Fassaden von Altbauwohnung
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Preissteigerungen am Immobilienmarkt Wohnkosten in Sachsen-Anhalt spürbar gestiegen

Innerhalb weniger Jahre sind die Preise auf dem Immobilienmarkt spürbar angestiegen. Das geht aus einer exklusiven Wohnkosten-Analyse für den MDR hervor. Vor allem Hauskäufer müssen mittlerweile deutlich mehr zahlen.

Fassaden von Altbauwohnung
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In Sachsen-Anhalt sind – anders als in vielen Regionen Deutschlands – die Mieten von angebotenen Wohnungen in den vergangenen sechs Jahren vergleichsweise moderat gestiegen. Die Preise erhöhten sich zwischen 2013 und 2018 um durchschnittlich rund 10 Prozent. Das ist das Ergebnis einer exklusiven Datenerhebung des Onlineportals ImmobilienScout24 für den MDR.

Zum Vergleich: In Berlin sind die Angebotsmieten im selben Zeitraum – bei bereits teureren Ausgangswerten als hierzulande – um durchschnittlich 36 Prozent gestiegen, in München um 32 Prozent. Sachsen-Anhalts größte Preissteigerungen verzeichneten Magdeburg (13,8 Prozent) und Halle (13,6 Prozent). Den geringsten Anstieg gab es in Dessau-Roßlau (6,3 Prozent).

Wie sich die durchschnittlichen Quadratmeterpreise in allen Regionen Sachsen-Anhalts zwischen 2013 und 2018 entwickelt haben, erfahren Sie beim Klicken auf die Karte:

Häuser deutlich teurer

Wer 2018 ein angebotenes Haus kaufen wollte, der musste nach Daten von ImmobilienScout24 im Schnitt rund 29 Prozent mehr zahlen als noch 2013. Beispiel: Der durchschnittliche Kaufpreis für ein inseriertes Haus in Halle betrug im Jahr 2013 etwa 230.000 Euro, 2018 waren es fast 318.000 Euro:

Große Unterschiede zwischen Stadt und Land

Insgesamt sei die Lage auf dem Immobilienmarkt nicht so angespannt wie in vielen westdeutschen Bundesländern, sagt Immobilien-Experte Prof. Stefan Kofner von der Hochschule Zittau/Görlitz. Aber: Die Entwicklungen in der Stadt und auf dem Land seien höchst unterschiedlich. So blieben Mieten und Kaufpreise in wirtschaftlich schwachen Regionen mit hoher Abwanderung perspektivisch stabil.

"Für die Mieter schön, für die Immobilienbesitzer kaum Aussichten auf Wertsteigerung und bedrohliche Leerstands-Risiken für die Zukunft", so Kofner. Anders dagegen in den großen Städten: "Hier besteht das Risiko, dass sich die Wohnkostenbelastung für Mieter und Eigenheimbesitzer weiter erhöht."

Auch Eigentumswohnungen werden teurer

Landesentwicklungsminister Thomas Webel (CDU) gab darüber hinaus am Montag in Magdeburg bekannt, dass die Preise für Eigentumswohnungen in Sachsen-Anhalt innerhalb eines Jahres um 21 Prozent gestiegen sind. Im Landesschnitt mussten Käufer im Jahr 2018 rund 100.000 Euro hinlegen. Auch in diesem Segment sind die Unterschiede zwischen Stadt und Land sehr deutlich.

Während die Durchschnittspreise in Halle und Magdeburg bei 175.500 € und 125.000 € lagen, kosteten Wohnung im Harz im Schnitt nur 80.000 € und im Kreis Mansfeld-Südharz sogar nur 35.000 Euro.

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Quelle: MDR/mm

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 09. März 2019 | 14:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 01. April 2019, 19:48 Uhr

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10 Kommentare

03.04.2019 13:24 wwdd 10

Zu 9, Das Finanzamt schaut nur bei Vermietung an Verwandte genauer hin, wenn der Mietzins auffallend niedrig ist. Wo soll dem Vermieter eigentlich bei zu niedriger Vermietung an Fremde, ein Geldwerter Vorteil entstehen? Er sollte nehmen was möglich ist und zahlt dann darauf Steuern.

02.04.2019 21:44 frank r. 9

Sicher würden einige Vermieter auch mit weniger Miete zufrieden sein, das ist aber nicht möglich. Der Mietspiegel gibt vor, was ein Vermieter in seinem Bereich, pro qm an Miete nehmen muß. Nimmt er weniger, als den ortsüblichen Quadratmeterpreis, ensteht ein geldwerter Vorteil, und er muss Steuern nachzahlen. Weil das Finanzamt auch Steuern haben will, die es haben könnte.

02.04.2019 17:39 Querdenker 8

Irgendwann werden vielleicht auch in Sachsen-Anhalt die Bürger auf den Campingplatz abgeschoben werden?

siehe „fokus Jobcenter schickt Rentner auf Campingplatz Armutszeugnis für unser Land“

Zitat: „Das Jobcenter Westerburg in Rheinland-Pfalz riet Rentnern und Hartz-IV-Empfängern, sich auf einem nahen Campingplatz einzuquartieren.“

Rheinland-Pfalz wird übrigens regiert von der „Aganda2010 Partei“ SPD.

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