Hintergrund


Identitäre in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt werden die Identitären, die sich selbst "Identitäre Bewegung Deutschland" nennen, vom Verfassungsschutz beobachtet. Im Verfassungsschutzbericht 2017 werden die Identitären als "beispielhaft für die jüngsten Entwicklungen im Rechtsextremismus" bezeichnet. Sie orientierten sich an den Ideologien der "Neuen Rechten". Dazu zähle beispielsweise der Ethnopluralismus; die Überzeugung, dass sich ethnisch verschiedene Gruppen – Rassen – nicht mischen sollten. Zuwanderung lehnten Identitäre daher ab. Die verfassungsfeindliche Gesinnung sei nicht sofort erkennbar, da die Anhänger jung, modern und pseudo-intellektuell wirkten und negativ aufgeladene Begriffe wie etwa Rasse durch Ethnie ersetzten, heißt es im Bericht.

Laut Verfassungsschutzbericht 2017 wurden im vergangenen Jahr in ganz Sachsen-Anhalt etwa 50 Personen den Identitären zugerechnet. Abgesehen von der größten Gruppierung in Halle gibt es Regionalgruppen im Harz und in Magdeburg. Auch 2016 hatten die Identitären in Sachsen-Anhalt etwa 50 Anhänger. Bundesweit ist die Zahl von 300 (2016) auf etwa 500 im vergangenen Jahr gestiegen.


Identitäre in Halle

Der Verein Miteinander e.V. geht davon aus, dass etwa 50 Personen in Halle den Identitären nahe stehen. Der Ableger in der Saalestadt nennt sich "Kontrakultur". Etwa 25 bis 30 gehörten zum Kern der Identitären in Halle, heißt es von Miteinander. Etwa eine Handvoll von ihnen wohnt gemeinsam in einem Haus in der Adam-Kuckoff-Straße neben dem Steintor-Campus. In dem Gebäude befindet sich auch das Büro des AfD-Landtagsabgeordneten Hans-Thomas Tillschneider.

Die Gruppe ist im Sommer 2015 erstmals mit einer Aktion an der Uni an die Öffentlichkeit getreten. Laut Verfassungsschutzbericht 2017 gibt es die Kontrakultur seit 2015. Ein Mitarbeiter von Miteinander, der sich auf die Identitären spezialisiert hat, geht davon aus, dass die Gruppe bereits im Sommer 2014 aufgebaut wurde.

MDR SACHSEN-ANHALT

Zuletzt aktualisiert: 10. Oktober 2018, 17:59 Uhr

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