#MDRklärt So heiratet Sachsen-Anhalt

Nicht nur Prinz Harry und Meghan Markle haben geheiratet. Auch hierzulande läuten vielerorts die Hochzeitsglocken. MDR SACHSEN-ANHALT erklärt aus diesem Anlass in vier Grafiken Wissenswertes rund um das Heiraten in Sachsen-Anhalt.

von Manuel Mohr, MDR SACHSEN-ANHALT

Ein Brautpaar steht in der Hochzeitskapelle in Callenberg
Die Sommermonate sind für Hochzeiten sehr beliebt. (Symbolfoto) Bildrechte: dpa

1.) So oft wird geheiratet

Das Jahr 1990 hatte es in sich – auch in Sachen Eheschließungen in Sachsen-Anhalt. Bis ins Wendejahr zurück reichen nämlich die Zahlen des Statistischen Bundesamts. 1990 gab es über 18.000 Eheschließungen in Sachsen-Anhalt in einem Jahr – absoluter Höchstwert bis zum heutigen Tag. Ein Jahr später hatte sich die Zahl schon mehr als halbiert.

Ein paar Jahre später, 1999 genauer gesagt, gab es erstmals wieder mehr als 10.000 neu geschlossene Ehen. Seit 2004 wurde diese Marke nicht wieder unterschritten. Die Daten für den Dezember 2017 liegen noch nicht vor, die übrigen Zahlen bestätigen allerdings die insgesamt stabile Entwicklung der vergangenen Jahre. Innerhalb der Jahre gibt es allerdings große monatliche Schwankungen, was uns zu Punkt Zwei führt.

2.) Der beliebteste Hochzeitsmonat

Zur Hochzeit soll das Wetter schön sein – so zumindest könnte man beim Blick in die Statistik vermuten. Seit 1990 war in Sachsen-Anhalt der beliebteste Hochzeitsmonat stets einer der Monate Mai, Juni, Juli, August. Also genau da, wo es am wahrscheinlichsten warm und sonnig ist. Der Monat Mai – den sich ja auch das royale Hochzeitspaar ausgesucht hat – war in Sachsen-Anhalt von 1993 bis 1997 der beliebteste Hochzeitsmonat.

Mit der Jahrtausendwende haben sich die Präferenzen offenbar etwas gewandelt. Seither sind die klassischen Sommermonate Juni, Juli und August in der Gunst der Hochzeitspaare ganz weit vorn. Warum der September auch einmal der beliebteste Monat war, erklären wir bei Punkt Drei.

3.) Besonderes Datum und warme Monate bevorzugt

Denn neben dem möglichst guten Wetter suchen sich – zumindest in der Statistik – auffällig viele Paare für den Tag der Eheschließung ein besonderes Datum heraus. Erstmals aufgetreten ist dieses Phänomen im September 1999. Den 9.9.99 als Hochzeitsdatum wollten offenbar besonders viele Paare, so dass in diesem Jahr der September sogar der beliebteste aller Hochzeitsmonate wurde.

Theoretisch hatten hochzeitswillige Paare dann wieder zwischen 2001 (Januar) und 2012 (Dezember) pro Jahr ein Mal die Chance, an einem Datum mit sogenannter Schnapszahl zu heiraten. Statistisch auffällig sind hier allerdings nur die Monate April bis August. Offen bleibt an dieser Stelle, ob die Ehepaare sich für ihren besonderen Tag einfach ein besonderes Datum gewünscht haben – oder ob es schlicht darum ging, den Hochzeitstag später nicht all zu oft zu vergessen. Was uns zu Punkt Vier bringt.

4.) So oft wird geschieden

Ein vergessener Hochzeitstag allein dürfte wohl in den seltensten Fällen ein Scheidungsgrund sein, andere Gründe fanden Ehepaare in Sachsen-Anhalt aber über die Jahre trotzdem. Seit dem Jahr 1997 wird die Zahl der Scheidungen erfasst und erreichte 1999 mit 6.080 ihren bisherigen Höhepunkt. In der Folge wurden die Scheidungen pro Jahr in Sachsen-Anhalt von Jahr zu Jahr etwas weniger, 2016 lag die Zahl noch bei 4.183.

Eine weitaus interessante Entwicklung wird jedoch beim Blick auf die Ehedauer sichtbar. 1997 gab es nach acht Ehejahren die meisten Scheidungen – das sogenannte "verflixte" siebte Jahr, in dem besonders viele Ehen in die Brüche gehen, scheint es also tatsächlich gegeben zu haben.

2007 gab es diesen Effekt zwar auch, aber weitaus schwächer. Dafür gab es nach 17 bis 21 Ehejahren wieder vermehrt Scheidungen sowie nach mehr als 25 Jahren Ehe. In der Statistik ist dieser Bereich nicht weiter aufgeschlüsselt – wann genau also Langzeit-Ehen geschieden werden, ist nicht bekannt. Fest steht aber: In den ersten 25 Jahren werden in der Summe deutlich mehr Ehen geschieden als in den Jahren danach.

2016, dem jüngsten Jahr mit vollständigen Daten, gab es wie 1997 und 2007 den "Scheidungs-Hügel" in den ersten Ehejahren, danach ist aber erst wieder in der Kategorie "26 und mehr Ehejahre" ein sprunghafter Anstieg zu verzeichnen. Insgesamt bleibt festzuhalten: Die Scheidungen in Sachsen-Anhalt haben in den vergangenen 20 Jahren leicht abgenommen – und es gibt mehr Scheidungen nach der Silberhochzeit als noch vor 20 Jahren.

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Quelle: MDR/mm

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 19. Mai 2018 | 11:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Mai 2018, 16:33 Uhr

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