen. Sachsen-Anhalt sei auf die Disziplin der Länder mit vielen Infektionen angewiesen.

Reiner Haseloff
Haseloff befürwortet die strengeren Corona-Regeln. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Rainer Haseloff (CDU) fordert seine Länderkollegen dazu auf, die am Mittwoch von Bund und Ländern beschlossenen Corona-Regeln "knallhart und stringent" durchzusetzen. "Wenn wir jetzt nicht handeln, breiten sich die Hotspots so schnell und breit aus, dass wir die Dämme irgendwann nicht mehr halten können", so Haseloff. Er lobte die Beschlüsse und nannte es einen Erfolg, dass "trotz aller Unterschiede unter den Ländern ein einheitliches Raster für die hohen Infektionszahlen gefunden" wurde.

Neue Corona-Regeln betreffen Sachsen-Anhalt noch nicht

Aufgrund der geringen Infektionszahlen in Sachsen-Anhalt haben die neuen Regelungen zunächst keine Auswirkung im Land. Jedoch gibt es Haseloff zufolge nun ein einheitliches "Instrumentarium" für Deutschland. Ebenfalls betonte Haseloff, welche Bedeutung die Mobilität bei der Eindämmung des neuartigen Coronavirus habe. Der Regierungschef sagte, dass die meisten der vergleichsweise wenigen Infektionen in Sachsen-Anhalt auf Reisende aus dem In- und Ausland zurückgingen.

Dabei appellierte Ministerpräsident Haseloff auch an die Menschen in Sachsen-Anhalt, sich an die Corona-Vorschriften zu halten. Mit Blick auf die anstehenden Herbstferien sei es wichtig, Fahrten in Risikogebiete innerhalb Deutschlands und auch im Ausland zu vermeiden. Der Ministerpräsident sagte MDR SACHSEN-ANHALT, man müsse alles tun, damit die Infektionszahlen nicht von innen heraus weiter ansteigen.

Strengere Corona-Regeln beschlossen

Haseloff sprach sich für eine Regelung aus, die möglichst in den Hotspots und nicht in den Zielgebieten der Reisenden greift. Sachsen-Anhalt sei auf die Disziplin der Länder mit vielen Infektionen angewiesen. So sei im Moment der Erfolg der anderen in den Hotspots entscheidend dafür, dass Sachsen-Anhalt die Lage weiterhin so gut im Griff behalte.

Die Länderchefs hatten sich am Mittwoch im Kanzleramt unter anderem auf eine erweiterte Maskenpflicht geeinigt. Bei mehr als 35 Ansteckungen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen soll der Mund-Nasen-Schutz auch im öffentlichen Raum getragen werden, wenn Menschen eng oder dicht gedrängt beisammen sind. In Regionen mit stark steigenden Corona-Zahlen werden private Feiern außerdem künftig generell auf maximal zehn Teilnehmer und zwei Hausstände begrenzt. Die Begrenzung gilt bei mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Ab einer Inzidenz von 35 soll es zudem eine Sperrstunde für Restaurants und Kneipen geben. Steigt die Inzident auf 50 und höher, gilt sie verbindlich ab 23 Uhr, Verkaufsverbot für Alkohol inklusive.

Entscheidung über weitere Lockerungen für Sachsen-Anhalt bis Dienstag

Am Rande der Landtagssitzung am Donnerstag hat Ministerrpäsident Haseloff außerdem angekündigt, dass Diskotheken und Clubs in Sachsen-Anhalt nicht wie geplant am ersten November öffnen werden. Schon am Dienstag hatte die Landesregierung angekündigt, die geplanten Lockerungen möglicherweise auszusetzen.

Quelle: MDR/sp

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 15. Oktober 2020 | 08:00 Uhr

16 Kommentare

kritischer Realist vor 7 Tagen

Der Aktionismus vieler deutscher Politiker, zeugt allerdings von einer gewissen Hilflosigkeit hinsichtlich weiterer Vorgehensweise. Man sollte sich mal ganz in Ruhe mit den Zahlen auseinandersetzen, siehe oben im Artikel, dann sollte man sich selber mal fragen, wo denn die Grippefälle abgeblieben sind. In einigen Medien beklagen Ärzte übrigens ein Mangel an Impfstoff für Grippe, was geflissentlich vielerorts negiert wird Leider ist MP Haseloff "coronamäßig"bei Merkel leicht eingeknickt, anders kann ich mir seinen Sinneswandel nicht erklären. Und bitte schön "Disko-Tourismus" nach Sachsen-Anhalt?, mir macht mehr der" Politiker-Tourismus" ala Söder Sorgen.

faultier vor 1 Wochen

Ich finde bis jetzt hat Haselhoff einen guten Job gemacht ,vielleicht sogar den besten aller Länderchefs ,ohne Panik und Aufgeregtheit ,ausser den Herrentag aber den hat Grimm -Benne unötigerweise uns versaut.

Altmagdeburger vor 1 Wochen

Herr Minister Haseloff
So lange keine harte Geldstrafen dahinter stehen, passiert in dieser Richtung ganz wenig. Der Jänicke der erwischt wird, der keine Regel einhalten will und fangen wir mal an die Nase Mund Schutz, wie gesagt Nase Mund Schutz erwischt wird, soll tief in die Tasche greifen müssen. Von 50,-€ bis zu 1000,-€, das ist die einzige Sprache die sie verstehen.

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