Statistik für Magdeburg Straftaten am Hasselbachplatz nicht gestiegen

Zwischen 2008 und 2016 gab es rund um den Magdeburger Hasselbachplatz durchschnittlich 1.030 Straftaten pro Jahr. Trotz leichter Schwankungen blieb dieser Wert über die Jahre relativ stabil. Die meisten Delikte fallen in die Kategorie Diebstahl. Dies geht aus Zahlen des Innenministeriums hervor, die MDR SACHSEN-ANHALT vorliegen.

Die schlechte Nachricht: Rein rechnerisch werden in der Kriminalstatistik der Polizei pro Tag knapp drei Straftaten rund um den Magdeburger Hasselbachplatz registriert. Auf das Jahr gerechnet sind das im Durchschnitt 1.030 Straftaten.

Die gute Nachricht: Seitdem das Land Sachsen-Anhalt im Jahr 2008 damit begonnen hat, einzelne Ortsteile hinsichtlich der Straftaten auszuwerten, schwankt der jährliche Straftaten-Wert im Bereich Hasselbachplatz beständig knapp über oder unter 1.000. Ein spürbarer Anstieg der Kriminalität ist zwischen 2008 und 2016 nicht zu erkennen. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine AfD-Anfrage hervor:

Zahlen für das Jahr 2017 liegen noch nicht vor, diese Statistik soll im Frühjahr 2018 vorgelegt werden.

Mit Abstand die meisten Delikte (35 bis 45 Prozent pro Jahr) fallen in die Kategorie Diebstahl. Straftaten gegen das Leben und gegen die sexuelle Selbstbestimmung liegen jedes Jahr im einstelligen Bereich und hatten ihren Höchststand im Jahr 2009. Etwa jede zweite Straftat konnte in den vergangenen Jahren aufklärt werden. Das liegt vor allem daran, dass ein Großteil der Diebstahlsdelikte ungeklärt bleiben, die anderen Kategorien dagegen sehr hohe Aufklärungsquoten vorweisen können.

Das Ministerium für Inneres und Sport, das die Antwort auf die parlamentarische Anfrage formuliert hat, konkretisiert in seinem Schreiben, welche Bereiche rund um den Hasselbachplatz in die Auswertung der Straftaten eingegangen sind:

Alkoholverbot zeigte keine Wirkung

Zu Beginn der Woche forderte Magdeburgs Oberbürger Lutz Trümper verkürzte Öffnungszeiten für Spätshops am Hasselbachplatz. Denn in diesen könne man fast die gesamte Nacht Alkohol kaufen, die Geschäfte trügen somit auch dazu bei, dass es an dem belebten Platz immer wieder zu Problemen komme. Weniger Alkohol am "Hassel" bedeutet für Trümper also auch weniger Probleme.

Dabei gab es während Trümpers Amtszeit bereits ein Alkoholverbot (1. Februar 2008 bis zum 17. März 2010) im Bereich des Hasselbachplatzes. Das Innenministerium schreibt diesbezüglich in seiner Antwort auf die parlamentarische Anfrage:

Eine Evaluierung erfolgte nicht, in der Gesamtbetrachtung wurde jedoch durch die Landeshauptstadt Magdeburg festgestellt, dass sowohl die Gewaltstraftaten als auch die Straftaten der allgemeinen Kriminalität auf annähernd gleichem Niveau geblieben sind.

Ministerium für Inneres und Sport Drucksache 7/2311

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Quelle: MDR/mm

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 15. Januar 2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. Januar 2018, 09:09 Uhr

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14 Kommentare

16.01.2018 17:51 Simone 14

Die Polizei gibt an, dass die Kriminalität am Hasselbachplatz seit ca. einem Jahrzehnt um den gleichen Wert schwankt und die Zahl der Flüchtlinge ist auch dieses Jahr wieder rückläufig und weit unter die Zahl von 200 tsd. gesunken. Da muss man schon dran glauben wollen, dass wir alle des Todes sind und unser Land vor dem Untergang steht. Fakten stehen einem bei so einem Weltbild nur im Wege und irgend ein negatives Ereignis lässt sich ja immer propagandistisch ausschlachten.

16.01.2018 11:59 Mediator an Sarah (12) 13

Liebe Sarah,

sie leben ja anscheined mitten in einem kriminellen Hotspot, wenn sie 20 mal die Polizei verständigt haben. Sie scheinen auch eine aufmerksame Bürgerin zu sein, wenn sie immer etwas beobachtet haben und sogar die Täter benennen können. Was haben sie den dort alles angezeigt, was angeblich nicht in die Statistik eingeht? Straftaten gegen Leib und Leben klingen doch eher so, als ob man die anzeigen würde. Nur komisch, dass die Polizei da nur sehr wenige enstprechenden Anzeigen meldet.

Glauben sie wirklich es wird keine Anzeige erstattet, wenn jemand ein Messer in die Rippen bekommt? Glauben sie wirklich die Polizei nimmt so etwas nicht auf oder entsorgt den Vorfall dann einfach im Papierkorb?

Sorry, aber bevor ich ihnen glaube halte ich mich doch lieber an die Statistik der Polizei.

16.01.2018 00:39 Sarah 12

Ich habe alle Phasen des Hasselbachplatzes, von den benannten, mitgemacht und miterlebt, mein Fazit ist, die Polizei kann Statistik führen wie sie will, wenn sie von 20 anrufen die man tätigt, vielleicht 3 oder 2 mal kommen, ist klar das die aufgenommene Zahl in keiner Relevanz zu den tatsächlichen Begebenheiten steht, da die dunkelziffer viel zu hoch ist, ich selbst war oftmals Zeuge solcher unerhörlichen Taten, und ich rede nicht von uninteressanten Diebstählen, sondern tatsächlichen Straftaten gegen Leib und Leben, oft wurde ich nicht mal als Zeuge auf genommen, da die Polizei viel zu überfordert war, mehrmals hätte man die Täter, auch noch ding fest machen können, doch auch da unterbesetzt und nicht handlungsfähig, also gab es Anzeige gegen Unbekannt, auch das die Sternstrasse komischerweise nicht in die Statistik eingeht, ist meiner Meinung nach ein Fehler, da es nun mal zusammen gehört.